Krisenmanagement, Pflegefall Mobilität, vegane Beispiele, Fehlersuche

In der Tagesschau äußert ein Wirtschafts-Analyst die Meinung, viele

“… Krisen, die sich teils gegenseitig befeuern, müssen bewältigt werden, die Gefahr einer weltweiten Rezession ist inzwischen real.”

Dabei wird erst gar nicht gefragt, wer die Last der Multi-Krisen tragen soll; auf die Antwort  “Der Mensch” wäre folgerichtig die folgende Frage: “Welche Menschen?” .

Diese sich überlagernden und gegenseitig verstärkenden Krisen können, wenn überhaupt, nur in  Teamarbeit angegangen werden, wenn der Verkehrsminister fürs Spritsparen sorgt, die Bundesbauministerin dazu aufruft, die Heizung herunterzudrehen und der Finanzminister ein Steuersystem entwickelt, in dem Energiesparen belohnt wird.

Die spritsparende Mobilität setzt neue Maßnahmen voraus – neu wäre in unserem System auch die Pflege der vorhandenen Infrastruktur; so verkommen wie diese S-Bahn-Station sieht es in den unterirdischen Wegen rund um den Reichtag wohl nicht aus, und auf die Bespaßung mit Werbung und Info-Häppchen würden die Fahrgäste doch lieber verzichten?

 

Dazu gehört ein Kanzler, der das Thema wahrnehmbar und umfassend zu dem Seinen macht, was nicht heißen soll, dass er täglich die Co2-Konzentration der Atemluft und das Gletscher-Schrumpfen in den  Alpen kontrolliert, sondern die Arbeit “seiner” Ministerinnen und Minister, denn es geht im sehr umfassenden Sinn um das “Wohl des Volkes”, also um Lebensgrundlagen und Gesundheit – der Staaten- und Schicksalsgemeinschaft, um die “Deutsche Wohlfahrt” also nur unter anderem.

Was mit der Lebensgrundlage der Ex-Bauern, die keine Landwirtschaft mehr betreiben, geschieht, darüber können wir nur spekulieren. Ein Teil des Höfesterbens ist auch ein Nachfolgeproblem – eine gewisse Zeit galt das Motto “Bauer kriegt keine Frau”, dann kam “Bauer sucht und findet”, es kam der Typus “Die Bäuerin ist das erfolgreiche Multitalent”, aber immer mit der Begrenzung durch die “Wirtschaftlichkeit!; die ganz kleinen Landwirtschaften, die mit ein paar Runkelrüben, fünf Kühen und drei Schweinen sich über Wasser hielten, gibt es ja schon lange nur noch vereinzelt.

Aufgabe des Ministers für Landwirtschaft und Ernährung ist, dafür zu sorgen, dass hier alles rund läuft, doch haben wir schon lange Sand im Getriebe und mit Neuansätzen wie der Biolebensmittelgrundversorgung  muss Özdemir sich erst noch befassen – und dazu von den richtigen  Berater*innen  begleitet oder geleitet werden. Oder die neue Richtung vorgeben.

 

In diesem Beispiel hat sogar die Ernährungsindustrie einen Beitrag zur Ernährungswende geleistet – mit  eingeschweißten Süßkartoffel-Goccis, die zum ganz leicht gedämpften Mini-Pak-Choi mit Leinöl passen.

Man kann die unschuldige Frage “Wie geht vegane Ernährung?” ja nie pauschal und endgültig beantworten, sondern benötigt tausend Rezepte, wie in “1001 Nacht”, diesem Märchen über einen erfolgreichen Gesinnungswandel.

 

Die Krisen sind global, damit wäre unser solidarisches Engagement gefordert:
»Alles ist extrem, nichts ist mehr normal. Es gibt nichts mehr, woran wir uns festhalten können« -so eine Spiegel-Schlagzeile, erläutert mit dem Bild des sich bildenden Unwetters:

“Erst die Pandemie, dann die Dürre, jetzt noch der Ukrainekrieg: Im Osten Afrikas brauen sich mehrere Krisen zu einem dramatischen Sturm zusammen.”

Das sind Zustände, zu denen unsere Distanz “naturgewaltig” schwindet – die Kenianer hungern, weil die Preise exorbitant steigen, während hierzulande die Empfehlung auszureichen scheint, bei knapper werdenden Haushaltskassen kalt zu duschen und sich fleischlos, vegan und preiswert zu ernähren.

 

Wenn die Chinanudeln in Eiswasser schockgekühlt werden, im Suppenteller einen Mini-Nudelberg formen, der mit Spargel, Streifen von gelber Paprika, Gurke, gedämpfter Möhre, langzeitfermentiertem Knoblauch, hartgekochtem Ei belegt und mit einer aufwändig komponierten, kalten Tahin-Sauce begossen wird,  ist hier schließlich noch der Klecks einer scharf-süß-sauren Fonduesauce zu nennen, der den krönenden Abschluss der “Geschmacksdiversifizierung  des Nudelsalats” darstellen soll.

 

Während eine knappe Mehrheit EU-Abgeordneter entscheidet, dass Atom- und Gasenergie “unter bestimmten Voraussetzungen” als grüne Energie definiert (und gefördert???) werden können oder sollen, erleben alle Bewohner von Sydney die Fluten und Überschwemmungen in ihrer Stadt als traumatisch.

Für bedenklich halten alle, die ihren Kindern noch eine Welt voller Möglichkeiten hinterlassen möchten, die Lage, und Widersprüche und “Zielkonflikte” sehen alle, die wahrnehmungsfähig sind, notfalls in den Massenmedien, falls sie am realeren Leben teilzuhaben irgendwie gehindert sind.

“Ein bisschen Umweltschutz muss sein”, dass aber “Abfall” eigentlich Rohstoff ist, entgeht der Aufmerksamkeit in Politik und Wirtschaft:

Dass Kaffeesatz als Wuchs-Substrat für Pilze taugt, hatte ich irgendwann einmal ausprobiert, mit einem “Set”, das man sich zuschicken lassen kann und mit ein paar Euro zu viel zu bezahlen hat.

Professionelle Pilzzüchter arbeiten mit Mist und Torf, was zum Abbaggern von Mooren beiträgt uind mittlerweile schon längst beendet gehört.

Kaffeesatz macht im Haus(_Bio_)Müll bekanntlich wenig Spaß und lässt sich bei der Müllverbrennung nur mit Energieverbrauch entzünden.

In 3-4 Tagen  in einer luftigen Umgebung (wie in einem Eckchen auf Balkon oder Terasse) ist Kaffesatz nur noch leicht feucht und versifft den anderen Müll keinesfalls, könnte in dieser Form auch einer sinnvolleren Verwendung zugeführt werden.

 

Die Büro- und Technokraten können angesichts der Aufgabe “Schutz der Moore” offenbar weder das Problem noch eine Lösung erkennen, bis zum Beweis des Gegenteils. Dass Lösungen erarbeitet und organisiert würden, ist ja auch bei unseren Klimaforschern seit Jahrzehnten nicht angesagt – also feiert die Syltprominenz selbstzufrieden ihre Dekadenz. Wie nennt man das Gegenteil von Vorbildlich?

 

Kommen wir noch mal zurück auf die Aussage, in Sydney seien “alle” Bewohner von den Fluten traumatisiert worden. Die Aussage ist ja so haarsträubend, dass niemand sie wahrhaben will.
Traumata sind dabei keine harmlosen Schürfwunden oder Blessuren.

Vielleicht sind wir selbst, ohne es wissen zu wollen, längst schon selbst traumatisiert, sicherlich jedoch von der Traumatisierung bedroht, weil unsere Lebensgrundlagen bedroht sind, weil “die Gesundheit des Planeten samt der seiner zweibeinigen Bewohner in der Krise steckt”.

Ein Gedanke zu “Fehlersuche”:

Text zum ausdrucken und merken ;-)   Du erkennst Deine  Fehler nicht,  damit Du sie besser  wiederholen kannst,   - im Gegenteil:  Damit Du sie besser lassen kannst!
Text zum ausdrucken und merken ;-) Du erkennst Deine Fehler nicht, damit Du sie besser wiederholen kannst, – im Gegenteil: Damit Du sie besser lassen kannst!

 

Wobei Einige aber auch gar keine Fehler erkennen… (?)

Fügen wir hier den Hinweis, dass auch bei der “Fehlernährung” das böse Wort “Fehler” enthalten ist, hinzu – so können wir die Brücke zu einem weiteren Kapitel oder Thema bequem schlagen: Es kommt auch darauf an, woraus man isst, und mit welchem Behältnis man einkauft.

 

Wir hatten anfang  Juli diesen völlig übergangenen Tag der Plastikfreiheit – samt Homepage mit den üblichen Anliegenunterstützern.

Es gibt also doch Aktivisten, die bereit sind, für eine plastikfreie Zukunft zu arbeiten. Vielleicht mal im lokalen Eine-Welt-Geschäft fragen, vielleicht könnte sich auch das Kultusministerium um eine “neue Verpackungskultur” kümmern?

 

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