Diät und Klimaschutz, Ruhm und Ehre

Die politisch-ökologische Transformation, die vielleicht auch gar nicht so richtig gewollt ist, erfordert ein großes Umdenken und auch

“Überlegungen zu  Diät und Klimaschutz sind nicht in fünf Minuten zu vermitteln.”

Das Zitat ist der Schluss eines Archiv-Artikels zum “Veggie-Tag”, der mit Pauken und Trompeten unterging, weil die “Gegenseite” sich angegriffen fühlte und mehr oder weniger gehässig die Idee absägte. Im Rückblick fällt auf, dass der Zweck der Übung kaum erklärt oder begründet wurde und Erkenntnisse wie “Niemand muss zwei Burger an einem Tag essen” rein gar nichts mit einem “Glück der Erkenntnis” zu tun haben.

“Gebranntes Kind scheut das Feuer”, und fortan haben die Grünen jegliche essenstechnischen Regulationsversuche unterlassen.
Aktuell: Die Stellvertretende Bundesvorsitzende und frauenpolitische Sprecherin von

@die_Gruenen Abgeordnete im Deutschen Bundestag.

Informiert:

Wir haben uns nicht weniger vorgenommen als unsere Gesellschaft sozial und ökologisch umzubauen – in der Regierung und darüber hinaus. Es wäre mir eine große Ehre, mich in den Dienst dieser großen Aufgabe zu stellen. Deshalb kandidiere ich als Parteivorsitzende von  @die_gruenen

Interessaant ist allerdings das darauf erfolgte feedback: Das reicht von “Du wärst eine tolle Parteivorsitzende! Volle Unterstützung!” und anderen sehr positiven Reaktionen aus dem Umfeld über ein scheinheiliges(?) “Es wäre wichtig, wenn Du Impulse zum Kampf gegen das Body-Shaming einbringen könntest”.

Fakt ist, dass die Diskriminierung wegen dem wohl nie freiwillig gewählten Körpergewicht nur in einer gemeinsamen Anstrengung einer Mehrheit “abgestellt” werden kann, und es nicht damit getan ist, Einzelne damit zu betrauen, um selbst die Hände in den Schoß zu legen.

Widersinnig bis bösartig sind auch “gute Ratschläge” innerhalb der Kommentare zum Tweet, die dann wieder nur neue Diskriminierung nach sich ziehen, wie den Hinweis auf “Forschungsergebnisse”, über die “Garantiert nicht wertend” der Spiegel berichtet:

Übergewicht schadet der Umwelt

Abnehmen fürs Klima: Übergewicht ist nicht nur für den Körper, sondern auch für die Umwelt schädlich. Eine schlanke Bevölkerung mit einer Milliarde Menschen stößt eine Gigatonne weniger Kohlenstoff aus als eine dicke Gesellschaft, berichten Londoner Wissenschaftler.

Mal ganz im Ernst: Wer bezahlt für solche Papierchen, und warum? Wahrscheinlich hat jemand eine Diskussionsgrundlage gebraucht, oder es waren irgendwo noch “Forschungsgelder” übrig, die nicht verfallen sollten. Studien dieser Qualität kann man auch gleich komplett erfinden:

“Die Meta-Analyse von 72 anerkannten Studien ergab”  :-) :

Positiv am Dick-sein ist:

  • zu wissen, was Schwerkraft ist
  • Mehr Masse, mehr Volumen, mehr Gewicht, mehr Beharrungsvermögen: Man geht nicht mehr so leicht in die Luft
  • Naschen ist immer erlaubt.

 

Das ist also die multifaktorielle Verursachung, anders gesagt die sinngemäße Mehrfachbelegung einer Volkskrankheit, die mit einfachen Maßnahmen wie der Gestaltung der fahrradfreundlichen  Städte  schon fast repariert wäre -  wenn wir uns gern und mehr bewegen und den Konsum von fettem Fleisch dezimieren:

„Mit einer fahrrad- und fußgängerfreundlichen Stadt erreichen Sie sehr viel auf einmal. Sie haben messbar weniger Herzinfarkte, weniger Autos, weniger Übergewicht und dazu noch Klimaschutz.“

 

Bei der entsprechenden Ernährungs- und Lebensweise gehen Klimaschutz – und Krankheitsprävention ganz automatisch “Hand in Hand”, und die Artenvielfalt ist auch bedacht – was jetzt noch fehlt, ist die ausgleichende Förderung, etwa im Rahmen der #Biolebensmittelgrundversorgung.

Bei den Rezepten folgen wir der ökologischen Vernunft, soweit das mit den häuslichen Gegebenheiten vereinbar ist; die Zubereitung: Natürlich energiesparend.

Der Innentopf des Multicookers: Der Boden ist eineinhalb Zentimeter hoch mit Wasser gefüllt, darin steht auf angeschweißten Metallfüßen ein gelaochter Einsatz, jier mit Salzkartoffeln, daruf wiederum ein “Dreibein”, das (rechtes Bild) einen ungelochten Einstz trägt, in dem sich Sauerkraut vom Weiß- und Rotkohl, verfeinert mit gehogeltem Apfel und Weißwein (mit einem Teelöffel Sojasauce als asiatisches Extra) befinden – darin wiederum ein glasiertes Tonschälchen mit einer paprikabetonten Hähnchen-Gulaschsauce, die viel Geschmack und wenig Fleisch enthält.

 

Gern genommen wird immer wieder das Argument “Das ist aber auch nicht jedermanns Geschmack” – doch selbst Currywurst mit Pommes ist “nur” der Geschmack einer Mehrheit, und ein Teil der “Kundschaft” liebt das Standardgericht trotzdem nicht.
Wer heute – unbedarft – fleischlos sich ernähren will, dem wird suggeriert, dazu gehörten “Veggie-Schnitzel” und die müssten gleich teuer wie die vom Tier sein.
Doch was “geht” noch, alternativ?
Da gibt es noch einen Bedarf an Aufklärung, Rezepten, Ideen, Übung, und zwar massenhaft!

Prognosen wollen besagen, dass in 10 Jahren Rhetortenfleisch am Fleischabsatz rütteln wird – und das sei auch ökologisch absolut notwendig, denn die Massen-Tierhaltung ruiniere die Umwelt.
Die Folgen der  “Hyperkapitalisierung” in der Landwirtschaft  der USA hatte vor langer Zeit  John Steinbeck beschrieben – siehe

Früchte des Zorns, Klassiker der Weltliteratur |
Doku HD (Reupload) | ARTE

Welche Folgen das kommende “Invitro-Fleisch”  mit sich bringen kann, muss heute schon bedacht werden; während sie gegen Braunkohleverstromung und für “solarisierte Hausdächer” kämpft, hat die Klimabewegung den Nahrungsmittelsektor verschlafen – vielleicht wacht sie ja durch eine Meldung aus dem Agrasektor auf:

“Mit der Übernahme von Bio Tech Foods steigt der Fleischkonzern JBS in die Herstellung von Laborfleisch ein. Der Deal soll die Herstellungskosten senken und die Marktentwicklung beschleunigen”

 

Zum Fleischkonzern JBS erfahren wir bei Wikipedia unter Anderem:

Das Unternehmen stieg durch aggressive Zukäufe zwischen 2005 und 2017 zum weltweit zweitgrößten Lebensmittelkonzern nach Nestlé auf.[2]

Das Unternehmen erhielt vom brasilianischen Staat über viele Jahre hinweg Kredite in Milliardenhöhe und steht in diesem Zusammenhang im Verdacht der Korruption.

“Wahlkampfspenden”
Insgesamt sollen an Politiker rund 220 Millionen Dollar Schmiergeld gezahlt worden sein.[7]

 

Ob hierzulande vorgesehen ist, die Gesundheitsämter als Kontrollinstanzen einzusetzen, ist allerdings nicht bekannt ;-) .

Pak Choi und Salat, kurz gedämpft, mit “schwäbischen Frisch-Fertig-Spätzle”, die mal kurz, zusammen mit Weckmehl, der Pfanne einen Besuch abgestattet hatten: So einfach kann “Essen machen” sein!

Und so aufwändig kann “Essen machen” sein:

Eine Maultaschen-Füllung mit Ruccola und Pellkartoffel wird vorbereitet…

Sich in den Dienst “dieser großen Aufgabe”  zu stellen, hat eigentlich nicht viel mit Ehre zu tun (sondern mehr mit Aufgaben), und wenn, muss man nicht viel darüber reden:

 

Zu nah liegen hierzulande “Ruhm und Ehre” beisammen, und Ruhm ist sozusagen ein “narzisstischer Motivator”.

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