“Große und kleinere” Schäden durch unsere Ernährung

“Fast 66 Kilogramm Fleisch isst jeder Europäer im Schnitt pro Jahr.” Bei einer ARTE-Recherche (“Wege des Fleisches”) kam heraus, dass “gemischtes Hackfleisch” bei den großen Discountern bedeuten kann: “Fleisch von 150 Schweinen und 60 Rindern” – bedingt durch die Durchmischung innerhalb der Massenproduktion. Zwischendurch war auch mal Pferdefleisch in der Lasagne und in China gibt es “Hot Dog” im Wortsinne als regionale Spezialität.

Mit der amtlich empfohlenen abwechslungsreichen Ernährungsweise ist zwar etwas anderes gemeint, aber wer glaubt schon daran, dass amtliche Ernährungsempfehlungen unbedingt unabhängige Empfehlungen – oder überhaupt nützlich sind?

Dieser elegante, alte, natürlich aromatisierte Rotwein-Zitronenessig soll hier lediglich verhindern, dass eine Textwüste entsteht. Ohnehin ist die aussterbende Art der Blog-LeserInnen ständige Ablenkung, Multitasking gewohnt – und mit guten Gewohnheiten soll man ja nicht brechen ;-)

 

Gibt es Verflechtungen zwischen fleischerzeugender, -verarbeitender Industrie und Politik? Das wäre auch mal eine Recherche wert – dabei gälte es natürlich noch, die ökologischen Erfordernisse einzuflechten, auch in die offiziellen Ernährungs-Empfehlungen, die für Manche ja so eine Art Katechismus des freiheitlich-demokratischen Wohlessens sind.
Damit die (wir?) Besseresser morgen nicht auf einer übertemperierten Welt hungern müssen, gilt es heute, den Fleischkonsum zu beschränken – also sich an die eigene Nase zu fassen und beim eigenen Mund mit dem Fleisch-Sparen anzufangen, den Verzehr von durchschnittlich 66 KG auf durchschnittlich 22 KG zu drosseln. Dem Überleben der Menschheit zuliebe, und wir können annehmen, dass die genannten Zahlen einfache Schätzwerte sind – die Klimabesserer haben einfach den Ist-Verbrauch nicht durch zwei, (“Friss die Hälfte” (an Fleisch)), sondern zur Abwechslung durch drei geteilt. GRENNPEACE will den großen Konzernen an den Kragen gehen, und empfiehlt den kleinen Konsumenten Fleisches Beschränkung. Eine Studie, auf die der GUARDIAN verweist, widmet sich neben den ökologischen Auswirkungen der gestiegenen Fleischproduktion auch den gesundheitlichen Folgen für die Tieresser.

Vorsichtshalber fangen wir gleich mit einer veganen,  fleischfreien Vorspeise an – ganz easy, schnell und unkompliziert:

Den Anstoß zu den Ingwer-Zitrone-marinierten Karotten lieferte “4zutaten“, die Interpretation stammt von mir:

Ein bisschen mehr zeitlicher Vorlauf, und es wäre ein Leichtes, diese “Knabberei” auch in der fermentierten Version zu servieren…
 

Beim Olivenöl [= "Partnerlink"] wäre es gut, wenn dieses aus einer vertrauenswürdigen Quelle kommt: Hier gehört Etikettenschwindel schon fast zum Alltag – so fand sich in einem Tanklaster in Italien, der vorgeblich hochwertiges portugiesisches Olivenöl geladen hatte, eine 20%-Beimischung von Palmöl (ohne Herkunftsbezeichunung), das die Behörden vor Ort jedoch in ihrer Probe nicht entdeckten.

Wäre es nicht an der Zeit, solche internationalen (mafiösen?) Warentransporte im Zusammenhang mit “Lebensmitteln” zu beenden?

 

Hersteller- und Herkunftsangaben

Ich finde, die Verbraucher haben zumindest das Recht, zu erfahren, was “drin” ist. Angaben wie “aus allen möglichen  Ländern” sind zweifellos schwammig – zumal hier wenig kontrolliert wird.
Die “Nachverfolgbarkeit” per Barcode stand schon vor 15 Jahren perspektivisch im Raum – jetzt ist Zeit, das zu verwirklichen: Beim gemischten Hackfleisch, beim Olivenöl, bei Kaffee und Tee und so weiter.

Auf der sicheren Seite ist, wer es sich leisten kann und direkt beim Erzeuger einkauft – wenn der davon leben kann. Wenn nicht, hat man schnell ein Problem mit der Lieferkette…

Handkäse auf und mit Knoblauch-Quark-Dip – launige Umgestaltung eines hessischen Klassikers (Handkäs‘ mit Mussick”).
 

Mega-Agro-Strukturen sind wahrscheinlich langfristig kontraproduktiv. Dass ein moderner Traktor mehrere Tonnen auf den Acker bringt, preislich auf 600 Euro bis 700 Euro pro PS kommt, GPS-unterstützt seinen Weg alleine findet hat auf der anderen Seite seinen Preis in Form verringerter Pflanzen-Vielfalt (die bräuchte kleinere Felder) und “Vereinsamung” der TraktorfahrerInnen.

Auf dem alten Bauern- und Gutshof lebte man noch weitgehend autark – bis hin zur Fahrzeug- und Textilienherstellung – dementsprechend weit sind heute die Lieferwege für Waren.

Mehr regionale, bei geeigneter Verwaltung auch kommunale Bauernhöfe könnten ein Zeichen setzen für regionale, auch unverpackte Produkte, könnten in eigener Herstellung Mehrweggläser etc. verwenden, “nebenbei” eine Rolle in der Erziehung (oder Therapie) spielen, einen vergessenen Ansatz, dass der Mensch Teil des natürlichen Kreislaufs ist, praktisch vermitteln.

“Wenig Fleisch” statt “vegan”: Sauce aus Kokosmilch und Fleischfond an Sojawürfeln… (Probieren kann man es ja mal)
 

Permakultur” ist nichts exotisches und nichts esoterisches, sondern effektiv. Folglich sollte sie auch überall regional etabliert werden – “potentielle Betreiber sind zu unterstützen”. Landschaftsgestaltung und Naturschutz gehören zusammen – das muss Konsequenzen haben.

Dabei muss nicht alles Handarbeit sein – leichte Pflückroboter, Pferdefuhrwerke, sogar Hybridformen von Landmaschinen sind denkbar, wie ein vom Kaltblütler gezogener Heuwender, dessen Greifer von einem herkömmlichen kleinen Motor bewegt werden.


Wer von “der Landwirtschaft” mehr Umweltschutz fordert, soll diese Forderung auch an anderer Stelle erheben: Lichtverschmutzung tötet – die Motte drängt es nun mal zum Licht. Hier geht es spätabends an einem öffentlichen Gebäude taghell zu und man kann nicht mal sagen, dass das ja keiner merkt.

 

Was “Jahreszeiten” noch bedeutet außer dem Wechsel von Winterreifen auf Sommerreifen, was “natürlicher Kreislauf” bedeutet, sollten Kinder praktisch, nicht theoretisch erfahren – “umsonst und draußen”, statt drinnen an der Spiele-Simulation.

In dem Wort “fleischarm” steckt nun einmal die Assoziation “Armut” fest wie der Stachel im Fleisch – sollten wir hier von “klima-freundlicher Paprika-Füllung” sprechen, und ist Paprika, die nicht auf heimatlicher Scholle gewachsen ist, in irgendeiner Form klimafreundlich?

 

Ist Gemüse, das zu mehr CO2-Ausstoss führt, als irgend nötig, heimatfreundlich? Warum ist deutscher Spargel rentabel, hier gewachsene Paprika aber offensichtlich nicht?

Das letzte Foto dieses Artikels: Gemüse und Obst, frisch bei der milchsauren Gärung (Fermentation).
Saure Bohnen, natürlich vor dem Einlegen gedämpft/gegart, scharfe Salzgurke und Salzzitrone (mit Dill und Chili).
 

 Laut NDR-Magazin “Visite” ist jeder Mensch einzigartig, bei Einem macht Müsli satt, bei dem Anderen wirkt es auf den Insulinspiegel wie Schwarzwälder Kirschtorte beim Ersten und macht gar nicht satt. Das verdanken wir wohl dem Biom, so eine Vermutung im Beitrag, die auch anderer Stelle geteilt wird.
Diese Anmerkung gehört hierher, weil die fermentierten Lebensmittel durchaus jenes Biom beeinflussen – aber die heutigen Vermarktungsstrukturen lassen sich nicht mit “lebenden Lebensmitteln” vereinbaren, die es nicht unbedingt vertragen, von Singen am Hohentwiel in den Rest der Republik vertrieben zu werden.

 

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Frische Kommentare

  • Madame Graphisme: In der Landwirtschaft wäre ein klimaangepasster Weg die Rückkehr zu den...
  • Primitivo Schokolade: ich würde ein Roten Primitivo Wein nehmen für Schokolade ;-)
  • Ernst: Dieser Brotaufstrich klingt auf den ersten Blick sehr lecker. Doch Leider fehlen für mich...
  • ClaudiaBerlin: Guter Rant! Vor allem die Idee, die Zielgruppe des Textes ganz klar zu...
  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...

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