Food-Fotographie als Anzeichen von Essstörungen?

Auf den Gedanken kann man eigentlich auch selbst kommen: Wenn jemand täglich fotographiert, was er isst, und seine Umwelt darauf per facebook aufmerksam machen will, ist das vielleicht auch ein Anzeichen einer Essstörung.

Für zwingend halte ich diesen Gedanken aber auch nicht.

Von Dr. Valerie Taylor, der Leiterin der Psychiatrischen Abteilung im Women’s College Hospital in Toronto, soll jedenfalls diese Äußerung stammen:

„Friends who seem to post a photo of every meal they eat on Instagram or Twitter may not just be annoying, they may have a problem.“  

Mag sein, muss aber nicht sein. Die “Huffington Post” hat  ja eine spezielle Food-Abteilung, und da wird nichts ausgelassen. Vor einem Jahr ein Bericht über “food porn” (wobei das angeblich eingebettete Video nicht exisiert), daselbst eine Bilderstrecke mit 12 x Lasagne-Rezepten (“auf die gesunde Art”), und jetzt der Bericht über Dr. Taylors Vortrag mit den reißerischen Überschriften:

Posting pictures of meals online? You may have health problems

Food has psychological role in people’s daily lives, which can lead to obesity

 

- ein Bericht der CBC, worüber hierzulande wiederum die Süddeutsche berichtet,

http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/571286/Ein-Facebook-voller-Essstoerungen

Wenn wir obsessiv dokumentieren, was wir essen, wenn wir nur noch oder jedes Essen fotografieren und posten, könne das auf eine Essstörung hindeuten, auf eine ungesunde Hauptbeschäftigung mit Essen, sagt Valerie Taylor. Die Psychiaterin beobachtet, dass manche Menschen Mühe haben, Essen nicht als Schlüsselelement in ihrem Leben anzusehen, weil sie nur noch interessiert, „was sie essen, wann sie gegessen haben, wann sie wieder essen werden“. Eine Studie, mit der sie diese These belegen könnte, gibt es nicht. Neben sozialen Medien verweist sie auch auf Tattoos mit Essensmotiven, etwa dem Satz „I love McDonald’s“, diese seien ein ähnliches Warnsignal.   

 

Nun, ich habe zwar kein Tatoo, möchte auch keines und möchte auch keines zeigen – Food-Fotos aber doch. Meiner Meinung nach beweisen solche Bilder, dass man nicht nur ein Rezept kopiert oder erfunden und gepostet hat, ohne es zu probieren.

 

Welchen theoretischen Hintergrund ich damit verfolge, ist unter anderem hier geschildert.

Es geht "lediglich” darum, Möglichkeiten für eine ökologisch und ökonomisch leistbare Ernährung, die auch noch Spaß macht, zu dokumentieren.

Wenn das auf eine Essstörung hindeutet, gibt es auch einige Seiten im Internet, die auf eine Strickstörung hindeuten. Und vieles Andere mehr…

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Frische Kommentare

  • Evelin: Danke für diesen wunderbaren Artikel. Den Fotos sieht man an, dass die Gerichte...
  • Claudia: In diesem Artikel ist nicht immer klar, ob du etwas kritisierst oder empfiehlst –...
  • Andy: Also ich verbinde ja meinen Biergarten Besuch immer mit einer Fahrradtour und suche mir...
  • Peter: Hallo Klaus-Peter, ich lese mich grade durch die neuen Teilnehmer bei Meike durch die...
  • Timo: Die nusshaltigen Tempeh sehen super aus. Da bekomme ich richtig Appetit.

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