Der Diät-Check Weight-Watchers Diät oder Abnehmen mit dem Ohr am Radioapparat

“Ein Mann, der etwas zu sagen hat, und keine Zuhörer findet, ist schlimm dran. Noch schlimmer sind Zuhörer dran, die keinen finden, der ihnen etwas zu sagen hat.”

Ein Radiosender, der Zuhörer belehren informieren will, sollte auf die Feinheiten achten.

Beim SWR heißt es unter der Überschrift “Diät-check: Die Weight-watchers-Diät”, Pizza, Currywurst oder ein Rieseneisbecher mit Sahne seien bei der “Weight Watchers-Diät”, bei der man Punkte zähle, erlaubt.

Je nach Gewicht und Geschlecht werden Punkte pro Tag verteilt: Eine Frau mit über 70 Kilo bekommt z.B. 20 Punkte. Pizza hat 17. Also hat man dann noch 3 Punkte für die restlichen Mahlzeiten übrig.

Von irgendeiner Distanz zu dem “Diät-Programm”, das doch keine Diät, sondern eine Ernährungsumstellung sein will, ist nichts zu spüren, nein, man vergibt auch noch einen wertvollen Link.

Der Testerin

hat das Abnehmen in der Gruppe gut getan. Sie empfand das Punktesystem als lebensnah und hatte gar nicht das Gefühl, eine Diät zu machen. Auch unser SWR1-Ernährungsexperte Dr. Friedhelm Mühleib findet die Weight Watchers-Diät grundsätzlich gut … Der Gruppendruck kann aber auch zum Problem werden: Fällt er nach der Weight Watchers-Diät weg, nimmt man möglicherweise schnell wieder zu.

So etwas kann auch daher kommen, dass man beim Punktezählen nicht viel lernt, außer einem System, auf das man dann angewiesen bleibt. Zu den Risiken und Nebenwirkungen, die stets verharmlost werden, gehört beim Jo-Jo-Effekt, dass man nach der Diät mehr wiegt als zuvor. Da hätte die “Testerin” noch ein wenig länger testen müssen.
Das erste Zitat von Berthold Brecht, der Radio zu wenig interaktiv fand, entstammt seiner “Radiotheorie“.

Leider gibt es keine engagierten Schriftsteller mehr. Brecht wäre zu “18 Sattmacher” und “lebensnah” sicher etwas prägnantes eingefallen.

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4 Kommentare zu “Der Diät-Check Weight-Watchers Diät oder Abnehmen mit dem Ohr am Radioapparat”

  1. [...] Frei nach dem alten Swinger-Club-Motto “Alles kann, nichts muss” scheint es wohl auch bei der Weight Watchers Diät zuzugehen. Bei Fressnet bin ich auf einen interessanten, und wie so oft, sehr bissigen Artikel gestossen, der den SWR-Diät-Check aufs Korn nimmt. Pizza, Currywurst oder ein Rieseneisbecher mit Sahne – das geht bei der Weight Watchers-Diät. [...]

  2. [...] Was Pollmer im Deutschlandradio gesagt hatte, wollte ich mir aufheben und zunächst mal schauen, was es bei der Deutschen Welle gibt – die Radiokultur hat ja gerade eine Renaissance. Ich gestehe, der Überschrift “Frauen können auch mit harten Worten schlagen” nachgegangen zu sein, wodurch ich die (einseitige) Bekanntschaft von Lady Bitch Ray und YELLE machte, Rapperinnen, von denen mich die Generationenschranke trennt, die nicht nur trällern “Neue Männer braucht das Land“; dem Kommentar “d’habitude j’écoute pas ce genre de musique mais je reconnais qu’elle a un style marrant” (Frei übersetzt: “Normalerweise höre ich solche Musik ja nicht, aber sie hat was!) [...]


  3. Ich selbst nehme ohne Gruppenbesuche nach dem WW-Prinzip ab, meine Frau hat sich für die Gruppe entschieden. Was gerne übersehen wird, ist dass die Menschen, die zu den WW gehen, über die Jahre das Gefühl für Lebensmittel und ihre Auswirkungen verloren haben – und für die ist das Punktesystem eine Orientierung, quasi eine Krücke um wieder ein Gefühl zu bekommen. Mit der Zeit tritt das persönliche Gefühl in den Vordergrund, und die Punkte in den Hintergrund.

    Ich mache das inzwischen über ein Jahr (-35 kg), und inzwischen muss ich eben nicht mehr genau Punkte zählen, dafür habe ich wieder eine Gefühl dafür, was geht und was nicht.

    Und auch die Aussage mit dem JoJo-Effekt ist aus meiner Sicht unzutreffend. WW ist keine Diät sondern eine Ernährungsumstellung – so zumindest empfinde ich es. Die Prinzipien, die ich mir jetzt angewöhnt habe, werden auch nach Erreichen meines Wunschgewichts weiter bestehen bleiben. Insofern wird es kein Jojo geben, davon bin ich überzeugt.

  4. Hi, Tom,

    herzlichen Glückwunsch zu der Abnahme – das ist wohl so ziemlich das Maximum an Geschwindigkeit, das erreichbar ist und sicher mit einigen Höhen und Tiefen verbunden. Warum hast Du neulich, als ich nach positiven Abnahmeerfolgen gefragt habe, keinen Kommentar geschrieben?

    Ich habe mich mit dem Thema ja auch auseinandergesetzt:

    Wenn wir mal in die Vergangenheit zurückschauen, dann haben die allgemeinen Diätempfehlungen sich zum Glück doch verändert.

    Nachdem wir auch die Low-fat – low-carb Diskussion hinter uns haben und die DGE ihre Ernährungspyramide umgebaut hat, ist ein Schwerpunkt bei der Eigenverantwortung und der intelligenten Auswahl bei der Ernährung, und der Ernährungsumstellung. Eine bestimmte Diät wird guten Gewissens kaum noch empfohlen, und auch, dass der dumme, alte Spruch “FDH” vom Tisch ist, erspart viel Leid, das entsteht, wenn man das Motto umsetzt.

    Bleibt der Hinweis, eine Ernährungsumstellung zu wagen. Was gehört dazu?

    Wir könnten hier eine lange Liste zusammentragen, aber: Natürlich gibt es auch Widerstände gegen eine Ernährungsumstellung. Ich bekomme manchmal zu hören, in Vollkornmehl fänden sich noch Getreidespelzen und es sei ungenießbar. Fett sei ein Geschmacksträger und unverzichtbar.

    Bei dem, was Du schreibst, fiel mir auf, dass ich bei den Rezepten selten Mengenangaben habe. Auch die Portionsgröße ist nicht vorgeschrieben bzw. vorgegeben.

    Dadurch hat es tatsächlich eine Weile gedauert, die Menge einzuschätzen, und ich habe mich nebenbei noch mit diesen Dingen wie Hunger und Sättigung auseinandergesetzt. Nun, den Gedanken: “Der Teller bestimmt die Portionsgröße” habe ich indirekt Dir zu verdanken. Das soll aber erst mal nur eine Arbeitshypothese sein; ganz verkehrt ist er vielleicht nicht, vorausgesetzt, die Zubereitung erfüllt bestimmte Kriterien.

    Auch hat die Ernährungsumstellung viele Aspekte, je nach dem, wie man es betrachtet, taucht das Thema in vielen Unterthemen auf.

    Es gibt förderliche und hinderliche Faktoren bei der Diät (hier Diät im umfassenden Sinne verstanden), die wir nicht immer beeinflussen können, oder wir wissen nicht, was wir tun sollen.

    Der Gemütszustand hängt von inneren und äußeren Faktoren ab, nicht immer reicht eine Portion Pellkartoffeln zum Abendessen. Der Sieben-Wochen-Ernährungsplan war ein Versuch, Essbares, das nicht dick macht, zusammenzustellen. Ausdrücklich zu betonen: Keine Vorschrift, sondern als Anregung gedacht. Diese Liste ist nach der Formel “Pi mal Daumen” entstanden, also ohne Kalorienzählerei, und neuere Rezepte finden sich im Blog. Ich könnte mir vorstellen, dass etwas davon auch für Euch passen könnte; es wird schon genug Punkte haben ;-)

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