Rauchen: Faszination, Angst und kalter Krieg

Che Guevarra - idealistischer Optimist?

“Laster und Goldgrube” heißt es bei der Frankfurter Rundschau, sei das Rauchen.

Eine Fotostrecke soll diese Aussage illustrieren, und fängt auch ganz harmlos an, mit einem Tabakblatt.

Gegen Ende allerdings kommen die in den USA geplanten “abschreckenden Bilder”, gegen die die Zigarettenindustrie klagen will – warum auch immer.

Vielleicht, weil Schockierendes den Absatz gefährden könnte.

Ich persönlich fand diese Bilder einfach inhuman:
Denn letztlich ist Nikotin ein Narkotikum und eine Droge, an die die Konsumenten (was die Zigaretten betrifft) mit viel Werbung und Überredung herangeführt worden sind. Den Zusammenhang zwischen Nikotin-Wirkung, Betäubung, Narkose und Narzissmus wussten Werbe- und Zigarettenindustrie wohl zu nutzen.

Und, seien wir mal ehrlich: Der nette, optimistische, jugendliche Idealist auf dem Foto hätte in Wahrheit allen Grund gehabt, vor Angst mit den Knien zu schlottern, ein paar Wochen nach der Entstehung des Fotos war er schon irgendwo, ermordet, verscharrt. Zur Fassade von Souveränität hat die Zigarre gehört, wie auch Churchill, Sigmund Freud und Helmut Schmidt “ohne” einfach nicht denkbar wären. 

Anders gesagt: Ohne Grund hat sich niemand an den beißenden Qualm, der gerade als kalter Rauch selbst den Rauchern stinkt, gewöhnt. Und wenn soziale Angst zu den Gründen, anzufangen, gehört haben sollte, ist es nicht gerade human, den mehr oder weniger Abhängigen Angst zu machen, um sie von ihrer Angst zu heilen.

Eine Goldgrube ist der Tabakkonsum mittlerweile vor allem für den Staat, und für Raucher mit geringem Einkommen ergibt sich aus der immens hohen Tabaksteuer, die keineswegs für Prävention investiert wird, nur der Eindruck, der “kleine Mann” sei “denen da oben” bestenfalls leicht egal.
Demokratisches Engagement findet in diesem Eindruck kaum den idealen Nährboden.

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Ein Kommentar zu “Rauchen: Faszination, Angst und kalter Krieg”

  1. Interessante Sichtweise! So hab ich das noch nie betrachtet.
    Aber eine Entwicklung, die ich tatsächlich zunehmend beobeachte ist die, dass die wenigsten Raucher “glücklich” mit ihrer Sucht sind. Der Gedanke aufzuhören lebt in den meisten, insofern bräuchte es wirklich keine Werbung, die dieses sugesstiert. Der Impuls und die Disziplin müssen ja schließlich von innen kommen, alles andere führt zu noch mehr Stress.

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