Oer-Erkenschwick nimmt ab…

Knapp 100 übergewichtige Einwohner von Oer-Erkenschwick sind bisher in einem Programm, das sie mit Hilfe der Telemedizin von ihrem Übergewicht erlösen soll, berichtet “der Westen”, und jetzt geht es los.

Mit Ernährungsplan, Rückmeldungen seitens der Abnehmenden, Beratung am Telefon. Und zusätzlich:

Flankiert wird das kollektive Abnehmen durch zusätzliche Angebote. Eine Ökotrophologin begleitet und berät Teilnehmer beim Einkauf. Der Sportverein TuS 09 Erkenschwick macht maßgeschneiderte Sport- und Bewegungsangebote wie Pilates, Rückenschule und Gymnastik.

Ganz ohne Konflikte geht es natürlich auch nicht:

Für die Stadt ist die Aktion auch ein Werben als Standort Gesundheitswirtschaft. Für rund zehn Millionen Euro ist auf der Zechenbrache in der Innenstadt der Bau eines Adipositas-Zentrums mit 60 Betten geplant.

Was in dem Adipositas-Zentrum wohl geschehen soll?

Einen Investor gibt es mit dem finnischen Unternehmen Nutrinet bereits. Was fehlt, sind Zusagen der Krankenkassen. Da könnte sich die Telemedizin, die im Gesundheitszentrum ebenfalls tätig werden will, als preisgünstige Behandlungsalternative her­ausstellen.

Die Zusagen der Krankenkassen – für Magenoperationen am Fließband?

Fraglich, ob so etwas wirklich in die Gesundheitswirtschaft gehört. Oder ob dem Übergewicht nicht schon vor seiner eigentlichen Entstehung durch eine engmaschige “Überwachung” vorgebeugt werden sollte – als ob die Hausärzte nicht in der Lage wären, das Gewicht ihrer Patienten langfristig zu protokollieren, und rechtzeitig eine Therapie einzuleiten.

Noch eine Frage stellt sich mir bei einer Meldung wie dieser: Wann gibt es einmal ein “Großprojekt”, das öffentlichkeitswirksam den “therapeutischen Nutzen” von Selbsthilfe bei Übergewicht herausstellt?

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