Organisierter Mundraub – bitte nicht für Alle!

Also das Überschriften-Texten klappt doch schon ganz gut.
Was sonst soll einem auch zu mundraub.org einfallen?

Über die Seite ist schon mehrfach berichtet worden; ein Interview mit dem Macher, Kai Gildhor, aktuell bei SWR2.

Die Seite mit den zum Ernten freigegebenen Bäumen läuft bereits jetzt recht langsam – wenn noch mehr Einträge hinzukommen, wird es ganz schwierig – im Winter ist es dann bestimmt ruhiger ;-)

Uneingeschränkt begrüßt wird die Idee natürlich nicht, und die Bedenken sind auch ernst zu nehmen:

Oft werden Früchte “ohne Rücksicht auf Verluste” und viel zu früh von Bäumen und Büschen gerissen. Ich spreche aus Erfahrung: In der Notkestraße waren es früher die Kinder, die im Herbst die Nüsse aufgesammelt haben. Heute fahren Kleintransporter durch die Straße, auf dem Dach(!) stehen Erwachsene und reißen und zerren und schlagen mit langen Bambusstöcken viel zu früh an den Ästen. Den Bäumen sieht man mittlerweile die “unkonventionelle Pflückmethoden” auch schon an. (aus dem Mundraub-blog)

Natürlich finde ich es auch enorm schade, wenn Bäume nicht abgeerntet werden. Hier im Ort gibt es Grundstücke mit Kirschbäumen, deren Besitzer das Obst bloß vergammeln lassen – der Gehsteig ist dann mit Kirschen und Kirschkernen übersät, und was auf die Wiese fällt, wird vom Rasenmäher zermatscht.

Aber andererseits: Der Druck auf die “freie Natur” nimmt auch ständig zu; wenn “die Städter” zum Pilze-Sammeln auf Land fahren, kann man sich vorstellen, was passiert, wenn es Seiten gibt, auf denen Pilz-Fundstellen verzeichnet werden.

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2 Kommentare zu “Organisierter Mundraub – bitte nicht für Alle!”

  1. Die Idee an sich finde ich sehr schön, mir tut es in der Seele weh, wenn irgendwo am Baum schöne Früchte verrotten. Auf der anderen Seite kann ich die Gemeinden bzw. Privatleute verstehen, wenn sie nicht wollen, dass die Bäume “geplündert” werden von menschlichen Heuschrecken-Invasionen. Stichwort Nachhaltigkeit, den Baum fürs nächste Jahr bewahren, was heisst das schon für den kurzfristigen Profit, den ich jetzt habe?
    Meine (erlaubten) Baumquellen gebe ich nur den Leuten preis, denen ich vertraue, und in Lübeck gibts einige;-))
    In Dresden fand ich – mitten in der Stadt – einen schönen Mirabellenbaum durch Zufall. Ein Mann, der dort ebenfalls Mirabellen sammelte, riet uns, die vom Boden zu nehmen, die seien nämlich reif, der Rest noch nicht. Wenn man genau schaue, könne man die mit Wurm etc. aussortieren. Recht hatte er – und ich hatte noch nie so köstliche Mirabellen gegessen….

  2. [...] Organisierter Mundraub – bitte nicht für Alle! [...]

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Frische Kommentare

  • Evelin: Danke für diesen wunderbaren Artikel. Den Fotos sieht man an, dass die Gerichte...
  • Claudia: In diesem Artikel ist nicht immer klar, ob du etwas kritisierst oder empfiehlst –...
  • Andy: Also ich verbinde ja meinen Biergarten Besuch immer mit einer Fahrradtour und suche mir...
  • Peter: Hallo Klaus-Peter, ich lese mich grade durch die neuen Teilnehmer bei Meike durch die...
  • Timo: Die nusshaltigen Tempeh sehen super aus. Da bekomme ich richtig Appetit.

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