88-58-83/173 Topmodel Jana

Jana – Na ja, ein leicht zu merkender Name-

soll ja traumhaft schön sein und über Traummaße verfügen. “4,02 Millionen Fans wollten das Spektakel sehen, das entsprach einem Marktanteil von 14,6 Prozent beim Gesamtpublikum.” (Quelle)

“Spektakel” ist gut. “Zirkus” passt auch – mit Pausenclowns und vielen Werbeunterbrechungen. Ob die Zuschauer echte oder gelangweilte Fans waren, oder aus Langeweile zugeschaut haben?

„Unsere Jana wird ihren Weg machen auf den Laufstegen dieser Welt.“ (Quelle)

Meinetwegen – wer sollte auch schon etwas dagegen haben?

Idealmaße, Gardemaße, Modelmaße: Überall wird gemessen, gewogen, ab- und eingeschätzt. Dabei bleibt die Wertschätzung für den Menschen als solchen zwar auf der Strecke, aber so lange noch Millionen bereit sind, ihre wertvolle Zeit für dieses Spektakel zu opfern, wird sich nicht viel ändern.

Wie fühlt Frau sich, wenn ihr vorgeführt wird, wie die “Idealfrau” auszusehen hat?

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2 Kommentare zu “88-58-83/173 Topmodel Jana”

  1. Am Ende ist es ein Geschäft diese Shows. Einerseits die Macher solcher Sendungen haben ein Interesse daran, die Damen, die darin auftreten haben ein persönliches Interesse entdeckt zu werden, die Werbung hat ein Interesse an solchen Sendungen und in den kapitalistischen Wertekontext reiht sich solch eine “Haben-Show” genauso ein. Das gaffende Publikum zwischen ungesunden Träumen, verfehlten Zielsetzungen und Werten oder einem Sinn für Laufsteg-Schönheit, macht eben mit, weil es noch nie etwas besseres kannte. Wenn schon das begaffen von hippen Adeligen und Monarchen vielen Menschen eine Projektionsfläche für möchtegerne Eitelkeiten und Träumereien bietet, wieviel mehr eine Sendung, die Menschen (angeblich) von ganz unten nach ganz oben katapultieren könnten?

    Solche Sendungen sind letztlich Cash-Kunst. Das einzige wozu es im Kapitalismus am Ende noch reicht, während alles was Mensch-Sein bedeutet immer mehr in geldwerten Kontext umgesetzt wird. Im Falle der angesprochenen Sendung ist es eben Schönheit und eine Form des Aschenputtel Märchens, das verkauft wird.

    MFG

  2. Dass die Kulturindustrie neue Auswüchse hervorbringt, ist nicht zu bestreiten.

    Schönheit und Märchen (auch Dornröschen) deutet darauf hin, dass es sich um ein Ur-Thema handelt, das innerpsychisch immer wieder abläuft. Im Mythos auch bei Narziss, bei Aphrodite, Hera, Athene bzw. Juno, Minerva und Venus. Vgl. “Wer ist die Schönste?”

    in BR Mythen mit Koehlmeier 

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Frische Kommentare

  • Primitivo Schokolade: ich würde ein Roten Primitivo Wein nehmen für Schokolade ;-)
  • Ernst: Dieser Brotaufstrich klingt auf den ersten Blick sehr lecker. Doch Leider fehlen für mich...
  • ClaudiaBerlin: Guter Rant! Vor allem die Idee, die Zielgruppe des Textes ganz klar zu...
  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...

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