Gute Vorsätze und die Diätwende

Ziemlich unverbraucht sind die guten Vorsätze, von denen jetzt zum Jahreswechsel wieder viel zu hören und zu lesen ist: Abnehmen, Nichtraucher werden, sparen – alles ein alter Hut, der meist nach kurzer Zeit wieder eingemottet wird, um ihn nach einem schnell vergangenen Jahr unverbraucht wieder auspacken zu können.

“Doktorabeiten selbst schreiben” und “Atomkraft abschalten” hingegen zählt zu den Lehren aus 2011, vielleicht klappt ja wenigstens das, gerne auch mit Vorsatz. Das hätte wenigstens mit Lernen aus Erfahrung zu tun, und ist wohl einfacher als “gute Vorsätze wahrmachen”. Bei der eigenen, selbst geschriebenen  Doktorarbeit genügt ja schon einfaches Talent: Talent ist, wenn jemand ein Ziel trifft, das andere zwar sehen, aber verfehlen. Genie wäre, wenn einer ein Ziel trifft, das vom Talent nicht einmal gesehen wird.

So gesehen, ist die Diätwende, die Brigitte einleiten will, zwischen Genie und Wahnsinn anzusiedeln, soll aber mit den Methoden des gemeinen Talents erreicht werden: Laut Stundenformel liegen drei Mahlzeiten je vier oder zehn Stunden auseinander, hinter “… dem "Fatburn-Kick" verbirgt sich die Erkenntnis, dass eiweißreiche Nahrung das Abnehmen begünstigt”, Kohlenhydratreduktion soll als Kalorienbremse dienen – aber wehe, es gibt frisch gebackenes Brot ;-)

Es gab Zeiten, in denen die Briefwaage eine zentrale Rolle in der "Diät" spielte, es wurde gewogen, gemessen, gezählt, Kalorien wurden addiert, mit dem Ergebnis, dass das überkontrollierte Essen das Denken beherrschte, vor lauter Vorschriften kein Freiraum mehr blieb und die Sehnsucht nach dem "Verbotenen" sich nur aufschaukelte, immer wieder die aufgesetzten Regeln durchbrach.

Auch die Formel abnehmen = –X/PD führt zur Diätenwende, vielleicht gemeinsam mit der Energiewende. Wir leben in Wendezeiten und wissen auch einen leeren Magen zu schätzen: “Im Übrigen zeigen neueste Erkenntnisse, dass, wer nicht ständig einen vollen Bauch hat, auch wieder mehr Lust auf Bewegung bekommt. Und Sport unterstützt eine Diät natürlich zusätzlich." (Quelle)

Weniger Stress haben zählt bei den modernen Vorsätzen fürs kommende Jahr zu den Favoriten.

Wer ernsthaft etwas für sich tun wolle, brauche Eigenmotivation und geeignete Techniken. … "Dass man alles sofort 1:1 umsetzen kann, ist unrealistisch", weiß Hadasch, Wichtig seien kleine Veränderungen, die aber dauerhaft sein sollten.
Das gilt auch für den Umgang mit Stress. …  "Wichtig ist es, die eigenen Stressoren zu erkennen", sagt Hadasch. Beispiele dafür seien Überlastung oder Überforderung im Beruf, aber auch soziale Konflikte. Eine konkrete Gegenmaßnahme sei das Erlernen von Entspannungstechniken – (Quelle)

Eigenwert, Eigenmotivation, Eigenlob: Bei so vielen Eigenheiten bleibt mir eigentlich nur noch, den LeserInnen aufrichtig Alles Gute fürs neue Jahr zu wünschen. Schaufelt Ressourcen frei, lernt mit Misserfolgen zu leben, findet einen neuen Rhythmus.

Seid vorsichtig mit Euren Visionen, reinigt sie von Ambivalenzen, bleibt ehrlich, und übertreibt nicht, bleibt oder werdet realistisch. Seid konkret, und fangt sofort an. Formuliert Euer Ziel und erlaubt Euch ruhig einmal, stressfrei zielstrebig zu sein.

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2 Kommentare zu “Gute Vorsätze und die Diätwende”

  1. Grüzi,
    das Thema ist ein großes und man wird es in Zukunft eher weniger als mehr in den Griff. Übergewicht wird “zunehmen”, denn der Alltag ist nicht mehr auf Gesundheit ausgerichtet. Wir versuchen in unserer Gruppe so viel, um Menschen in Bewegung zu bringen und Ihnen beim Abnehmen zu helfen, aber ganz ehrlich, der Mensch hat es verlernt gesund zu leben und zwar so verlernt, dass man es ihm nur noch selten wieder beibringen kann.
    Schön, dass es Seiten wie diese zum Thema gibt, wo man dann auch mal die nötigen Informationen erhält. Gruss Stefan

  2. Anderen das Xund leben beibringen wär nun eine Herkulesaufgabe – aber Erwachsenenpädagogik ist eine Wissenschaft für sich.

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