Medizinprodukte, Operationsverfahren, diagnostische Tests und Psychotherapie künftig auf dem Prüfstand?

Der künftige Präsident des IQWIG, Jürgen Windeler, in einem Interview mit der aerztezeitung:


Ich werde mich bemühen, darauf hinzuweisen, dass Arzneimittel nur ein Problembereich unter vielen im Gesundheitswesen sind.

Ärzte Zeitung: Wo sehen Sie konkret Handlungsbedarf?

Windeler: Von allen Leistungen, die im Gesundheitswesen erbracht werden, gibt es nur für Arzneimittel ein sorgfältiges, auf die Wirksamkeit und die Überprüfung der Sicherheit orientiertes Zulassungsverfahren und für die Themen, die im Gemeinsamen Bundesausschuss bearbeitet werden.
Für Medizinprodukte gibt es das Medizinproduktegesetz mit Sicherheitsüberprüfungen, aber die Wirksamkeit von Medizinprodukten wird vor einer Markteinführung nicht systematisch überprüft. Wenn Sie ein neues Operationsverfahren in Ihrer Klinik etablieren wollen, fragt keiner nach. Bei diagnostischen Tests auch nicht. Das passiert erst, wenn der Kosten- oder Problemdruck so groß ist, dass sich der Gemeinsame Bundesausschuss damit befassen muss. Das Gleiche gilt noch für weitere Bereiche wie die Psychotherapie.

Alle diese Felder unterliegen nicht den gleichen Nutzen- und Sicherheitsanforderungen wie Arzneimittel. Das IQWiG sollte sich um die Identifizierung dieser Problembereiche kümmern.

Vielleicht hätte man Herrn Windeler noch fragen sollen, was genau er mit dem Begriff “Identifizierung” meint. Das Wort ist ja eigentlich doppeldeutig, und, mit wem man sich identifiziert, sagt schon viel über den Charakter aus ;-)

Was die Themenbereiche abnehmen und Diät betrifft, hat das IQWIG jedenfalls den Stein der Weisen noch lange nicht gefunden – und wird ihn auch nicht finden, weil lediglich bestehende/bekannte Behandlungsoptionen untersucht werden, und keine neuen gefördert und erforscht.

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