Selbsthilfe bei Essstörungen – mit erfahrender Leitung

Ess-Störungen – Arbeit mit Selbsthilfegruppen

Der Text von Sylvia Baeck kann bei der BZGA bestellt oder gedownloadet werden.

Das Konzept ist in der gebotenen Kürze hier nicht darstellbar, zumal die üblichen sprachlichen Konventionen über den Haufen geworfen worden sind. Für Männer, die den Text lesen, eine recht neuartige Erfahrung:

Da der überwiegende Teil der Betroffenen und der Anleitenden Frauen sind, hat sich die Autorin in der Regel für die weibliche Schreibweise entschieden. Dies soll lediglich der Lesbarkeit des Praxishandbuches dienen. Selbstverständlich gilt dieser Text ebenso für Gruppenmoderatoren und männliche Teilnehmer von Selbsthilfegruppen.

Die Lesbarkeit eines Textes sollte doch auch anders zu erreichen sein.

Für die Leitung der Selbsthilfegruppen sind erfahrende, geschulte Leiterinnen vorgesehen, die das Problem “Essstörung” nicht haben oder überwunden haben sollten. Unklar bleibt vor allem, wie die empfohlene Doppelbesetzung der Leitung hergestellt werden soll – mag sein, das ist im Rahmen einer etablierten Institution machbar, offen bleibt, wie Neugründungen organisiert werden können, und wie der demnächst große Bedarf an geschulten Leiterinnen abgedeckt werden soll.

Etwas stiefmütterlich wird auch – so ein vorläufiger Eindruck – die besondere Problematik der Selbsthilfe bei Übergewicht behandelt.

Irritierend ist dann, dass die Sprachregelung mal so, mal so gehandhabt wird…

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Konflikte können partnerschaftlich gelöst werden. Indem ich von meinen Gefühlen spreche, die der andere mit seinem Verhalten bei mir auslöste, verhindere ich Beschuldigungen und appelliere an den anderen, gemeinsam eine Veränderung zu finden.

Durchaus empathisch werden aber mögliche Konflikte angesprochen:

8.3
»Ich habe das Gefühl, ich komme immer zu kurz mit meinen Problemen.«
Die ModeratorIn kann z.B. hilfreich eingreifen, indem sie nach der Aussage: »Ich komme immer zu kurz« den Wunsch erspürt und beispielhaft verbalisiert: »Du wünschst dir mehr Raum?« (Umformulierung des indirekten Vorwurfs an die Gruppe in einen Wunsch), »Wer von euch kennt dieses Gefühl auch?« (Solidarität herstellen) und »Wie kann die Gruppe hilfreich sein?« (Appell an die Unterstützung und Kreativität der Gruppe).
Für die Lösungsfindung bietet sich ein Brainstorming an. Jede ist gefragt, ihren Vorschlag einzubringen. Lösungen gibt es in vielen Fällen, jedoch nicht in jedem.

Andererseits: Das »Du wünschst dir mehr Raum?« kann auch kontraproduktiv sein, wenn hinter dem Wunsch nach “Raum” ganz andere Bedürfnisse sich verbergen.
Und manchmal ist das Gefühl, immer zu kurz zu kommen, auch nur der Ausdruck übergroßer Bedürfnisse und der mangelnden Fähigkeit zur Dankbarkeit. 

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