Schlampige Journalisten, schlampiger Journalismus – und immer werden die Dicken schlecht gemacht

Am Beispiel “Donna Simpson” kann man es ganz leicht zeigen, wie wenig recherchiert wird, wie sehr irgendeine Phantasie als Wahrheit verkauft wird:

Angeblich betreibt die Frau, die angeblich die dickste Frau der Welt werden will, ein Homepage für zahlende Essens-Voyeure, wie auch hier berichtet wird:

Um das Geld – rund 5000 monatlich – das sie verfuttert, zu beschaffen, betreibt Donna Simpson eine Website, auf der man sie gegen Bezahlung beim Fast-Food-Essen beobachten kann. Frau Simpson: «Ich mache andere damit glücklich. Und schade keinem.» Ausser sich selber, aber das scheint die runde Amerikanerin nicht zu kümmern.

Nach dem Motto: “Was kümmert mich mein Geschreibsel von Gestern” werden solche Falschmeldungen auch unkorrigiert stehen bleiben. Interessant ist auch der Betrag, den Frau Simpson fürs Essen ausgibt: “5.000”. Dollar, Pfund, EURO oder Rubel – das ist ja auch egal…

Dabei findet sich inzwischen unter  “Donna Simpson Website” ein Artikel des pfiffigen und menschenfreundliche freakoholic, der mit freundlicher Unschuldsmiene erklärt:

I found a lot of web site trying to attack the visitors with hidden virus. Instead of sitting behind my computer without doing anything, now I am trying to take over the first position of the result. Just remember, I just try it, I can’t guarantee that I can make my site in the first position. You may wonder why I should do this useless thing, but as a human being, I just need to help anybody else to avoid the attack. That’s the main reason to publish this article.

Dass der freundliche Blogger etliche Artikel mit “SEO” getaggt hat, ist aber wahrscheinlich die bessere Erklärung für den Artikel ;-)

Der ganze “Wind um nichts” ist also bloß ein Medienrummel – sinnlose Beschäftigung mit Nichtigkeiten und Läpperein, oder noch deutlicher: Blödsinn.

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2 Kommentare zu “Schlampige Journalisten, schlampiger Journalismus – und immer werden die Dicken schlecht gemacht”

  1. You-Tube Video mit/über Donna Simpson

    Die Seite, auf der sie sich präsentiert: 

    Treasure Bombshell/Donna Simpson

  2. Danke!
    Dann hätten wir das jetzt auch komplett ;-)

    In dem Viedeo ist ja auch vermutet worden, dass
    das Phänomen etwas mit Fetischismus zu tun
    haben mag; ich denke da auch an die “Venus
    von Willemdorf
    “;
    ein neuzeitliches Phänomen ist diese Bewunderung
    für den fetten Körper also nicht.
    Die Seite mit den “Fetten Models” kann übrigens
    keine grosse Bedeutung haben; sie ist nicht aktuell;
    bei einem 1988 geborenen Model wird als Alter “19
    Jahre” angegeben.
    Es gibt also ein paar fette Mädels, die auf eine
    perverse Art Stolz darauf sind, so zu sein, wie sie
    sind; wobei das eher ein Abwehrmechanismus sein
    dürfte, und im Kern geht es ihnen wohl sauschlecht.

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Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

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