Über den männlichen Umgang mit Gefühlen

Man kann auch fragen: “Neue Männer – muss das sein?”. In der Heinrich-Heine-Universität findet am 19./20. Februar 2010 ein internationaler wissenschaftlicher Männerkongress statt. (…) Ausrichter sind die Heinrich-Heine-Universität und die Akademie für Psychoanalyse und Psychosomatik Düsseldorf.

Die IDW-Meldung war jedenfalls mit “Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Pädagogik / Bildung, Psychologie” getaggt; über die Vorträge informiert die HP zum Männerkongress.

Das Rollenverständnis der Männer sollte im Wandel begriffen sein, was auf vielfältige Weise in den Vorträgen angerissen wird.

Ein etwas längeres Zitat, das auch in die Rubrik “Computerspiele” gehören könnte (aus: Klaus Hurrelmann: Leistungs- und Kompetenzdefizite von jungen Männern Warum wir dringend eine stärkere Jungenförderung benötigen)  muss hier jetzt sein:

Die Jungen haben … das eindeutig trägere und weniger anregende Freizeitverhalten, und die Lern- und Bildungseffekte fallen bei ihnen deshalb ungünstiger aus. Sie trainieren ihren Sehsinn und ihren Hörsinn durch die Nutzung von elektronischen Medien sehr stark, vernachlässigen aber alle anderen Sinnesbereiche extrem. Die Bildungsforschung hat schon seit Jahrzehnten darauf hingewiesen, dass sich hieraus gravierende Konsequenzen für die Leistungsfähigkeit ergeben. Die moderne Hirnforschung hat diese Ergebnisse in jüngster Zeit eindrücklich unterstrichen: Wenn nur einige Sinnesbereiche angeregt werden, kommt es nicht zu der notwendigen Verschaltung von Sinneszentren im Gehirn, wodurch die gesamte persönliche, soziale, emotionale und eben auch intellektuelle Entwicklung von Kindern leidet. Auch in dieser Hinsicht also ist die Bilanz der Jungen schon in den frühen Altersphasen ungünstiger als die der Mädchen.

Das sind also Entwicklungen in der kommenden Generation, die dringend  zu berücksichtigen sind. Positiv aber, dass die sozialen Kompetenzen wenigstens bei den jungen Frauen erhalten bleiben, dadurch könnten sie sich ja ein wenig mehr um die sozial inkompetenten, im Rollenklischee verhafteten Männer kümmern ;-)

Mit anderen Problemen haben die “etwas älteren Männer” zu kämpfen:

Die drei K des Mannes sind, spöttisch gesprochen, Konkurrenz, Karriere und Kollaps. Ein Scheitern im Beruf ist für einen Mann auch ein Scheitern im Leben, weil es wenige Ausweichfelder für die Selbstbetätigung und die Selbstbestätigung gibt. Die tradierte Männerrolle wird ihnen zum Verhängnis. Erst wenn sie sich vom Familienleben, vom häuslichen Kontext und von der Kindererziehung nicht ausschließen und sich der breit gefächerten Anforderung von Berufs- und Privatbereich, Haushalt und Kinderhaben stellen, können sie ihre Gesundheitsbilanz verbessern.

Insofern und ansonsten bleibt vielleicht nur, die “Gestaltung der Geschlechtsrolle „Mann“ in die Regie jedes einzelnen Angehörigen des männlichen Geschlechtes zu geben” – wie auch immer. Es soll auch noch Frauen geben, die die Küche als “ihr Reich” begreifen…

Und sicherlich wird es keine “Männerbewegung” geben, aber auf “neue Männer” müssen Frauen auch nicht warten – die gibt es schon, vielleicht mehr, als “neue Frauen” ;-)

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