Bundespräsident Köhler empfiehlt neuem Lebensstil-Entwurf

Es hat etwas von “Wasser auf die Mühlen”, wenn jetzt der Bundespräsident den gesellschaftlich vorherrschenden, konsumorientierten Lebensstil kritisiert, wenn auch die Kritik erst wegen des Klimawandels und des Umgangs mit den natürlichen Ressourcen und nicht wegen des Lebensstils als solchem erfolgt.


Bundespräsident Horst Köhler hat die Deutschen angesichts des Klimawandels zu einem grundlegend anderen Lebensstil aufgerufen. "Es ist Zeit, darüber nachzudenken, ob ein schlichtes "Immer mehr"-Denken die Zukunft gewinnen kann", sagte Köhler in Berlin anlässlich der Verleihung des Deutschen Umweltpreises. Köhler sagte, er sei sich zwar bewusst, dass ein Aufruf zu Verzicht an die Menschen oft als wenig überzeugend gelte. Doch solle der Hinweis ernst genommen werden, "dass unser heutiger Lebensstil jede Menge Verzicht von uns fordert".

Er bezog sich dabei auf altbekannte Entwicklungen wie die, dass Innenstädte veröden, während die Einkäufe in Einkaufszentren auf der ehemals “grünen Wiese” erfolgen, den Verlust an Wohn- und Lebensqualität durch Verkehrslärm, den Verzicht auf die Straße als Ort des täglichen Lebens und den Zeitverlust durch die beim Pendeln zur Arbeit vergeudete Zeit.

"Ein großer Teil unseres Alltags besteht aus Verzicht, wir haben es nur noch nicht begriffen."

Aber auch auf die beginnende Gegenbewegung, die Anfänge eines Umdenkens hat der Bundespräsident hingewiesen:

“… notwendig sei, dass ein nachhaltiger Lebensstil zum "Kult" werde. Der Wandel sei schon im Gang. "Es ist ‘cool’, mit dem Fahrrad durch die Stadt zu fahren, statt mit dem Geländewagen", sagte Köhler. Das Energiesparhaus werde zum "Statussymbol". Viele Menschen in Deutschland engagierten sich in Schulen, Kindergärten, Kirchen und Organisationen dafür, den Wandel zur Nachhaltigkeit voranzutreiben. "Noch sind sie eine Minderheit", sagte Köhler. "Doch schon manche Minderheit wurde zur Mehrheit und hat Geschichte gemacht." [Quelle]

Dass Köhler das Umdenken, den Lebensstil betreffend, nicht auch vom gesundheitlichen Aspekt her angesprochen hat, ist ein wenig bedauerlich.
Gestern ging es um die Verleihung des deutschen Umweltpreises, die höchstdotierte Ökologie-Auszeichnung in Europa. Pro Preisträger ist er in diesem Jahr mit 160.000 Euro dotiert.

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