Geht doch: 96 kg bei 178…

Meist wird ja über Dinge gebloggt, die man im Internet findet, und da findet sich mehr, als man schreiben kann. Klare Binsenweisheit.

Also hebt man sich den einen oder anderen Link mal auf – gelöscht wird bei diesen “Materialsammlungen” eh kaum – und dann wundert man sich nach über einem Jahr, was man mal gelesen hat.

Zum Beispiel

Lieber dick als doof!

- das war ein Brigitte-Beitrag. Ausdrücklich eine Meinung; und Susanne Gerlach war dieser Meinung:

Ein Body Mass Index bis 30, also leichtes Übergewicht, ist oft eher ein kosmetisches als ein gesundheitliches Problem. Und kann im Alter sogar von Vorteil sein, wie Studien zeigen. Der erhobene Zeigefinger ist hier fehl am Platz.

Machen wir uns nichts vor: Wer schlank sein und bleiben will, muss kämpfen. Jeden Tag. Gegen sich und die eigene Bequemlichkeit. Muss auf Kalorien achten und Sport treiben, ein Leben lang.

Das war im Februar 2008 und eine Kritik am “nationalen Abspeckplan”, aber keine Kritik an der Brigitte-Diät als solcher. Wie die Sache mit dem empfohlenen Bauchumfang beim 30-er BMI  funktionieren soll, hat Frau Gerlach nicht erzählt…

Die Kritik an der “Brigitte-Diät” findet sich zwar auch bei der Brigitte selbst, aber in einem Forum:

Meine Güte, ist es eigentlich auch noch möglich, eine Diät zu erstellen, die mit ganz normalen Zutaten arbeitet, so dass ich die auch für die ganze Familie machen kann?
Was ist das für ein überkandidelter Unsinn, den man da zum Abnehmen nachkochen soll? Und dafür hab ich jetzt das Heft gekauft? Wer denkt sich nur so was aus?
Früher (1985 z.B.) waren die Diäten praktikabler.

und:

ich hab auch diese Ausgabe gekauft in der Hoffnung, dass ein übersichtlicher Diätplan beiliegt. Für diese Ausgabe braucht man erstmal den ganzen Zeit, um den Krempel zu besorgen, eine Tankfüllung, um genau diesen Kram zu kriegen und ein Gehalt extra um am 6. Tag genau 20 g Koriander – nur frisch – zu kaufen! Die mitlaufende Reklame für die Fertigprodukte daneben sind kein Zufall.
Gut, wenn man sich bewußt ist, dass man selbst sein Leben bestimmen kann und ein schlichter Quark auch mit Petersilie lecker schmecken kann. Besinnen wir uns auf unsere Kenntnisse, wie es der Jahreszeit und dem Budget entspricht, dann klappts auch. Ich hab jedenfalls keinen Bock drauf, stundenlange Beschreibungen von Kalorien zu lesen, …

Es kann natürlich sein, dass die “Brigitte-Diät” an ihrem natürlichen Ende angekommen ist und sich überlebt hat, wie so manche Mode.

Die eigentlichen Brigitte-Fans kochen noch nach alten Kochbüchern und Heften, die weniger kompliziert sind – aber wenn die einfachen Rezepte schon veröffentlicht sind, will Brigitte nicht einfach aufhören.

Die bisherige Standardaussage gilt also für die Vergangenheit, müsste allerorten aktualisiert werden.

Die Brigitte-Diät erspart Abnehmwilligen das Kalorienzählen. Nicht ohne Grund ist diese Diät so beliebt. Fett- und Kalorienangaben enthält jedes Rezept, auch umgerechnet auf eine Portion. Obst, Salat, Vollkornprodukte und fettarme Milchprodukte stehen täglich auf dem Speiseplan. Auch Fisch und Fleisch sind erlaubt. Selbst Tiefkühlprodukte sind willkommen, die Zutaten sind im Allgemeinen in jedem Supermarkt erhältlich. Die Diät ist leicht umzusetzen und problemlos für jedermann anwendbar, auch auf die gesamte Familie.

Parallel gibt es ja einen elektronischen Coach – vielleicht soll das die neue Volksdiät werden?

Verwandter Artikel:

Diät-Rezepte, die nie in der Brigitte stehen werden

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Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

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