Die Mafia auf Diät?

“Mafia und Diät” – eine Überschrift bei der NZZ, war  doch nicht, wie erwartet, ein Bericht über kriminelle, organisierte Aktivitäten im Bereich des Gesundheitswesens, sondern  ein Fernseh-Programm-Hinweis

auf die gestrige Sendung des Polit-Magazins “Report“.

“Report München” berichtete unter dem Titel

Dicke Deutsche, doofe Diätprogramme 

Mehr Schaden als Nutzen durch Politkampagnen

über die Nebenwirkungen von staatlichen Programmen wie “Fit statt fett” und über die Fragwürdigkeit der angegebenen Zahlen zur “Übergewichtssituation” in der Bevölkerung.

Der Filmbeitrag ist im Wesentlichen ein Hinweis auf den Unsinn des Diäten-Wahns –

Dr. med. Gunter Frank, Arzt und Publizist: “Ich hab einen Body Mass Index von 26 und gehöre zu diesen typisch deutschen übergewichtigen Fettsäcken und man sieht schon wie absurd die Einteilung ist. Es gibt keine Daten, die dahinter stehen und diese Einteilung ist nicht geeignet, um Gewicht zu beurteilen.”

… und darauf, dass gerade Kinder und Jugendlichen durch die Auswüchse der Kampagne erst recht in die Krise kommen können.

Andererseits: Auch die Ausgangsthese der Sendung:

Jedes dritte Kind und rund jeder zweite Erwachsene soll übergewichtig sein. Angeblich drohen Milliarden an Folgekosten. Die Bundesregierung reagiert mit einem teuren Aktionsplan. Doch es gibt längst nicht so viele krankhaft Übergewichtige wie behauptet und die Hysterie führt vermutlich zu noch mehr Essstörungen.

steht auf schwankendem Boden. Insgesamt also nicht mehr als ein Diskussions-Anreiz.

Das vertrackte an der These, es gebe längst nicht so viele krankhaft Übergewichtige wie angenommen, sind die fließenden Übergänge: “Einige Kilos zuviel” – das ist natürlich relativ. Das kann mal gutgehen und muss nicht ungesund sein, das kann aber auch zu schleichenden Schäden führen, und ein kaputtes Gelenk ist nun mal ein kaputtes Gelenk. Andere Beispiele lassen sich mühelos ergänzen.

Trotzdem noch ein Zitat aus der Sendung:

Der Leiter der Abteilung, Professor Hebebrand, (Uniklinik Essen) hat seine Erfahrungen in einem Buch zusammengefasst: “Irrtum Übergewicht”, darin warnt er: Präventionsprogramme können mehr Schaden als Nutzen.

Prof. Johannes Hebebrand, Uniklinik Essen: “Man kann sich bei Jugendlichen beispielsweise Fragen, ob durch solche therapeutische Maßnahmen nicht die Stigmatisierung zu nehmen könnte. Man könnte sich auch Fragen inwieweit die Erfolglosen hinterher schlechter dastehen, als sie vorher eigentlich waren. Immerhin dann ein sehr frustrierendes Erlebnis, ich habe persönlich versagt, dabei muss man von vorneherein konstatieren, dass eigentlich die Wahrscheinlichkeit, dass das klappt, dass man erfolgreich dauerhaft abnimmt, sehr klein ist.”

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Ein Kommentar zu “Die Mafia auf Diät?”

  1. [...] ist all der “Aufwand” ja auch absurd; schließlich sollten wir beim Abnehmen “von vorneherein konstatieren, [...]

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