Nahrungs- oder Heilmittel, Sensationelle Gewichts-Abnahmen, z. B. Ricarda Lang, Die Geh-Gemeinschaft

Beim Abnehmen stehen wir als Betroffene vor einer Herausforderung, haben ein Problem und sonit die Suche nach Lösungen:
Statt „So geht das, und basta“ gilt erfahrungsgemäß ein verhaltenes „da müssen 1000 Dinge zusammenkommen“.
Doch schon mit wenigen Grundsätzen ist Vieles geregelt, Wir alle kennen das Wort „Deine Nahrung sei Deine Medizin“, bei dem es durchaus schwierig werden kann, wenn es umd die Detailfragen geht.

Das berühmte Zitat wird dem antiken griechischen Arzt Hippokrates von Kos zugeschrieben und lautet vollständig: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein“. [1]

Zum gesunden Leben gehören auch Grundätze der Lebensführung – nicht nur die Ernährung, sondern auch Stimmung, Schlaf, Produktivität und einiges weitere wird berücksichtigt, und soll sich in einer Balance mit dem Gegenstück, wie etwa bei Arbeit und Ruhe befinden. Zitat aus einem Artikel aus 2000 bzw. 2004:

Das betrifft das Kapitel „Diät und Diätetik“ – die Schreibwut vieler Journalistinnen und anderer Autoren hat dazu geführt, dass heutzutage alle Naselang eine neue Mode als „Diät“ verkauft wird.

Demnach wäre es gesund, sich tagelang vom Gleichen zu ernähren, langweilige Suppen mit künstlichem Geschmack zu schlürfen, sich einseitig zu ernähren oder Stunden mit dem Einkauf für komplizierte Rezepte zu verbringen. 
Vieles ist eine Frage der Dosis – muss deshalb die Briefwaage in der Küche stehen? Kann eine medikamentöse Behandlung eine Kur sein?
Es wäre weiterhin gesund, wenn der Körper über eine Zeit sich konsequent auf „optimale“ bzw. totale Nahrungsverwertung umstellt und ein permanentes Auf und Ab beim Gewicht mitmacht. 

Nachdem der Begriff „Diät“ derart verbrannt ist, empfehlen wir eine konsequente Nulldiät (0-Diät) im Sinne des Verzichts auf „Diät“.  Die vielen Internetsites und Zeitschriften, die die Rubrik „Diäten im Vergleich“ im Pflichtprogramm führen, das „Hits“ oder „page-views“, jedenfalls Umsatz bringen soll, würden besser „Diätfehler im Vergleich“ titeln …
Empfehlenswert ist weiterhin die 12-Stunden-Nulldiät, die darauf basiert, zwischen Abendessen und Frühstück beim Essen und Naschen enthaltsam zu sein – was gelegentlich etwas Übung erfordert. … Weitere Bausteine für die passende, gesunde Lebensweise wären je besonders zusammenzustellen.

Die 12-Stunden-Essenspause  erfährt heute als „Intervallfasten“ (z. B. 16:8) eine wissenschaftliche Renaissance.
Moderne Forschungen zur Autophagie bestätigen, dass diese Essenspausen die zelluläre Müllabfuhr aktivieren und Entzündungen hemmen. Dies unterstreicht das antike Ideal: Gesundheit entsteht durch den natürlichen Wechsel von Aktivität und Regeneration.
Der Fokus verschiebt sich damit weg von restriktiven Diätmoden hin zu einer ganzheitlichen Lebensweise.


Nehmen wir mal an, die guten, alten Griechen hätten das „Intervallfasten“ durchaus normalerweise praktiziert, so dass es überflüssig war, ein „Intervallfasten“ zu fordern. Vielleicht hatte schon Hippokrates davor gewarnt, „viel Lärm um Nichts“ zu machen.

Intuitive Ernährung

„Essen nach dem Bauchgefühl“ wäre eigentlich das Einfachste und eine natürliche Methode, sich gesund zu ernähren, wenn genug Nahrung vorhanden ist, und wenn keine Gefühle gestört sind. Wir müssten auch nicht viel über Erleben, Achtsamkeit, Stigma-Reduktion und Erkundung (EASE) nachdenken, das alles gehört zur intuitiven Ernährung und wird, wie gesagt, in Gießen beforscht.

Kürbiskernhummus – Veganer Brotaufstrich oder Dip

Hummus ist vielseitig; hier ist er aus Dosen-Kichererbsen und Kürbiskernen (im Verhältnis von etwa 4:1) entstanden, war, wie die Farbe zeigt, auch mit recht viel Kurkuma gewürzt, sowie
Knoblauch und Ingwer: Das muss jeder selbst wissen.
Ein paar Informationen und Ideen zum Hummus-selbst-machen hatte ich mal auf der „Portionsdiät“-Seite gesammelt – das ist per Klick aufs Banner aufzurufen:


Auch abseits der „Ernährungsschiene“ finden sich Anregungen zum gesund-leben, so etwa „Fünf japanische Bewegungen„, für die Japanerin ü. 50 – vielleicht auch etwas, das sich hierzulande adaptieren lässr.

Eine Besonderheit aus unserer Historie:

Laut Hildegard von Bingen: Die Sofortlösung gegen Übergewicht und Bluthochdruck ist …

Reduktionsfasten! Im Gegensatz zu … Trends, bei denen man kaum etwas essen darf, steht beim Reduktionsfasten nach Hildegard die sanfte Reduktion im Mittelpunkt. Es geht darum, den Körper bewusst zu entlasten, ohne ihn zu stressen. …

Das Prinzip ist einfach, aber effektiv: für einen begrenzten Zeitraum (z. B. sieben oder zehn Tage) wird auf belastende Lebensmittel wie Fleisch, Zucker, Kaffee, Alkohol und Weißmehl verzichtet – und stattdessen auf leicht bekömmliche Speisen gesetzt. Dinkel in all seinen Formen spielt dabei eine zentrale Rolle, ebenso wie gekochtes Gemüse, klare Brühen, Fenchel, Galgant und Bertram. Unterstützt wird der Körper zusätzlich durch viel warmes Wasser und Tees, die den Stoffwechsel anregen und entschlacken.

Ich würde mal schätzen, dass von 100 Personen, die das lesen, bei einem Promille eine Verhaltensänderung eintritt ;-).

Bei der  „Rheinischen Post“ findet sich ein Hinweis auf einen Podcast:

In der aktuellen Folge des Podcasts „Glow Up Your Life“ von und mit Moderatorin Katja Burkard blickt sie [Ricarda Lang] selbstkritisch auf die Phase ihres Lebens zurück, in der sie sich in ihrem Körper nicht immer wohlgefühlt hat.

Ricarda Lang sah Abnehmen als unfeministisch an

Inzwischen jedoch finden sich in diversen Ecken Hinweise zu einem 40-Kilo-Abnehmerfolg, der wie auch immer zustandekam, bei dem gilt:

Keine Lust auf Diät-Ratschläge

„Tipps zu Ernährung oder Fitness will sie … nicht geben. Dass sie Ernährungstipps gegeben habe, sei ihr immer wieder unterstellt worden. Tatsächlich habe sie solche Ratschläge aber nie gegeben. Und daran wolle sie auch in Zukunft nichts ändern.“

Über lange Zeit habe sie Themen wie ihren Körper, Sport, Gesundheit und Ernährung gemieden, die für sie mit „schmerzbehafteten, angstbehafteten und schambehafteten Themen“ verbunden gewesen seien.

– Schmerz, Angst und Scham stellen sich also als bestimmende und vermiedene Themen heraus –

Prüft man hier noch den Zusammenhang von Scham, im Adipositas-Zusammenhang etwa der „Fettscham“ mit „Narzissmus“, findet sich passend ein Gespräch zwischen dem Wissenschaftsjournalist Patric Seibel mit Host Lucie Kluth;

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Synapsen-Narzissmus-zwischen-Scham-und-Groessenwahn,podcastsynapsen382.html
Ab Minute 10.24 kommt hier eine kurze „Erklärung“ zur Mythologie, mehr „Mythologie und Narzissmus“ bzw. „Narziss-Komplex“ wird aber eher anspruchsvoll, und „Narzissmus und Adipositas“ ist wahrscheinlich ein ungeschriebenes Kapitel.

Wie Ricarda Langs weiter erzählt, habe sie …  [die Nicht-Kommunikation  von Diättipps] für sich selbst begründet mit dem Gedanken: „Und das habe ich in mir in meinem eigenen Kopf so ein bisschen rationalisiert, dass ich mir gesagt habe: Ne, das machst du nicht, weil das wäre irgendwie unfeministisch. “

Heute sieht sie das anders – oder auch anders  anders?

An anderer Stelle finden wir die Aussage, dass Abnehmen sehr wohl anstrengend sei – wobei sie sich nicht in ein allzu enges Korsett gezwängt habe, um sich das Durchhalten zu ermöglichen. Trotzdem setzt sie pointiert auf „Verzicht und [eiserne] Disziplin“, was meinem Gefühl nach einem weitverbreiteten Klischee folgt, das Alternativen wie intuitive Regulation abwertet.

Sollten (Ex-) Dicke untereinander solidarisch sein, bewährte Methoden weiterentwickeln, ohne dass unterschiedlichen Charakteren die gleichen Tipps, Methoden und Rezepte übergestülpt werden?

Es ist bald 20 Jahre her, dass ich die Frage „Was ist Fressnet.de?“ gestellt hatte.  Darauf gehen die Wenigsten ein, was latent zeigt, dass die passiv-aggressive Haltung verbreitet ist.
Man kann offensichtlich Diäten, die Diät-Gehorsam erfordern ablehnen und gleichzeitig eine „Anit-Diät“, die sich auf den klassischen, von Balance charakterisierten Begriff von gesunder Lebensweise. Austausch und Unterstützung stützt, brauchen wir Alle, braucht auch Ricarda.

Individueller Pragmatismus:

Ricarda sagt: „Jeder muss seinen Weg finden“. Indem sie keine Quelle nennt, entzieht sie sich der Rolle einer „Abnehm-Influencerin“ und vermeidet es, eine bestimmte Methode politisch oder kommerziell zu bewerben.
Sinnvoller „Verzicht“ ist ja relativ und für unterschiedliche Leute unterschiedlich schlimm, kann u. U. auch durch Stolz kompensiert werden. Anstrengung und harte Arbeit als Disziplin zu übersetzen ist ok, lässt aber das Moment des Gehorsams aus. Sie habe nie Diättipps „verteilt“, sagt sie, und sagt nicht, woher sie ihre „Maximen“ bezogen hat.

Im Kern basiert ihre Methode wohl auf einem eher radikalen Zeitmanagement, das für persönlich relevante Aktivitäten und Pausierungen Zeit und Raum lässt. „Tipps von außen“, so sie solche bezieht, bleiben ungenannt – aber das schadet nicht, denke ich, wenn ich an die Rezepte denke, die von manchen PolitikerInnen in Buchform gestaucht worden sind.

Inhaltlich ist hier zu sagen: „Und damit Tschüß, Ricarda“ und, wenn die komlementäre Gewichts-Kontrollgruppe (das ist ironisch, aber Ironie ohne Vorwarnung wird ja nicht verstanden) läuft, kann „Willkommen, auch Du, Ricarda, im Kollektiv!“ folgen.
Schade finde ich, dass offenbar niemand Fragen zum nachhaltigen Charakter der „neuen Lang-Diät“ gestellt hat, und vieles mehr. Wichtig wäre bzgl. Heldentum dieses als „narzisstisch geprägt“ zu charakterisieren, Vor allem geht es weniger ums Theoretisieren, sondern um Praxis. 1 Idee dabe: „Fastenspaziergänge“ in der Kleinstadt, die mit Seminaren oder Praxis-Abschnitten kombiniert werden könnten.Die egozentrische „Seht her, was ich geschafft habe“-Erzählung ist häufig der Speck, mit dem Mäuse gefangen werden. Ein echtes Kollektiv, in dem auch eine Ricarda Lang irgendwann als ganz normales Mitglied willkommen wäre, kann auf die die „Turbo-Abnehn-Selbstbespiegelung“ verzichten.Ihr Fokus auf die Praxis statt grauer Theorie führt direkt zu konkreten, gemeinschaftlichen Ideen.Das Gegenmodell: Praxis statt narzisstisches Heldentum

  • Die Entlarvung des Narzissmus: Das mediale Heldentum inszeniert den Gewichtsverlust als persönlichen Triumph über den eigenen Körper. Es blendet aus, dass Nachhaltigkeit keine Frage von einmaliger eiserner Disziplin ist, sondern von lebensbegleitender, psychologischer und sozialer Balance.
  • Die ungestellte Frage nach der Nachhaltigkeit: Die Medien feiern das „Nachher“-Bild. Niemand fragt, wie dieses radikale, zeitintensive System unter veränderten Lebensumständen (z. B. nach der politischen Karriere oder in neuen Stressphasen) dauerhaft gehalten werden soll, ohne in die alte Verbotsspirale zu rutschen.

Konkrete Praxis-Idee: „Fastenspaziergänge“ in der KleinstadtUm den Austausch von der passiven Online-Ebene in den echten, analogen Alltag zu holen, ist die Idee von Fastenspaziergängen in der Kleinstadt genial. Sie verbindet Bewegung, Gemeinschaft und Bildung barrierefrei:

  • Der geschützte Raum (Die Geh-Gemeinschaft): Beim gemeinsamen Gehen redet es sich leichter. Die Bewegung baut Stress ab und nimmt dem Thema „Körper“ die steife, schambehaftete Atmosphäre eines Seminarraums. Es entsteht eine natürliche Solidargemeinschaft abseits von Diät-Gurus.
  • Kombination mit Praxis-Abschnitten:Der Spaziergang ist der Rahmen. Unterwegs oder im Anschluss greifen kurze Seminare oder praktische Einheiten die echten Themen auf:
    • Impulse zur intuitiven Regulation: Wie lerne ich wieder, auf Hunger- und Sättigungssignale zu hören, statt Kalorien-Tabellen zu gehorchen?
    • Umgang mit Scham und Rückschlägen: Ein offener Austausch darüber, warum Verzicht manchmal schmerzt und wie man ihn durch echten Stolz (und nicht durch Verbote) auffängt.
    • Praktische Alltagstricks: Wie lässt sich ein gesundes Zeitmanagement ohne elitäre Ressourcen (wie Personal Trainer oder private Köche) im normalen Arbeits- und Familienleben umsetzen?

Fazit

Weg von der glitzernden Persönlichkeitsshow im Berliner Politikbetrieb, hin zur solidarischen Basisarbeit in der Provinz.
Das ist die echte „Anti-Diät“: 
Sie bricht das Schweigen der Männer, nimmt Frauen den ideologischen Druck und ersetzt den einsamen Kampf der Selbstdarsteller und verhinderten Selbstdarsteller durch die tragfähige Kraft einer Gemeinschaft.

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  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
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