Rückenpulver, Intuitives Essen in Gießen, Sucht und Sublimierung


„Artikel klauen“ wird gerne schon mal als harmloser Sport betrachtet oder als normales Verfahren, Internet-Inhalte zu „erzeugen“. Der kopierte Inhalt muss nur noch leicht verändert werden, damit er als wertvolle Neuerschöpfung durchgeht, die kreative „Leistung“ kann nun darin bestehen, die Original-Raubkopie (maschinell) in eine andere Sprache zu übersetzen, und diese Übersetzung wieder zurückübersetzen zu lassen. Das schafft Variationen:

Yoghurt-Pfannkuechlein – Zutaten für 2 Personen

  • 1 Ei
  • 3 Esslöffel Joghurt (Naturjoghurt oder Joghurt mit Fruchtgeschmack)
  • 4 Esslöffel 00-Mehl
  • 1 Esslöffel Zucker (optional, nach Geschmack)
  • 1 Rückenpulver
  • Eine Prise Salz
  • Butter oder Öl zum Einfetten der Pfanne
  • Zum Garnieren (optional): Honig, Marmelade, Streichcreme, frisches Obst oder Puderzucker

„Backen“ ist „to bake“ und „the back“ ist der Rücken, also „back“, wobei „rücken“ auch „(to) move“,
bewegen, umziehen, verschieben, gehen, fahren bedeuten und aus Backpulver „Rückenpulver“ werden kann.
Hier bietet es sich an, die kostenlos empfangenen Rezepte als etwas ver-rückt zu beurteilen, oder anzunehmen, „Butter bei die Fische tun“ sei jetzt endlich erforderlich:  Wir brauchen keine Unmengen an Rezepten, die nur das Medien-Rauschen vrstärken, sondern angemessene Rezepte oder Anregungen für Zeitgemäßes und angepasste Klassiker.

Käuterseitling – ganz einfach: Gedämpft!

Die Kräuterseitlinge, eine Süßkartoffel und die Tomaten wurden gedünstet; in der Pfanne zubereitet wurde eine Rest-Maultasche nebst einer in Scheiben geschnittenen Knoblauchzehe.

Intuitives Essen in Gießen

Die Ernährungspsychologin der Universität Gießen, die aktuell mit Forschungen zu intuitivem Essen für Aufmerksamkeit sorgt, ist Prof. Dr. Ulrike Gisch.
Sie leitet an der Justus-Liebig-Universität (JLU) Gießen die Professur für Ernährungspsychologie am Institut für Ernährungswissenschaft. Im Zentrum ihrer aktuellen Arbeit steht eine neue Pilotstudie namens EASE, die einen gewichtsneutralen Ansatz bei Adipositas untersucht und dabei voll auf intuitives Essen statt Diätdruck setzt.

Kernpunkte der Forschung & der EASE-Studie

Das Akronym EASE steht für Erleben, Achtsamkeit, Stigma-Reduktion und Erkundung.  Zusammen mit ihrem Team – darunter die Doktorandin M.Sc. Merve Cambaz Kaya – verfolgt Prof. Gisch einen wegweisenden Ansatz:

Wohlbefinden statt Gewichtsfixierung

Klassische Programme fordern meist strikte Gewichtsabnahme. Gisch kritisiert diese „gewichtszentrierte Welt“. Ziel von EASE ist die psychische und physische Stabilisierung unabhängig von der Waage.

Wiedererlernen von Hunger und Sättigung:
Teilnehmer sollen verinnerlichen, dann zu essen, wenn echter Hunger da ist, und aufzuhören, sobald Sättigung eintritt.
Feste Regeln oder das Zählen von Kalorien fallen komplett weg.
Umgang mit emotionalem Essen:
Verboten ist erst einmal nichts – auch Schokolade ist erlaubt. Die Therapie hilft jedoch dabei, zu erkennen, ob aus Frust, Stress oder reiner Gewohnheit gegessen wird.

Abbau von Stigmatisierung

Übergewichtige Menschen leiden unter gesellschaftlicher Ausgrenzung. Der dadurch entstehende Stress treibt das Hormon Cortisol in die Höhe, was wiederum Heißhunger triggert.
Die Studie arbeitet aktiv an der Verbesserung des eigenen Körperbildes.

Bewegung aus Freude

Sport wird in der Studie nicht zur Fettverbrennung eingesetzt, sondern um durch Yoga oder Atemübungen die positive Verbindung zum eigenen Körper zurückzugewinnen.

Ablauf und Teilnahme
Das strukturierte Programm ist auf zwölf Sitzungen ausgelegt. Die Bewerbungsphase für die Pilotstudie startete im Sommer, wobei die aktive Umsetzung für den Spätherbst angesetzt ist.
Interessierte können sich direkt über die offizielle Studien-E-Mail-Adresse ease@uni-giessen.de an das Institut für Ernährungswissenschaft der Universität Gießen wenden.

Die bisherigen „Konzepte“ zu intuitivem Essen erinnern an einen Zauberkurs, wo uns gezeigt wird, wie man ein Kaninchen aus dem Zylinder holt, uns aber der dazugehörige Zauberspruch verschwiegen wird.
Es ist, als sollten wir mit einem Trick geködert werden, den der Zauberlehrer aber doch geheim hält.

Diskussion

Hier erscheint bei „Wohlbefinden statt Gewichtsreduktion“ auch die Umkehrung „Gewichtsreduktion durch Wohlbefinden“ plausibel.
Es bleibt dabei, „… wie man’s auch immer dreht und wendet – das Eine wisset ein für allemalt: Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“.

Das  Zitat aus Bertolt Brechts Dreigroschenoper („Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral“) ist zum Klassiker geworden.  Es bringt eine fundamentale Wahrheit der menschlichen Biologie und Psychologie auf den Punkt: Solange die biologischen Grundbedürfnisse nicht gestillt sind, verliert alles andere an Bedeutung.

Bei „Heißhunger“, bei genügend heißem Hunger also, wird es unmöglich, „vernünftig“ oder „moralisch“ mit Essen umzugehen – der Heißhunger gewinnt immer. Erst wenn der Körper weiß, dass er sicher und verlässlich Nahrung bekommt (das intuitive Prinzip), beruhigt sich das System.
Ohne „Diätdiktatur“ bietet das intuitive Essen sozusagen die Gewichtsreduktion durch Wohlbefinden an, weil der Stress, der zur („geschgeiterten“) Diät gehört wie das Amen zur Kirche, abgesenkt wird:

Chronischer Diätstress
schüttet das Hormon Cortisol aus, das Fettpolster (besonders am Bauch) schützt und Heißhunger befeuert. Sinkt der Stress durch psychisches Wohlbefinden, reguliert sich oft auch der Stoffwechsel neu.

Emotionales Essen stoppen: Wenn Essen nicht mehr herhalten muss, um Frust, Einsamkeit oder Stress zu betäuben (weil diese Gefühle anders bewältigt werden), fallen viele überschüssige Kalorien ganz automatisch weg.

Im Zusammenhang von Betäubung und Narkose muss hinzugefügt werden, dass nach PLUTARCH die Narkose die gleiche Wortherkunft hat, wie auch Narziss; darauf ein erbauliches Plutarch-Zitat:

„Es liegt nicht in der Macht des Menschen, fehlerfrei zu sein; doch aus ihren Irrtümern und Fehlern lernen die Weisen und Guten Weisheit für die Zukunft.“

Wir können bei Plutarch auch die Ansicht finden, dass  „Die Kunst […] darin, [besteht], in allem den Mittelweg einzuhalten“ und dass  „Die Erholung … die Würze der Arbeit“ ist. Konkret gilt es also, hier noch „ein wenig“ Text abzuarbeiten…

Nehmen wir an, dass ohne den ständigen Wechsel aus Hungern und Fressattacken der Körper sich auf einem stabilen, gesunden Gewicht einpendeln könne, nämlich durch das neugewonnene Wohlbefinden, geht das einher mit dem Ansatz   „Erst muss Frieden mit dem Essen geschlossen werden, damit der Körper überhaupt die Chance bekommt, sich zu regulieren“. Dies in Analogie zur Set-Point-Theorie, die „… eine wissenschaftlich umstrittene These [ist]“. Dabei tritt auch noch die Erkenntnis auf, dass „Hungern“ und „Fasten“ recht unterschiedlich sind, und dass Intervallfasten nur bedingt der Mittelweg ist, den zu gehen noch dazu einen schwierigen Lernprozess zur Voraussetzung hat.

Andererseits haben die Fressattacken vermutlich auch einen suchtbedingten Hintergrund, zumal im (allgemien tabuisierten) Zusammenspiel mit Alkohol auch beim Essen „die Dämme brechen“.

Hochverarbeitete Lebensmittel (Fett-Zucker-Salz-Kombinationen) aktivieren im Gehirn dieselben Belohnungszentren wie Drogen. Wenn dann Alkohol ins Spiel kommt, kommt es zu Kontrollverlust: Alkohol betäubt den präfrontalen Kortex – also die Instanz im Gehirn, die für Vernunft, Disziplin und langfristige Ziele zuständig ist. Die mühsam aufrechterhaltene Diät-Moral bricht sofort zusammen.
Biologischer Heißhunger kommt verschärfend hinzu, denn Alkohol senkt den Blutzuckerspiegel und blockiert die Gluconeogenese in der Leber. Der Körper verlangt exzessiv nach schnellen Kohlenhydraten und Fett.

Das Tabu:
Über diese Kombination wird selten gesprochen, obwohl Alkohol einer der größten Trigger für nächtliche Binge-Eating-Episoden (Fressattacken) ist. Die Fragen nach Abstinenz, kontrolliertem Trinken oder Substituierung durch intelligente Wirkstoffverwendung sind noch weitgehend unbeantwortet.

Ein Hoffnungsschimmer besteht noch in Hinsicht auf die Sublimierung – beim Essen also Qualität beim selbstgekochten, befriedigenden Essen ohne Luxusallüren anzustreben.
Auf Qualität und Kochen als neue Anforderung, die auch zu „qualifizierter Befriedigung“ führt, bietet sich an.
Der Vorschlag der Sublimierung (im psychologischen Sinne: das Umlenken eines Triebes in eine höhere, produktive Form) trifft genau den Kern moderner Achtsamkeitskonzepte.

Statt dem Drang nachzugeben, sich wahllos Kalorien zuzuführen, wird die Energie umgeleitet:

Echtes Handwerk: Das Planen, Schnippeln und Zubereiten von frischen Lebensmitteln verlängert die Vorfreude und beschäftigt den Geist.
Sinnliche Befriedigung ohne Reue:
Ein selbstgekochtes, ehrliches Gericht (ohne abgehobenen Food-Snobismus) schmeckt intensiver. Man isst langsamer und nimmt die Sättigung früher wahr.
Vom Konsumenten zum Gestalter:
Man ist nicht mehr „Opfer“ der Lebensmittelindustrie, sondern bestimmt selbst, was in den Körper gelangt. Das stärkt die Selbstwirksamkeit enorm.

Multiplikatoren, Mittel und Strukturen

Für eine Anti-Adipositas-Strategie braucht es Multiplikatoren und Mittel, mit denen diese ausgestattet werden. Prof. Dr. Ulrike Gisch könnte auch in dieser Richtung kreativ forschen.

Forschung neu denken

Damit ein Ansatz wie der von Prof. Dr. Ulrike Gisch nicht in der universitären Nische stecken bleibt, braucht es Multiplikatoren. Ein kreativer Forschungsansatz für die Zukunft müsste genau hier ansetzen:

Ausbildung von Schlüsselberufen:

Das Wissen über intuitives Essen und Stress/Stigma-Reduktion muss in die Lehrpläne von Hausärzten, Psychotherapeuten, Lehrern und sogar betrieblichen Gesundheitsmanagern integriert werden.

Digitale Werkzeuge
Die Entwicklung von Krankenkassen-geförderten Apps oder Online-Programmen (analog zu Digitalen Gesundheitsanwendungen- DiGA ), die den EASE-Ansatz flächendeckend und niederschwellig zugänglich machen wäre förderlich.

Politische Intervention
Forschung müsste auch untersuchen, wie Kantinen (Schulen, Betriebe) so gestaltet werden können, dass sie intuitives, qualitätvolles Essen fördern, statt billige Sättigung zu verkaufen.

Je mehr man zu (intuitiver) Ernährung studiert und geübt hat, desto weniger intuitiv fällt das Ergebnis aus. Mein Bauchgefühl sagt mir jedenfalls: „Das wird nichts“. Doch die Hoffnung, praktikable Konzepte zum „Gewicht verlieren“ zu finden, bleibt. „Konzepte“ hier als Plural, weil die Betroffenen so unterschiedlich sind, wie ihre Gesichter.
Ein besseres Körperbild, Bewegung als Quelle der Freude und verbesserte  Tischgemeinschaften kann man trainieren.
Bei der Fettverbrennung  gibt es Zusammenhänge zum Zuckerkonsum, wobei „Stärke“ aus Getreide, also Brot und Nudeln sich wie Zucker verhalten, und in manchen Speiseplänen geächtet sind. Allgemein ist die Sensibilisierung für das Zucker-Problem gewachsen.

Das sind zentrale Probleme. Wir hatten eingangs  Bertold Brecht zitiert, der ja ein letztlich ökonomisches Problem im Visier hatte, also „Geld“ im Allgemeinen und im Besonderen.

Es gibt ja den Ansatz der #Biolebensmiuttelgrundversorgung, bei dem alle Bürger mit einem gleichen Lebensmittelzuschuss für qualifizierte, nachhaltige Lebensmittel versorgt würden.

Verbinden wir noch Medienpsychologie, handfeste Wirtschaftspolitik und Tiefenpsychologie zu einer konkreten gesellschaftlichen Anti-Adipositas-Strategie:

1. Medien & Kochshows:
Vom Entertainment zum Vorbild
Kochshows im Fernsehen und auf Social Media (TikTok/Instagram) sind aktuell oft „Food Porn“ – es geht um exzessiven Luxus, gigantische Fleischberge oder hochkomplizierte Gourmet-Kreationen. Die Modifikation: Multiplikatoren wie TV-Köche müssten das „ehrliche, bodenständige Kochen“ zelebrieren.
Der psychologische Hebel:
Shows, die zeigen, wie man mit einfachen, bezahlbaren Grundzutaten ein emotional befriedigendes, intuitives Gericht zaubert, verändern die gesellschaftliche Norm. Weg vom passiven Konsum, hin zur Lust am Selbermachen.

2. Infrastruktur & die #Biolebensmittelgrundversorgung
Das Konzept der #Biolebensmittelgrundversorgung über ein exklusives Sonderkonto ist revolutionär und löst das größte Problem der Ernährungsarmut:
Gezielte Lenkungswirkung:
Ähnlich wie ein zweckgebundenes Kulturticket oder Wohngeld würde dieses Geld nicht in der allgemeinen Haushaltskasse (oder für Alkohol/hochverarbeitete Produkte) verschwinden. Es ist eine direkte Subvention für Gesundheit und Nachhaltigkeit.
Entlastung der Kantinen:
Wenn auch Großküchen und Kantinen über solche zertifizierten Budgets querfinanziert werden, fällt das Argument „Gesundes Essen ist zu teuer“ weg. Die gesellschaftliche Infrastruktur gleicht die soziale Schere aus.

3. Psychotherapeuten als ungenutzte Ressource
Der Vorschlag, „unterbezahlte“ Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten für edukatorische Gruppen einzubinden, schlägt zwei Fliegen mit einer Klappe:
Strukturelle Win-Win-Situation:
Viele Therapeuten im System (insbesondere in der Ausbildung oder ohne vollen Kassensitz) suchen nach fairen Honorarmöglichkeiten.
Prävention statt Akuttherapie:
Edukatorische Gruppen (wie es die EASE-Studie in Gießen vormacht) brauchen keine jahrelange Verhaltenstherapie.
Ein strukturiertes 12-Wochen-Programm zur Bewusstmachung von Essmotiven fängt die Menschen ab, bevor eine chronische Adipositas oder Essstörung entsteht.

4. Digital vs. Zwischenmenschlich:
Das Bindungs-Dilemma
Mit der  Feststellung, dass die Bewusstmachung unbewusster Motive (z. B. „Ich esse, weil ich einsam/gestresst bin“) kein Hexenwerk ist, beziehen wir den größeren Teil der Psyche, das Vorbewusste und das Unbewusste, mit ins Kalkül ein.
Die Frage der Methode ist entscheidend:
Digitale Werkzeuge (Apps) sind billig, unendlich skalierbar und perfekt für die reine Wissensvermittlung (Wann bin ich satt? Was triggert mich? Bei welcher Temperatur schmilzt Butter?).
Zwischenmenschliche Bindung (die Gruppe, der Therapeut) ist jedoch durch nichts zu ersetzen, wenn es um das emotionale Essen geht. Warum? Weil emotionales Essen oft ein Ersatz für fehlende Nähe oder unbewältigte Konflikte ist. Eine App tröstet nicht – eine Gruppe von Gleichgesinnten schon.
Die Lösung: Ein hybrider Ansatz. Die App liefert die tägliche Struktur, die Gruppe liefert den emotionalen Halt.

Man könnte die ‚Biolebensmittelgrundversorgungszahlungen durch freie Bürgergärten ergänzen, auch mal Wettbewerbe zum „besten Nutzbalkon“ veranstalten u. v. m..
In der Folge über Essstörungen der Reihe „Psychologie des Unbewussten“ fiel der Begriff  „emotionaler Nährwert“ – so etwas gehört unbedingt ins Programm, man könnte den EASE-Teilnehmern bei laufender Fortbildung, auch Balint-Gruppen-Teilnahme, einen Experten-Status verleihen und hätte schnell eine wachsende Zahl von Multiplikatoren.
Digitale Medienkompetenz vorausgesetzt, ergeben sich auch Wege der erweiterten, vernetzten Kommunikation.
Auf der Ebene der Lebensmitteltechnologie ist noch Vieles unerforscht; z. B. die Wirkung von Borretsch in diversen Kombinationen, oder Varianten der Fermentation.

Die Verwandlung von Betroffenen in Gestalter löst das Problem von bürokratischer Lähmung auf der einen und emotionaler Leere auf der einen Seite.

Die Lebensmittelproduktion zumindest teilweise zurück in den Alltag zu verlagern, wäre ein Zeichen gegen die Entfremdung des Menschen von der Natur, in einem Zeitalter, in dem wir aufs „Eingedenken der Natur“ nicht weniger angewiesen sind als zuvor.

Ein Wettbewerb zum „besten Nutzbalkon“ schafft Aufmerksamkeit, spielerischen Stolz und soziale Interaktion. Das leichtfertige Argument „Nutzpflanzen auf dem Balkon – das lohnt sich nicht“ müsste derart entkräftet werden, dass niemand auch nur daran denkt, es zu verwenden.

Vernetzung und Lebensmitteltechnologie:

Der Blick in die Zukunft

Der „hybride Ansatz“ wird durch digitale Medienkompetenz erst richtig mächtig. Vernetzte Kommunikation ermöglicht es diesen neuen Experten, z. B. regionale Koch-Hubs, Tauschbörsen für Bürgergarten-Erträge oder digitale Krisen-Feuerwehren bei Heißhunger-Attacken zu organisieren.
Auf der Ebene der Lebensmitteltechnologie öffnet sich ein faszinierendes Forschungsfeld, das Prof. Dr. Ulrike Gischs psychologischen Ansatz perfekt naturwissenschaftlich ergänzen könnte: 

Borretsch (Gurkenkraut): Traditionell als Stimmungsaufheller bekannt („macht das Herz fröhlich“), enthält Borretschsamenöl große Mengen an Gamma-Linolensäure (GLA). Diese wirkt stark entzündungshemmend.
Da Adipositas mit chronischen, leisen Entzündungen im Gewebe einhergeht, könnten solche Kombinationen biologisch regulierend wirken.

Fermentation:

Fermentierte Lebensmittel (Kimchi, Kombucha, Sauerteig u. A.) unterstützen das Mikrobiom im Darm. Die moderne Forschung belegt, dass ein gesundes Mikrobiom Sättigungs- und Glückssignale direkt ans Gehirn sendet Es senkt damit den biologisch-emotionalen Drang nach emotionalem Essen.

Intuitiv-Intermittierendes Fasten


„Was ist besser zum Abnehmen: Intuitiv essen oder  Intervallfasten?“
Tatsächglich werden solche Fragen gestellt; das „Was ist besser“ drückt die Annahme aus, dass ein System dem Anderen überlegen sei.
Ein „sowohl als auch“ als Antwort verlangt eine andere Frage, die doch zunächst lauten muss: „Worum geht es hier eigentlich, und wie bekommen wir die Kuh „Adipositas“ vom Eis?
Wenden wir uns zunächst der Intuition zu, mit einer Beobachtung:

Weiterlesen »

Intuitives Essen: Kein Hunger, immer Hunger?

Die ständige Erinnerung durch allgegenwärtige Werbung, wie sie früher mal von der Zigarettenindustrie betrieben wurde: Du hast einen Mund, in den muss immer etwas hineingesteckt werden, zünde Dir so ein Räucherstäbchen an! ist nicht restlos verschwunden: Es gibt ja noch Süßkram-Werbung und Brotaufstriche und Vieles mehr:

Weiterlesen »

Anti-intuitive Diät, Kompetenz, Verschwörer, Supermond-Kenntnisse

Am „Tag der Diät“ (oder war es der Anti-Diät-Tag?) musste die ZEIT noch einmal den ausführlichen Artikel einer jungen Freischaffenden aufwärmen, deren Fazit und abschließende Empfehlung „intuitive Diät“ lautet. Was das ist, und wie das geht: Vom Bauchgefühl gesteuert Kalorien einsparen – das zu erklären ergibt natürlich ein eigentlich unendliches Geschwurbel, mit einem Sinnanteil nahe Null.

Weiterlesen »

Intuitives Essen, intuitive Diät

Abnehmen ohne Diät, aber mit Chips im Haus:

Professor rät zu Diät mit Schokolade, Eis und Chips

war 2005 schon einmal eine Schlagzeile wert. US-Professor Steven Hawks von der Brigham Young Universität in Utah hatte 25 Kilos abgenommen, und das ganz intuitiv, ohne zu den Weight-Watchers zu gehen oder sich eine Atkins-Diät zu verordnen: Ein vernünftiger Mann, der auch gleich seine wissenschaftliche These lieferte:

Weiterlesen »

Anmerkungen zur intuitiven Diät

Zum “Gegensatz von Kopf und Bauch” fällt uns vielleicht noch das Begriffspaar “Verstand und Gefühl” oder “Rational und Irrational” ein.
Dazwischen steht die Intuition; das Wort stammt vom lateinischen “intueri = betrachten, erwägen” ab…

Weiterlesen »

Nahrung als Medizin: Intuitiv, oder als Erfahrungswissen?

Wenn Nahrung Medizin ist, kann die falsche Ernährung auch schon mal krank machen. Jedenfalls kann man im Krankenhaus in den Genuss einer medizinischen Behandlung gelangen, ohne dass das Krankenhausessen eine therapeutische Bedeutung hätte, und ähnlich – großküchenmäßig und lieblos, vorwiegend an den Kosten orientiert,

Weiterlesen »

Intuitives Essen – Ich esse mich jetzt schlank…

Was soll ich auch sonst machen? Diäten sind nun mal mein Hobby 😉
Ich könnte allerdings auch auf eine “Nicht-Diät” ausweichen. Intuitives Essen nach Steven Hawks. Das ist allerdings ziemlich kompliziert. Wenn noch ein paar Pellkartoffeln da sind, und ich mache eine Portion Bratkartoffeln, ist das intuitiv genug?

Weiterlesen »

Nahrungs- oder Heilmittel, Sensationelle Gewichts-Abnahmen, z. B. Ricarda Lang, Die Geh-Gemeinschaft

Beim Abnehmen stehen wir als Betroffene vor einer Herausforderung, haben ein Problem und sonit die Suche nach Lösungen:
Statt „So geht das, und basta“ gilt erfahrungsgemäß ein verhaltenes „da müssen 1000 Dinge zusammenkommen“.
Doch schon mit wenigen Grundsätzen ist Vieles geregelt, Wir alle kennen das Wort „Deine Nahrung sei Deine Medizin“, bei dem es durchaus schwierig werden kann, wenn es umd die Detailfragen geht.

Das berühmte Zitat wird dem antiken griechischen Arzt Hippokrates von Kos zugeschrieben und lautet vollständig: „Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel sein und eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein“. [1]

Zum gesunden Leben gehören auch Grundätze der Lebensführung – nicht nur die Ernährung, sondern auch Stimmung, Schlaf, Produktivität und einiges weitere wird berücksichtigt, und soll sich in einer Balance mit dem Gegenstück, wie etwa bei Arbeit und Ruhe befinden. Zitat aus einem Artikel aus 2000 bzw. 2004:

Das betrifft das Kapitel „Diät und Diätetik“ – die Schreibwut vieler Journalistinnen und anderer Autoren hat dazu geführt, dass heutzutage alle Naselang eine neue Mode als „Diät“ verkauft wird.

Demnach wäre es gesund, sich tagelang vom Gleichen zu ernähren, langweilige Suppen mit künstlichem Geschmack zu schlürfen, sich einseitig zu ernähren oder Stunden mit dem Einkauf für komplizierte Rezepte zu verbringen. 
Vieles ist eine Frage der Dosis – muss deshalb die Briefwaage in der Küche stehen? Kann eine medikamentöse Behandlung eine Kur sein?
Es wäre weiterhin gesund, wenn der Körper über eine Zeit sich konsequent auf „optimale“ bzw. totale Nahrungsverwertung umstellt und ein permanentes Auf und Ab beim Gewicht mitmacht. 

Nachdem der Begriff „Diät“ derart verbrannt ist, empfehlen wir eine konsequente Nulldiät (0-Diät) im Sinne des Verzichts auf „Diät“.  Die vielen Internetsites und Zeitschriften, die die Rubrik „Diäten im Vergleich“ im Pflichtprogramm führen, das „Hits“ oder „page-views“, jedenfalls Umsatz bringen soll, würden besser „Diätfehler im Vergleich“ titeln …
Empfehlenswert ist weiterhin die 12-Stunden-Nulldiät, die darauf basiert, zwischen Abendessen und Frühstück beim Essen und Naschen enthaltsam zu sein – was gelegentlich etwas Übung erfordert. … Weitere Bausteine für die passende, gesunde Lebensweise wären je besonders zusammenzustellen.

Die 12-Stunden-Essenspause  erfährt heute als „Intervallfasten“ (z. B. 16:8) eine wissenschaftliche Renaissance.
Moderne Forschungen zur Autophagie bestätigen, dass diese Essenspausen die zelluläre Müllabfuhr aktivieren und Entzündungen hemmen. Dies unterstreicht das antike Ideal: Gesundheit entsteht durch den natürlichen Wechsel von Aktivität und Regeneration.
Der Fokus verschiebt sich damit weg von restriktiven Diätmoden hin zu einer ganzheitlichen Lebensweise.


Nehmen wir mal an, die guten, alten Griechen hätten das „Intervallfasten“ durchaus normalerweise praktiziert, so dass es überflüssig war, ein „Intervallfasten“ zu fordern. Vielleicht hatte schon Hippokrates davor gewarnt, „viel Lärm um Nichts“ zu machen.

Intuitive Ernährung

„Essen nach dem Bauchgefühl“ wäre eigentlich das Einfachste und eine natürliche Methode, sich gesund zu ernähren, wenn genug Nahrung vorhanden ist, und wenn keine Gefühle gestört sind. Wir müssten auch nicht viel über Erleben, Achtsamkeit, Stigma-Reduktion und Erkundung (EASE) nachdenken, das alles gehört zur intuitiven Ernährung und wird, wie gesagt, in Gießen beforscht.

Kürbiskernhummus – Veganer Brotaufstrich oder Dip

Hummus ist vielseitig; hier ist er aus Dosen-Kichererbsen und Kürbiskernen (im Verhältnis von etwa 4:1) entstanden, war, wie die Farbe zeigt, auch mit recht viel Kurkuma gewürzt, sowie
Knoblauch und Ingwer: Das muss jeder selbst wissen.
Ein paar Informationen und Ideen zum Hummus-selbst-machen hatte ich mal auf der „Portionsdiät“-Seite gesammelt – das ist per Klick aufs Banner aufzurufen:


Auch abseits der „Ernährungsschiene“ finden sich Anregungen zum gesund-leben, so etwa „Fünf japanische Bewegungen„, für die Japanerin ü. 50 – vielleicht auch etwas, das sich hierzulande adaptieren lässr.

Eine Besonderheit aus unserer Historie:

Laut Hildegard von Bingen: Die Sofortlösung gegen Übergewicht und Bluthochdruck ist …

Reduktionsfasten! Im Gegensatz zu … Trends, bei denen man kaum etwas essen darf, steht beim Reduktionsfasten nach Hildegard die sanfte Reduktion im Mittelpunkt. Es geht darum, den Körper bewusst zu entlasten, ohne ihn zu stressen. …

Das Prinzip ist einfach, aber effektiv: für einen begrenzten Zeitraum (z. B. sieben oder zehn Tage) wird auf belastende Lebensmittel wie Fleisch, Zucker, Kaffee, Alkohol und Weißmehl verzichtet – und stattdessen auf leicht bekömmliche Speisen gesetzt. Dinkel in all seinen Formen spielt dabei eine zentrale Rolle, ebenso wie gekochtes Gemüse, klare Brühen, Fenchel, Galgant und Bertram. Unterstützt wird der Körper zusätzlich durch viel warmes Wasser und Tees, die den Stoffwechsel anregen und entschlacken.

Ich würde mal schätzen, dass von 100 Personen, die das lesen, bei einem Promille eine Verhaltensänderung eintritt ;-).

Bei der  „Rheinischen Post“ findet sich ein Hinweis auf einen Podcast:

In der aktuellen Folge des Podcasts „Glow Up Your Life“ von und mit Moderatorin Katja Burkard blickt sie [Ricarda Lang] selbstkritisch auf die Phase ihres Lebens zurück, in der sie sich in ihrem Körper nicht immer wohlgefühlt hat.

Ricarda Lang sah Abnehmen als unfeministisch an

Inzwischen jedoch finden sich in diversen Ecken Hinweise zu einem 40-Kilo-Abnehmerfolg, der wie auch immer zustandekam, bei dem gilt:

Keine Lust auf Diät-Ratschläge

„Tipps zu Ernährung oder Fitness will sie … nicht geben. Dass sie Ernährungstipps gegeben habe, sei ihr immer wieder unterstellt worden. Tatsächlich habe sie solche Ratschläge aber nie gegeben. Und daran wolle sie auch in Zukunft nichts ändern.“

Über lange Zeit habe sie Themen wie ihren Körper, Sport, Gesundheit und Ernährung gemieden, die für sie mit „schmerzbehafteten, angstbehafteten und schambehafteten Themen“ verbunden gewesen seien.

– Schmerz, Angst und Scham stellen sich also als bestimmende und vermiedene Themen heraus –

Prüft man hier noch den Zusammenhang von Scham, im Adipositas-Zusammenhang etwa der „Fettscham“ mit „Narzissmus“, findet sich passend ein Gespräch zwischen dem Wissenschaftsjournalist Patric Seibel mit Host Lucie Kluth;

https://www.ndr.de/nachrichten/info/Synapsen-Narzissmus-zwischen-Scham-und-Groessenwahn,podcastsynapsen382.html
Ab Minute 10.24 kommt hier eine kurze „Erklärung“ zur Mythologie, mehr „Mythologie und Narzissmus“ bzw. „Narziss-Komplex“ wird aber eher anspruchsvoll, und „Narzissmus und Adipositas“ ist wahrscheinlich ein ungeschriebenes Kapitel.

Wie Ricarda Langs weiter erzählt, habe sie …  [die Nicht-Kommunikation  von Diättipps] für sich selbst begründet mit dem Gedanken: „Und das habe ich in mir in meinem eigenen Kopf so ein bisschen rationalisiert, dass ich mir gesagt habe: Ne, das machst du nicht, weil das wäre irgendwie unfeministisch. “

Heute sieht sie das anders – oder auch anders  anders?

An anderer Stelle finden wir die Aussage, dass Abnehmen sehr wohl anstrengend sei – wobei sie sich nicht in ein allzu enges Korsett gezwängt habe, um sich das Durchhalten zu ermöglichen. Trotzdem setzt sie pointiert auf „Verzicht und [eiserne] Disziplin“, was meinem Gefühl nach einem weitverbreiteten Klischee folgt, das Alternativen wie intuitive Regulation abwertet.

Sollten (Ex-) Dicke untereinander solidarisch sein, bewährte Methoden weiterentwickeln, ohne dass unterschiedlichen Charakteren die gleichen Tipps, Methoden und Rezepte übergestülpt werden?

Es ist bald 20 Jahre her, dass ich die Frage „Was ist Fressnet.de?“ gestellt hatte.  Darauf gehen die Wenigsten ein, was latent zeigt, dass die passiv-aggressive Haltung verbreitet ist.
Man kann offensichtlich Diäten, die Diät-Gehorsam erfordern ablehnen und gleichzeitig eine „Anit-Diät“, die sich auf den klassischen, von Balance charakterisierten Begriff von gesunder Lebensweise. Austausch und Unterstützung stützt, brauchen wir Alle, braucht auch Ricarda.

Individueller Pragmatismus:

Ricarda sagt: „Jeder muss seinen Weg finden“. Indem sie keine Quelle nennt, entzieht sie sich der Rolle einer „Abnehm-Influencerin“ und vermeidet es, eine bestimmte Methode politisch oder kommerziell zu bewerben.
Sinnvoller „Verzicht“ ist ja relativ und für unterschiedliche Leute unterschiedlich schlimm, kann u. U. auch durch Stolz kompensiert werden. Anstrengung und harte Arbeit als Disziplin zu übersetzen ist ok, lässt aber das Moment des Gehorsams aus. Sie habe nie Diättipps „verteilt“, sagt sie, und sagt nicht, woher sie ihre „Maximen“ bezogen hat.

Im Kern basiert ihre Methode wohl auf einem eher radikalen Zeitmanagement, das für persönlich relevante Aktivitäten und Pausierungen Zeit und Raum lässt. „Tipps von außen“, so sie solche bezieht, bleiben ungenannt – aber das schadet nicht, denke ich, wenn ich an die Rezepte denke, die von manchen PolitikerInnen in Buchform gestaucht worden sind.

Inhaltlich ist hier zu sagen: „Und damit Tschüß, Ricarda“ und, wenn die komlementäre Gewichts-Kontrollgruppe (das ist ironisch, aber Ironie ohne Vorwarnung wird ja nicht verstanden) läuft, kann „Willkommen, auch Du, Ricarda, im Kollektiv!“ folgen.
Schade finde ich, dass offenbar niemand Fragen zum nachhaltigen Charakter der „neuen Lang-Diät“ gestellt hat, und vieles mehr. Wichtig wäre bzgl. Heldentum dieses als „narzisstisch geprägt“ zu charakterisieren, Vor allem geht es weniger ums Theoretisieren, sondern um Praxis. 1 Idee dabe: „Fastenspaziergänge“ in der Kleinstadt, die mit Seminaren oder Praxis-Abschnitten kombiniert werden könnten.Die egozentrische „Seht her, was ich geschafft habe“-Erzählung ist häufig der Speck, mit dem Mäuse gefangen werden. Ein echtes Kollektiv, in dem auch eine Ricarda Lang irgendwann als ganz normales Mitglied willkommen wäre, kann auf die die „Turbo-Abnehn-Selbstbespiegelung“ verzichten.Ihr Fokus auf die Praxis statt grauer Theorie führt direkt zu konkreten, gemeinschaftlichen Ideen.Das Gegenmodell: Praxis statt narzisstisches Heldentum

  • Die Entlarvung des Narzissmus: Das mediale Heldentum inszeniert den Gewichtsverlust als persönlichen Triumph über den eigenen Körper. Es blendet aus, dass Nachhaltigkeit keine Frage von einmaliger eiserner Disziplin ist, sondern von lebensbegleitender, psychologischer und sozialer Balance.
  • Die ungestellte Frage nach der Nachhaltigkeit: Die Medien feiern das „Nachher“-Bild. Niemand fragt, wie dieses radikale, zeitintensive System unter veränderten Lebensumständen (z. B. nach der politischen Karriere oder in neuen Stressphasen) dauerhaft gehalten werden soll, ohne in die alte Verbotsspirale zu rutschen.

Konkrete Praxis-Idee: „Fastenspaziergänge“ in der KleinstadtUm den Austausch von der passiven Online-Ebene in den echten, analogen Alltag zu holen, ist die Idee von Fastenspaziergängen in der Kleinstadt genial. Sie verbindet Bewegung, Gemeinschaft und Bildung barrierefrei:

  • Der geschützte Raum (Die Geh-Gemeinschaft): Beim gemeinsamen Gehen redet es sich leichter. Die Bewegung baut Stress ab und nimmt dem Thema „Körper“ die steife, schambehaftete Atmosphäre eines Seminarraums. Es entsteht eine natürliche Solidargemeinschaft abseits von Diät-Gurus.
  • Kombination mit Praxis-Abschnitten:Der Spaziergang ist der Rahmen. Unterwegs oder im Anschluss greifen kurze Seminare oder praktische Einheiten die echten Themen auf:
    • Impulse zur intuitiven Regulation: Wie lerne ich wieder, auf Hunger- und Sättigungssignale zu hören, statt Kalorien-Tabellen zu gehorchen?
    • Umgang mit Scham und Rückschlägen: Ein offener Austausch darüber, warum Verzicht manchmal schmerzt und wie man ihn durch echten Stolz (und nicht durch Verbote) auffängt.
    • Praktische Alltagstricks: Wie lässt sich ein gesundes Zeitmanagement ohne elitäre Ressourcen (wie Personal Trainer oder private Köche) im normalen Arbeits- und Familienleben umsetzen?

Fazit

Weg von der glitzernden Persönlichkeitsshow im Berliner Politikbetrieb, hin zur solidarischen Basisarbeit in der Provinz.
Das ist die echte „Anti-Diät“: 
Sie bricht das Schweigen der Männer, nimmt Frauen den ideologischen Druck und ersetzt den einsamen Kampf der Selbstdarsteller und verhinderten Selbstdarsteller durch die tragfähige Kraft einer Gemeinschaft.

Speckröllchen-Hysterie 2.0: Wie Product-Placement uns weiter in die Diätfalle treibt

Nach dem klassischen „Last-Minute-Abnehmen“ fragt der NDR in der Sendung „Yazio vs. Almased: 2 Wochen Selbstversuch vor dem Urlaub“ und trägt damit die Speckröllchen-Hysterie alter Frauenzeitschriften in die öffentlich-rechtliche Gegenwart und die sozialen Medien.

„Was bringt mehr – A oder B?“
Die Frage suggeriert eine echte Wahl. Tatsächlich bekommen Zuschauer*innen jedoch nur zwei kommerzielle Produkte gegenübergestellt, deren reale Langzeiterfolge oft weit hinter den TV-Ergebnissen liegen. Der ARD-Marktcheck betreibt hier reines Product-Placement und verzichtet darauf, echte Alternativen aufzuzeigen.
Denn Ernährungsoptimierung ist komplex. Sie betrifft nicht nur Bauchumfang, Eiweißbedarf und Körperfettanteil, sondern auch Alltag, Psyche, soziale Eingebundenheit, Verwöhn-Bedürfnisse und das ständige Gefühl, nie „erfolgreich“ genug zu sein – verglichen mit den perfekt inszenierten TV-Gestalten.

Eine echte Alternative: Intuitive Ernährung

Statt Apps und Formuladiäten setzt die intuitive Ernährung  (Intuitive Eating) auf die Wiederherstellung des natürlichen Hunger-Sättigungs-Gefühls, Entfernen von Verbotslisten und einen wertschätzenden Umgang mit dem eigenen Körper.

Avocado, Tomaten, Knöpfles, Dosen-Champignons – mit leichtem Dampfdruck 7 Minuten gegart. Da alle Zutaten als kalorientechnisch harmlos erscheinen, ist hier kein Kalorienzählen geboten, aber geschmackliche Vielfalt ist gegeben. 

Studien zeigen, dass dieser Ansatz langfristig oft zu besserer psychischer Gesundheit, stabilerem Gewicht und nachhaltigeren Essgewohnheiten führt – ohne Jo-Jo-Effekt und ohne dass man ständig Kalorien zählen muss.Wer wirklich etwas verändern will, sollte über kommerzielle 2-Wochen-Experimente hinausdenken.

Frische Kommentare

  • Anja: Hallo, einen sehr schönen Blog hast du da. Ich werde mich mal etwas umschauen, denn auch...
  • N. Lang: Ein sehr schöner Bericht, beim lesen beschleicht einen direkt die Lust es doch selbst...
  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂

Rubriken

Archive

Motivation