Diätfehler Nr. Acht (Keine Dauerwerbesendung!)


„Der Erfolg heiligt die Mittel“, heißt es, und wo der Erfolg ausbleibt, fehlen die „heiligen Mittel“. Doch obwohl es so einfach ist, übersehen wir es, einfach weil Gewohnheit blind macht.

Deshalb kann man sich z. B. auf US-Foren zu richtiger Ernährung und richtiger Diät (im jeweiligen Einzelfall?) vorkommen wie in einer Dauerwerbesendung:

Dieticians, das übersetzt sich nicht mit „Diätianer“, sondern „Ernährungsberater“, pauken mit ihren Leser*innen das kleine Einmaleins des Körpers mit den Soll-Maßen:

Wenn Sie abnehmen wollen, müssen Sie ① weniger essen & (oder) ② sich mehr bewegen. ➊ Entdecken Sie, welche Hebel Sie betätigen können, um Ihre Gesamtenergieaufnahme zu reduzieren. ➋ Entdecken Sie, welche Art von körperlicher Aktivität Sie am meisten genießen (oder am wenigsten hassen).

Das kann so vernünftig und logisch klingen, dass man das große Fragen beginnt: Wie optimiere ich 1.) und wie 2.)?
Wir fragen auch nicht „Wozu das Ganze?“, denn die Medienindustrie klärt doch über Alles auf?!

Dass man in einer „Erkenntnisfalle“ steckt, merkt man auch nicht, wenn alles nichts nutzt, also das Übergewicht zurückkommt und steigt.  Wenn die gewonnenen Erkenntnisse auf ein „Ich kann das nicht!“ oder „Dann brauche ich eben eine geeignete Medikation, irgendwie“ ist noch nicht alles verloren, aber es wird schwierig.
Zudem: „Wir lassen uns keine Vorschriften machen, von XY schon mal gar nicht, und wer das nicht versteht, schaut mal unter „Reaktanz“ nach!“

Daneben gibt es lästige Zweifel wie „Was ich mir heute als Mittagessen ausgewählt habe – ist das auch richtig?“

Nudeln als Hauptgericht – ist das die „Ausgewogene Ernährung“?

Also zwingen wir uns, „weniger“ zu essen und essen wenig zu Mittag, doch dann sorgt unter Umständen das Unterbewusstsein für eine Art Ausgleich: Mit einem hockkalorischen, meist süßen Leckerli – wenn es bei einem bleibt.

Der „Geheimtipp“ „Viel Gemüse, Gemüse, Gemüse“, also keine dichten Kalorien ist vielleicht am Schreibtisch eines Schreibtischtäters, nicht aber in der Praxis von leicht genussüchtigen, verwöhnten Lustesser*innen entstanden, Sellerie, Broccoli, Möhren, Rettich. Kohl und Spinat sind doch, der Gewohnheit folgend, nur als Beilage gedacht?

Capunti Casarecci“ werden im Rahmen der Mittelmeer-Diät in Italien gelegentlich auch mit einer Frischkäsesauce serviert, vermutlich, weil die Volksküche an monetäre Grenzen gerät, wobei niemand wissen will, wie sich „Frischkäse“ hier definiert.

Vielleicht lässt sich noch etwas mit Seidentofu kreieren, womit das Gericht Einzug in die tierleidfreien Schulmensen halten könnte:

Wenn es ums Schulessen geht, erscheint die Frage „Warum eigentlich nicht für generell Alle und zwar kostenlos?“ genaus so oft, wie sie wieder unterdrückt wird. Zwar verdanken wir der Autowerbung Merksprüche wie „Geht nicht, gibts nicht“ und „Nichts ist unmöglich“, das angestaubte „Die tun was“ führt dann wieder zum „Was tun die eigentlich?“ und irgendwie zu einem „Wer wäre da denn eigentlich zuständig?“

Dazu sollen wir uns „biologisch“ ernähren, pflegen, versorgen, weshalb es auch „Bio-Läden“ gibt, hier mit dem biblischen Motto „Tanz ums Goldene Kalb“ gleich am Eingang:

Das ist so verfahren wie die Verkehrspolitik mit ihren 360-Grad-Wenden und so sinnfrei wie „irgendein Gedicht„, das uns immerhin auf andere Gedanken bringen kann.

Dass zu einem Verbot eigentlich immer mindestens zwei Personen gehören, kam dem „Enährungspsychologen“, der den Spruch „Verbote sind verboten“ geprägt hatte, nicht in den Sinn – so können wir annehmen, dass er nicht den Mut hatte, sinnvolle Ge- und Verbote zu verwenden.

Beim Diätfehler-Countdown sind wir somit bei „Achtens“ angekommen.

„Zucker“ ist nur ein Beispiel für die „Problematik der Einschränkungen“, ohne die sich nichts bewegen wird. Zwar leidet unsere Gesellschaft an ihrem Zerfall, doch heißt das keinesfalls, dass der Mensch als isoliertes Einzelwesen, mit der Welt durch digitale Informationskanäle verbunden zu leben hätte. (Nicht nur) Interaktionen haben uns geprägt, und Interakti0n kann bei nötiger Veränderung helfen.
Wohlfeile Diät-Ratgeber nutzen unter Anderem deshalb nichts, weil „ein Rat für Alle“ nicht zu den jeweiligen Besonderheiten passen kann. Ganz allgemein gilt, auch fürs Coaching: Die Chemie muss stimmen…

Was Fleischersatz für Klima und Gesundheit leisten kann, wollte uns die Tagesschau kürzlich erläutern – und setzte mit dem Wahn, Fleisch müsse ersetzt werden, den Artikel eigentlich von Anfang an in den Sand.

Auch von „fehlendem Fleisch“ war mal die Rede – „Fehlendes Fleisch“ – das hat vom Klang etwas fehlerbehaftetes, und Schule ist ja immer mit Korrektur beschäftigt – und weil „kein Fleisch“ auch richtig sein kann, fehlt auch keines, weshalb man auch nicht sagen sollte, da fehle etwas auf dem Teller, genauer: Auf den Tellern.

Vielleicht fehlt Tempeh  – doch Tempeh ist Tempeh und es als Fleischersatz zu bezeichnen, lässt seine eigentlichen  Qualitäten außer Betracht. Es fehlt ein Tempeh-Netzwerk, das gut für ein Gefühl der Zusammengehörigkeit sein könnte, es fehlt die öffentliche Innovation.

Suppe mit Allerlei“ geht immer, wenn auch manchmal „mehr“ angebracht ist.

Die Umstände, die Verhältnisse sind manchmal so, dass sie das optimale Verhalten verhindern – die Diät „läuft nicht so glatt“, wenn das Geld knapp ist und, was man sich leisten kann,  wie ein Arme-Leute-Essen wirkt, und zwar dauernd: Dann stellt sich das gewisse Hochgefühl der bessren Leute einfach nicht ein.

Andere Sorgen, „Argumente“ hat Martin Huber /CSU):

Die Grünen gängeln unter dem Vorwand des Klimaschutzes ein ganzes Land, während die Außenministerin … sinnlos Kerosin verballert. Bei der grünen Politshow spielt #Klimaschutz nur eine Nebenrolle.

Ich würde sogar sagen: „Die Grünen Gängeln und bevormunden, aber der Huber kann das schon längst, besser und populistischer“. Man muss doch nur „dem Volk aufs Maul schauen“.

Und zweifellos ist es jetzt Herbst geworden!

Kalifornien verklagt Ölkonzerne wegen Irreführung hinsichtlich des Klimawandels

Die deutsche Kurzmeldung ist schnell gelesen, aber die Klageschrift umfasst 135 Seiten. Was die Justiz damit macht, werden wir sehen, und vielleicht läuft das Urteil auf eine gewisse Wiedergutmachung heraus, die wir und die Konzerne der Umwelt „irgendwie“ schulden.

Nudelsalat, ein Lichtbild…

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  • Sabrina: Schön, dass du bei der Bilanz dabei bist! Mit Spirulina und Algen zu experimentieren,...
  • ClaudiaBerlin: Mit all meiner fortgeschrittenen Lebenserfahrung kann ich sagen, dass das mit den...
  • Julia: Da hast du recht, was das Fermentieren angeht, bin ich Spätzünderin 😂
  • Ulrike: Nachhaltigkeit und Produkte aus der Umgebung sind wichtig, da bin ich ganz bei dir. Alles...
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