Die Dinge ins Laufen bringen: Klimaneutralität, Leitungsfragen, Beispiele

Neulich hatte ich einenn Artikel eigentlich mit dem Satz-Schnipsel “… die Dinge ins Laufen zu bringen” beendet, dann aber diesen Schluss wieder gestrichen. Es gibt so manches, was man ins Laufen bringen könnte, müsste, doch mit einem Aufruf ist ja nichts getan.

Und schließlich haben wir doch auch unsere Verantwortlichen,  Zuständigen. Und Leitlinien, sogar solche, die besagen, dass die Welt klimaneutral zu werden hat, dass wir also Schluss zu machen haben mit fossilen Energien – deshalb steigen die einen auf E-Autos um, die anderen fahren Fahrrad, und die ganz Engagierten steigen in kein Flugzeug mehr. Sogar, dass ein Passivhaus nicht deshalb Energie spart, weil man sich darin nicht bewegt, hat sich herumgesprochen.

An alternative Treibstoffe wird gerne die Forderung gestellt, sie mögen doch wirtschaftlich sein. Und was heißt “Wirtschaftlichkeit”? Zum Beispiel bei Spassflügen ohne weiteren Grund – last Minute nach LA, zum Eis-Essen – das ist auch zum Schleuderpreis noch ein Luxus-Preis.

Das Thema “Bio-Öl aus Algen” ist aber auch unter anderen Aspekten interessant und hat mich beschäftigt, so dass für den Fressnet-Artikel im gewohnten Format keine Zeit blieb; ersatzweise gibt es eine Leseempfehlung:

http://sketchnet.de/nachhaltigkeit/bioenergie-fur-tank-teller-und-stall

Bei der eigentlich brennenden Frage nach der Überfischung der Weltmeere wird das Thema “Algen” übrigens nochmal interessant, wir sollten das im Auge behalten.

Der CO2-neutrale Flugverkehr bis 2050 geht in der allgemeinen Gedankenlosigkeit unter, wie so Vieles, könnte man meinen. Bei “680 Prozent Wachstum von 1960 bis 2018″ darf/muss man auch fragen: “Wozu eigentlich?”
Und auch “Wo soll der kimaneutrale Sprit denn produziert werden?
Der enorme Flächenbedarf der Anlagen legt die Frage nach stabilen politischen, humanen Bedingungen dabei allerdings nahe.

Mit klimaneutralem Flugbenzin und e-Autos, die nicht stinken ist “die Energiewende” ja noch ganz und gar nicht geschafft: Den Löwenanteil der Co2-Mi-Minderung muss hier die Bauwirtschaft bringen, die wird von den “energetischen Sanierungen” der Altbauten wohl überfordert sein und schmückt sich bei Neubauten mit unverdienten Lorbeeren. Das heißt: Fertigbauweise im Fließbandprinzip, ohne Keller, ohne Dachbegrünung, ohne bewachsene Fassade, und dem Druck des Parkverkehrs wird stattgegeben, indem letzte Wiesen/Rasenflächen zu Parkflächen verwandelt werden…

 

 

Aber jetzt wird ja alles besser: Wir haben die Grünen in der Regierung und die Grünen haben eine neue Doppelspitze, sturmerprobt und wohl mit Kompetenz von innen versorgt und mit Ratschlägen von außen bedacht, doch:

Dicke sind nicht fuer jeden Abnehm Tipp dankbar - das weiß die Welt und mit ihr wissen wir das auch. Prompt folgt eine Rat-Schwurbelei, bei der Dankbarkeit nur mit einem “Nein, Danke” zu äußern ist:

Warum jemand dick ist, kann ganz unterschiedliche Gründe haben … , erklärt die Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie [Martina_de_Zwaan] aus Hannover.

“Um abzunehmen, brauche es einen enormen Willen …” .

Solche Sätze, von Persönlichkeiten mit weißem Kittel ausgesprochen, werden mehrheitlich wohl nie, nie und nochmals nie hinterfragt werden. Wir sind doch schon ganz nah am “eisernen Willen”, nicht weit von den Held*innen der Selbstdisziplin, also den Deutschen Tugenden “Leder, Kruppstahl, Windhund”.

Wer dick und nicht für jeden Abnehm-Tipp dankbar ist, wem die eiserne Disziplin nicht so wirklich liegt, beruhige sich mit dem Hinweis, dass eine verständnisvolle Motivation, verlässliche Begleitung und verständliche Anleitung weniger Nebenwirkungen als eine Magenverkleinerung haben und eine gewisse. vertragliche (Selbst-) verpflichtung zum Erfolg wohl unausweichlich ist.

Es muss als gesundheitspolitischer Schachzug mit früher oder später revolutionären Ergebnissen gedacht gewesen sein, Ricarda zum Role-Model der halben Nation zu küren – wünschen wir uns viel Erfolg damit! Anders gesagt: Nichts geht ohne Vorbilder, Identifikation ist menschlich, archaisch,  naturgegeben.

 

Ich würde – in Hinblick auf eine folgende Bundestagswahl – den Grünen ja empfehlen, sich noch einmal mit demn Veggie-Day auseinanderzusetzen. Machtpolitisch war das bisher doch ein Fiasko, eine Niederlage – doch in der Zwischenzeit sind derart interessante Rezepte entstanden, zum Beispiel:

Bei dem einen oder anderen Fleischersatz-Hersteller fallen die Aktien, bei den Tempeh-Herstellern gibt es keine Aktiengesellschaften. Es gibt wenige Kleinhersteller, aber keine Möglichkeit, Tempeh von privat zu vermarkten – doch das Selbst-Machen ist, wie beim Sauerkraut, natürlich jeder (Betriebs-) Küche erlaubt.

Zur Tempeh-Herstellung und Verarbeitung gibt es hier einen eigenen Artikel – im Bild eingebettet die Information, dass man der exotischen Speise mit geeigneten Geräten eine individuelle Form geben kann.

Sozusagen eine Machbarkeitsstudie – viel Broccoli und wenig Tempeh, letzteres nur mit ein wenig Soja-Sauce gewürzt. Etwas Salz und Olivenöl dazu, mehr ist nicht unbedingt nötig bei dem “Luxusmenü” aus dem Dampfdrucktopf.

Teigtaschen mit einer veganen Füllung – hier Sauerkraut und Champignons – sind eine Erfindung, die in diesem Fall  aus dem Osten gekommen ist. Mit Steinpilzen wahrscheinlich noch um Einiges geschmacksintensiver…

In dieser Rolle versteckt sich eine kleine Portion Räucherfisch, neben Mangold-Grün und hausgemachten Semmelbröseln. Gäbe es schon genug Algenöl auf dem Markt, könnte man da auch eine vegane Alternative herstellen.

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