Mie-Nudeln in Grün zwischen Suppe mit Asia-Touch und Gier

Mitte der Woche bekam ich den Tipp, doch mal nach einem Linsensuppen-Rezept der „Küchenschlacht“ zu schauen – das sei „vegan by chance“, sozusagen zufällig-vegan und/aber vielversprechend, und angeblich ziemlich lecker, es wurde wohl am 09.11. vorgestellt…

Also nicht an irgendeinem Tag, sondern an einem dreifachen Gedenktag, und familiär, in der Verwandschaft, gab es einen Geburtstag noch dazu, oder anders herum: Zum Geburtstag gab es einen Dreifach-Gedenktag, wenn auch nicht alles mit schönen Erinnerungen verbunden ist.

 

Glatte Linsensuppe – Zutaten

Zum Rezept-Test ließ ich die Waage an ihrem Platz, arrangierte lieber die Zutaten nach Gefühl – Alles wird restlos verarbeitet, nur die Linsen nicht:

 Glatte Linsensuppe – Rezept

Rote Linsen, Kartoffeln, Karotten, 25g Ingwer, 1 Zwiebel, 1 Zitrone, 600 ml Gemüsefond, 1 TL Currypulver., Öl, zum Anbraten, Salz und Pfeffer sind die angegebenen Zutaten, bei mir war der Ingwer schon in der eingekochten Gemüsebrühe, bebst zwei kleinen, scharfen Chilischoten, die Pastinake kann man hinzufügen, schadet nicht.

Dann wird kleingewürfelt umd in der Pfanne angebraten oder -geschwitzt, was das Zeug hält, samt Currypulfer. Pfanneninhalt und Linsen kamen dann mit der Brühe in den Schnellkochtopf, und alles wurde gut:

Ein bisschen Brot (hier angeröstet) gehört dazu, frische Kräuter, gehackt und mit einer Essig-Öl-„Salatsauce“ dienen der Verfeinerung, und dass die Suppe noch püriert wurde, ist zu sehen, was nicht sichtbar ist, ist der Kräuteresig, den ich statt Zitrone nahm und der Extra-Löffel feines Olivenöl, das ich beim Pürieren hinzufügte.

 

Curcumasuppe

Nach der Suppe konnte man sagen „Es ist noch Suppe da!“, und ein paar Stunden später nicht mehr – da hatte die Suppe sich in einen heißen Smoothie verwandelt, war also nochmals püriert, aber auch mit viel frischem Curcuma, Mozzarella und einem Schlückchen fruchtigem Weißwein versetzt worden, getreu dem altrömischen Trinkspruch „Versetzt – aber lieber mit als ohne Weißwein!“ 😉

Der Weltklimarat fordert eine Kehrtwende beim Fleischkonsum, Politiker in Deutschland debattieren über „Grünes Stahlkochen“, antiautoritäres Epidemiemanagement, Neuwahlen und die zu vergebenden MinisterInnenposten.

Das, obwohl ein moderater Fleischverzicht eine 8,3-Millionen-Tonnen-Co2-Ersparnis bewirkt, ähnlich viel, wie durch den Tempolimit-Effekt zu erzielen ist.

Das sind Zahlenspiele mit Hintergrund: Die „oberen Zehntausend“ steigern ihren Co2-Fußabdruck auf bald 16 Prozent des Gesamtausstoßes, (private) Sonderflüge werden mit dem „Terminkalender“ begründet, als ob man den nicht anpassen könnte.

 

Die Rede von der Chancengleichheit ist ja deshalb so charmant, weil sie Aufstiegsmöglichkeiten suggeriert, auch wenn weder Chancengleichheit, noch Gleichheit und Gerechtigkeit so ganz gegeben sind. Wir haben das Denken in Hierarchien verinnerlicht und orientieren uns an „denen da oben“, wollen teilhaben und (selten) auch mal in Theater, Schauspiel, Oper und Konzert gehen.

Die Regierenden und die Reichen sind nun mal Vorbilder, und so müssen sie sich auch vorbildlich und vernünftig verhalten.

Das macht  „die da oben“ bewusst oder unbewusst zu Leitfiguren,, und wenn „die da unten“ das Gefühl bekommen, die „Führungsschicht“ könne machen, was sie will, identifizieren sich viele  eben damit.
Das Volk ist allergisch gegen Vorschriften und fragt erst einmal nach Subventionen, bei der Hausdämmung, beim Umbau von Ställen, Agroforstwirtschaft, e-Mobilität und überhaupt.

 

Wenn die Regierung dem Volk nicht zeigen kann, wie es sich nachhaltiger lebt, muss das Volk der Regierung zeigen, wie wir mit weniger Fleisch auskommen.

Hier bei Blumenkohl und Kartoffel, mit enem käsehaltigen Sößchen.

Das Volk könnte sich auch höflich nach dem Verbleib der  #Biolebensmittelgrundversorgung erkundigen, und sicherlich gäbe es für diesen Fall ein Kabinett, indem noch nie eine(r) je dieses Wort gehört hätte, geschweige denn wüsste, worum es „da schon wieder geht“.

„Wenn das Volk feiert, zeigt es sein wahres Gesicht“:

Die Narren und Gecken verschmelzen hier zur Masse und verstecken sich hinter einer Maske, wer den Sinn der Veranstaltung versteht, darf als vernünftig gelten. Andererseits: Das ist ein Fernsehbild, und die handgestickten „Narrenkappen“ symbolisieren die Rangabzeichen in einer ausgeklügelten Hierarchie, die abgebildeten Tausende sind also nicht „das Volk“, sondern der Anteil, der sich in einer bestimmten Situation als erhaben wähnt, fühlt und feiert.

Eine Erklärung lautet, die Veranstaltung gelte der Vorbereitung auf die Fastenzeit, denn Erdrotation und schräge Erdachse bedingten den Jahresablauf, die vier Jahreszeiten, und in irgendeiner Vorzeit wurde, damit die Gesellschaft rund läuft und unerfüllte Sehnsüchte ausleben oder ausdrücken kann, eine fünfte Jahreszeit eingefügt.. Systemkonform könnte man noch einmal etwas mit Fleisch essen:

Zugegeben – viel Hühnchen ist auf diesem Teller nicht zu finden, dafür Linsentempeh in Tomatensuppe, nebst  Champignons. Den Kommentar, „Essen ist nicht politisch, es wird ideologisiert“  habe ich anderenorts gefunden – Sinn ergibt das zwar nicht, es ist aber kein schlechter Bluff.

 

Der letzte Teller dieses Artikels zeigt „Spinat“, also genauer: wie Spinat verarbeiteten Feldsalat:

Spinat vom Feldsalat mit Mie-Nudeln und Champignons

– das ist ein ehrlicher Spinat ohne „Blubb“ – Sahne hat hier nichts zu suchen. Geschmack und Mundgefühl wurden mit Tahin verbessert, auch handelt es sich um Nudeln vom Vortag, zusammen mit feinen Würfelchen einer kleinen  Zwiebel und noch feineren Knoblauch-Würfelchen in der Pfanne leicht angebraten/angeschwitzt.

Klarzustellen ist bei alledem: Solche Resteverwertung, ja, nachhaltige Nahrungszubereitung überhaupt, ist sekundär:  „Aufgabe der nächsten BuReg muss es sein, mit anderen Industriestaaten und Akteuren der Wirtschaft gemeinsam voranzugehen.“

So Annalena Baerbock im ZDF. Und   „… eine neue Dynamik des Machens“  als Regierungs-Aufgabe, industrielle Belange statt dem (leiblichen) Wohl des Volkes lassen daran denken, dass „Gier“ – die scheint übertragbar zu sein – zentraler Bestandteil des Wortes „Re-Gier-ung“ ist – dummer Zufall, assoziative  Klärung oder alberner Kalauer?

 

 

 

 

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