(Koch-) Kunst, Fleischtöpfe, Gemüsewochen – Faszination Kürbis

Deutschland macht dicht, stellt das Ausgehen ein, schließt die Theater, nicht die Supermärkte, aus bekannten Gründen. Dabei sind doch die Kulturschaffenden so wichtig fürs Bruttosozialprodukt, doch werden sie abgehängt, während das böse, böse System überflüssige Flughäfen, Tiefbahnhöfe, Kreuzfahrtschiffe und Autobahnen finanziert. “”Wo die Kultur stirbt, beginnt die Barbarei.” (Heinrich Böll)” wird der erboste Aufruf  kommentiert, doch vergessen wir neben den “beschäftigten” auch nicht die “unbeschäftigten”, “brotlosen” Kulturschaffenden, die  “Nicht-schaffenden”, neben den anerkannten auch nicht die unbekannten – und nicht das Motto von Beuys: “Jeder ist ein Künstler“!

Das kulturelle Dilemma in der Virenkrise steht  immerhin im Zusammenhang mit den Verwertungsmechanismen der Kulturindustrie – es geht nicht um Kultur, sondern um Waren, die getauscht und kostenlos kopiert werden, im Überfluss produziert werden und doch nicht so ganz überflüssig sind, wenn sie auch nur zerstreuen, ablenken, und Unterhaltung ist schließlich ein weites Feld, das beackert werden muss, es sei denn, es kämen welche, die es mit Permakultur kultivieren. Es geht um Geld, um die Solidarität der Künstler nur im Konjunktiv, und wenn sie nicht im öffentlichen Dienst beschäftigt sind. Wer einen Vertrag beim Staatstheater hat, kommt auch ohne Ausfälle und ohne Schwierigkeiten mit dem Kontostand aus.

Was diese Künstler und vorzeigefähigen Vorbilder so rührend und wendend zubereitet oder verzapft haben, können wir uns anhand des Themas “Wenn Männer kochen” exemplarisch anschauen: “Herbert Feuerstein bei Alfredissimo”. Da wird Fleisch in überquellenden Töpfen geköchelt, ohne ein Problembewusstsein von den ökologischen Folgen der Massentierhaltung zu bilden – aber die Fragen, ob ein mitgekochtes Lorbeerblatt nur “zeremonieller Natur” sei oder ob es auch Geschmack abgibt, oder ob eine Chilischote gestoßen oder gerieben wird, diskutiert mann.

Bis die Idee, mal öffentlich-rechtliche oder private Gemüsewochen auszurufen, realisiert wird, muss erst mal der Vater Rhein vertrocknen…

 

 

Hirse, nach Anleitung oder etwas länger in Gemüsebrühe gekocht und anschließen quellen gelassen. Dazu eine Sauce aus der gleichen, hier dunklen Gemüsebrühe, mit einer Mehl-Olivenölschwitze und etwas Sojasauce, gemischtem Gemüse (Fenchel, Pastinake, Zwiebel, Sellerie je in Streifen geschnitten und mit etwas Fett in der Pfanne, mit Glasdeckel gegart), Olive, Salz und zwei Limetttenspalten. Ob das mit einer größeren Abbildung deutlicher wird?

“Abnehmtage mit Hirse” war hier einst ein experimenteller Artikel, der die Vielfalt bei der Nahrungszubreitung fördern sollte – man weiß ja nie, was daraus wird. Wenn Jens Spahn mit Hirse frühstückt und fermentierten Hirsebrei als universell geeignete Kranken-Schonkost und vitalisierende Kraftquelle für Gesunde  präsentieren könnte, würde auch der Beitrag

How to prepare Millet Fermented Porridge / Ambali / Khameer (English) l Dr. SARALA

zum “Renner” in unseren deutschen Landen. Motto: “Prävention, gelöffelt, nicht geschnitten!”

 

“Gedämpftes Herbstgemüse mit Hörnchennudel und gerösteten Brötchenbröseln, mit Käse überbacken” stellt eine Möglichkeit dar, zum Beispiel Chicoree, Blumenkohl und Karotten friedlich vereint auf den Teller zu bringen. Weil die Tage kürzer werden, ist das Bild bei schlechtem Kunstlicht entstanden.

Aber kommen wir zum Thema “Kürbis“:

Hier die ganze Ausbeute meiner diesjährigen Kürbisfarm: Die Samen waren als “Hokaido” beschriftet, hatten schlecht gekeimt, von dem, was aufwuchs, ist das Wenigste befruchtet worden, und das magere Ergebnis sieht völlig anders als erwartet aus.

Die zahlreichen Kleintomaten des Kleingärtners sind wiederum Grund zur  Freude, und der Lebensmitteleinzelhandel wird sich freuen, wenn die Kundschaft bei Blumenkohl, Sellerie und Lauch zugreift, die, gewürfelt und gedämpft, wiederum die Grundlage für die rechterhand zu sehende, mit Kokosmilch pürierte helle Suppe war, die mit Senfsprossen, Schnittlauch und Petersilie “begrünt” wurde.

 

 

Im Terracottaschälchen sehen wir das Ergebnis eines Experiments:  Stücke des geschälten “Kürbishalses”, in einer Salz-Curry-Chiliflockenmischung gewälzt, an der Spitze mit ganz wenig Honig beträufelt und stehend mit etwas Butter gedämpft, wobei 10 Minuten schon einigermaßen reichlich sind.

Gleichzeitig mit dem Kürbis hatte ich noch einige Karotten-Stückchen nebst Steckrübe gedämpft-gegart, so dass es bis zur nächsten Suppe nur ein kleiner Schritt war:

 

“Raffiniert” wird diese Suppe, wenn die beteiligten Gemüse je besonders gewürzt an ihren “persönlichen Garpunkt” geführt werden. Die Karotte etwa in Sesamöl ziehen lassen, die Steckrübe nach einer Langzeitbehandlung (“Reifung”) in Zitrone-Knoblauch-Thymian-Salzmarinade dämpfen, Kürbis wie besprochen. Bei den Winzigtomaten gibt es eigentlich keinerlei Würz-Bedarf, die kommen 3-4 min vor dem Servieren in die heiße Brühe. Die Fadennudeln (Dinkel-Vollkorn) werden in Salzwasser gegart und müssen unbedingt gut abtropfen oder entwässert werden, damit die Suppe nicht verwässert wird.

Bevor die Suppe vorsichtig in den gut vorgewärmten Teller gegeben wird, diesem einen knappen EL Sojasauce einflößen ;-)

 

Damit ist der Artikel übrigens am Ende. Ich habe

- und wünsche Euch Gesundheit, Optimismus, erträgliche Laune(n) und die Kraft und Muße, Euch mal weiterführende Gedanken über die notwendigen gesellschaftlichen Veränderungen und Eure Rolle dabei zu machen – zum Beispiel Ernährungswende, Verkehrswende, Klimawende, gesundheitliche Fürsorge, am Besten ganz stressfrei, wenn auch “ganz entspannt” kaum noch vorstellbar ist.

 

 

 

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Ein Kommentar zu “(Koch-) Kunst, Fleischtöpfe, Gemüsewochen – Faszination Kürbis”

  1. Hallo Klaus-Peter,
    wieder ein sehr nachdenklicher, gefühlvoller Artikel mit tollen Rezeptideen.
    Mach weiter so!

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  • Evelin: Hallo Klaus-Peter, wieder ein sehr nachdenklicher, gefühlvoller Artikel mit tollen...
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