Geflügelfrikassee in Gelb und Schokopudding vom Nikolaus

Geflügelfrikassee in Gelb und Schokopudding vom Nikolaus

Als ich mich neulich durch die Food-Blogs geklickt hatte, hatte ich bei der Darstellung eines Hühnerfrikassees Appetitt bekommen – und mich gleichzeitig geärgert, womit man am Besten ja gar nicht erst anfängt, denn die Anlässe sind schier unendlich.

Das schöne an dem Hühnerfrikassee-Rezept: Es war ein schnelles Rezept. Unschön: Der Fleischanteil, so um die 200 Gramm pro Person, war Hühnerbrust. Und wenn alle des Deutschen Kundigen solche Rezepte lesen und sich daran  halten, bleibt verdammt viel Hühnchen übrig – für die Müllkippe, für “Geflügel-Fleischwurst” oder für den Export in “Drittweltländern”, bei denen die einheimische Hühnchenzucht wirtschaftlich in die Knie gezwungen wird, so dass die nunmehr Arbeitslosen sich auf den weiten Weg machen, und wir in Form gesellschaftlicher Spannungen (“Obergrenze”? “Integrationsquote?”) die Quittung für unseren Lebensstil bekommen.

Sicher, an mehreren Orten wird darauf  hingewiesen, dass wir, “wenn Fleischverzehr, dann  “From Head to Tail” genießen” müssten, aber das klingt recht verkrampft und importiert, als könne niemand mehr Deutsch reden, und entsprechende Slogans, die zum Schweineschnauzenverspeisen  animieren oder Rezepte mit “Schweinsfüßles” werden unter der Ladentheke gehandelt, gleichzeitig sinkt die Zahl der Ladentheken rapide.

Eingefügtes Foto, bevor eine Textwüste entsteht: Nebst dem “Salzzitronen-Kimchi” befindet sich ein kleiner ganzer Spitzkohl im Maggiglas – mehr dazu weiter unten.

 

Selbst engagierte Hobby*köchInnen greifen im Zweifelsfalle zum Hühnerbrühen-Granulat oder, wenn sie Geld übrig haben, zum Fertigfond im Glas – “aus edlen Zutaten” ist da ausdrücklich nicht vermerkt, denn Fonds sind (in der Küche) Resteverwertung.

Wer aber in der kalten Jahreszeit eine Hühnerbrühe braucht, ist mit dem hausgemachten Gegenstück besser bedient, und so hatte ich mich an der Discounter-Kühltheke bei den “Putenunterschenkeln” bedient, die aus Haut, viel Knochen und  Fleisch bestehen – zu viel Fleisch für eine Brühe, also hatte ich, was sich abtrennen lässt, abgetrennt und en Rest in einen großen Topf gegeben, zusammen mit allerlei Wurzelgemüse und Gemüseresten überhaupt, für die Brühe.

Das übrige, in den Kühlschrank gestellte rohe Fleisch wollte ich andererseits nicht sofort verwenden. Zufälig habe ich in der Situation – nebenbei, und während ich nach einem Rezept zur Käseherstellung aus Kefir gesucht hatte – den Hinweis gefunden, dass Kefir auch Fleisch konservieren könne. (Weitere Seite zu Kefir->Käse)

Demnach gibt es Möglichkeiten, das “Verfallsdatum” auch für Fleisch zu verschieben; die werden aber nicht bekannt gemacht, denn je mehr weggeworfen wird, desto mehr kann verkauft werden?

Das “Zartmachen” durch Einlegen in Buttermilch ist ja bekannt, das Einlegen in Kefir nicht – hierzulande jedenfalls. Das könnte sich ändern, oder “die Gewohnheit” verhindert Veränderungen.
Vielleicht sind wir mental träge geworden, weil permanente Werbe-Berieselung, bei der uns mitgeteilt wird, was wir machen und kaufen sollen, das eigene Denken verhindert; eigentlich bräuchten wir Spielräume, “Denkübungsplätze” und Experimentierfelder, doch gewisse Arbeitsteilungen sind in Fleisch und Blut übergegangen, Neugier ist auf der Strecke geblieben.

 

Probiotischer Möhrensalat

Möhren-Apfelsalat mit fermentierter Möhre: Zum grob geriebenen, geschälten Apfel kommt die gehobelte Möhre, weil die Möhre schon Milchsäure einbringt, ist nur wenig (Kräuter-)Essig nötig,  nicht zu wenig Olivenöl guter Qualität, Saft einer halben kleinen  Orange für mehr Fruchtigkeit, eventuell 1/4 Tl Honig, Salz & Pfeffer. Mischen, 30 min oder mehr ziehen lassen, mit Zimmertemperatur servieren.

 

Erinnert Ihr Euch an das Foto mit dem Gemüse im Maggiglas? Die Möhren, die hier im Apfel-Möhren-Salat verwendet  worden sind, stammen daraus. Wenn es auch eigentlich “nur” um den Spitzkohl ging, genauer gesagt um “Sarma“, Krautwickel aus im Ganzen fermentiertem Kohl, dessen (fermentiert) “ledrigen”, also biegsame Blätter für “balkanmäßige” Kohlrouladen gebraucht werden.

Eigentlich ist klar, dass man nicht einen ganzen Kohlkopf durch eine relativ kleine Öffnung bekommt – ich hatte mich bei der Wahl des Spitzkohls etwas verschätzt, dafür nach dessen Verkleinerung noch reichlich Platz für andere “Sauerkraut-Zutaten” und viel Salzwasser – was nach drei Wochen eine milde Säuerung und frisches Kraut ergab.

Die Möhren waren nun biegsam und nicht so ganz einfach zu raspeln, hatten aber Geschmack und harmonisierten aufs Schönste mit dem Apfel.

 

Kefir-mariniertes Putenfrikassé

Den Salat hatte ich ja schon vorgestellt, dazu gab es Reis und Pute in Curcuma-Curry-Sauce (ein wenig Bechamel-Sauce plus die Kefir-Marinade) mit dem in Puten-Gemüseebrühe gegarten Fleisch und ein paar TK-Erbsen.
 

Wem dann noch der Sinn nach Nachtisch steht – bitte; hier ist noch mal der aus dem letzten Artikel:

“Ein Nachtisch sagt mehr als tausend Worte”, dennoch ist hier so Einiges zu erklären:

Dies ist kein Standardrezepte, deshalb die Zutatenliste in Form eines Fotos:

70 Gramm Vollmilch-Nikolaus, 225 ml Milch, 1/2, in Scheiben geschnoittener und mit einigen Rosinen gar-gedämpfter Apfel, 7-8 Gramm Stärkepulver (hier: Kartoffelstärke), 1 kleine gelbe Chili.
Die Hälfte der Milch vorsichtig zum Kochen bringen, derweil den Nikolaus entkleiden, die Schokolade und Chili vor-zerkeinern, mit der kalten Milch und dem Stärkepulver per Mixstab bearbeiten, in die dann köchelnde Milch einrühren und rühren, rühren, rühren…
Über den Apfel bzw. in ein leeres Gefäß gießen und erkalten lassen.
 
 

Scharfer Schokopudding mit Dickmilch

Dass der Pudding mit einer schlichten, reinen Schärfe daherkommt, ist vom Aussehen her nicht zu erwarten. Insofern ist eine Vorwarnung sicherlich angebracht.

Problemlos kann die Dickmilch auch durch (angedickten) Kefir ersetzt werden; wenn der aus “unverpackter” Milch selbst gemachter ist, leistet das einen kleinen Beitrag zur Müllvermeidung, die nur vom darüber-Reden allein nicht wahr wird.

 

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