“Dieta Palermino”: Abnehmen mit Pizza, Pasta, Passione

“Stare a dieta” – also “Diät halten”, ist, wenn überhaupt, jetzt angesagt, weil die Massenmedien seit der ersten Januarwoche nur das auf dem Schirm haben (neben ein paar unwichtigen Meldungen zu – na, Ihr wisst ja…). Der neue Klassiker wird: Die High-Carb-Diaet!
In den USA begab sich

Charlotte Palermino,

Associate Director of Partnerships (“I … am the resident food blogger/Instagram picture-taker. An expert on bacon, chia seeds, money, and why there aren’t more cronuts in the world, I also enjoy eating all the things I photograph while sipping on intricately constructed cocktails.”)

auf den steinigen Weg aus der Kalorienfalle – für eine Woche jedenfalls, trank nur Wasser und aß nur Pasta.

In der  “Elle” gibt es den Artikel

I Ate Only Pasta for a Week and I Thrived

I did what many thought was impastable.

Damit ist auch genug zu dem Thema gesagt. Eine andere Influencerin sieht ihre Arbeit so:

Für mich ist es nach wie vor surreal, wenn Leute mich als Vorbild nehmen, oder jemand zu mir kommt und mir sagt, wie stark ich ihn beeinflusse. Ich sehe mich als normales Mädchen, lebe mein Leben nach bestem Wissen und Gewissen. … und ich nehme meine Fans gern durch mein Leben mit.

Während bei den weiblichen Idolen das Äußere eine besondere Rolle zu spielen scheint, damit die Influencerinnen mit einem hohen Bekannt- und Beliebtheitsgrad punkten können, geht von männlichen “Beeinflussern” eher ein subtiler Einfluss aus, wenn sie Nudeln essen:

 

Wir könnten auch die “nationale Nudelfrage” stellen oder gar die nach der Nation als solcher:

Jakob Augstein hält die Entwicklung der AFD hin zu einer “echten” Volkspartei für wahrscheinlich – die würde dann alles Fremde ausschließen wollen, um ansonsten zum Sozialstaat zurückzukehren.

“Man könnte das dann auch einen nationalen Sozialismus nennen”

Wie er mit dem Begriff “Sozialismus” umgeht, ist eigentlich unzulässig – Sozialismus und Demokratie bedingen einander, und Sozialismus denkt global-solidarisch, also kann es keinen Natiuonal-Sozialismus geben. Das immer öfter zu hörende “Wir zuerst” ist Egoismus, hat ähnlich viele Abstufungen wie der “Faschismus”, also sinngemäß “latenter Satanismus”.

Wo es “unter Hitler” etwas mit “Nationalsozialismus” Bezeichnetes gab, war es nie und nimmer Sozialismus, sondern eine bürgerliche Herrschaftsform, die von Kapitalinteressen massgeblich gesteuert, von Konzernen gefördert war, eine Herrschaft, die die Sehnsucht der “Massen” nach Sozialismus, Selbstwert, Arbeit. Heimat, Scholle, Abenteuer, Führung bediente,  sie gleichzeitig destruktiv in den Kampf gegen Chimären, Feindbilder, in Krieg und Elend zwang.

Mit dem Wiederaufbau in “zwei Staaten einer Nation” und dem “Wirtschaftwunder” konnte man sich auch mehr als einfache Schnittchen

… leisten, wenn sich auch der wahrhaft angenehme Wohlstand eher bei den “herrschenden Kasten”, und in dem einen Staat mehr als im anderen ausgebreitet hat. Das zarte Pflänzchen “Sozialstaat” ist mitsamt der Diskussion, was “Gerechtigkeit” ist und ob wir die vielleicht noch mal brauchen, nicht zum robusten Baum geworden – “Linden, unter denen wir uns finden” gehören zum Liedgut vergangener Epochen. Der Alternativbaum, die knorrige, alte Deutsche Eiche, braucht wie die etwas feinere französische, Zeit und eine intakte Umwelt.

Da mag man regionale Spezialitäten (hier: Hessisches “Himmel und Erde”) aus den Geschichtsbüchern rekonstruieren und Schwarzwurst essen – der Schock, mit Menschen schwarzer Hautfarbe erstmals konfrontiert zu sein und vermeintlich mit denen noch das Deutsche Kulturgut Kartoffel teilen zu sollen, war tief, und diese Interpretation war flach ;-)

Die Wahrnehmung pendelt zwischen Fremd und Bekannt, Erfahrung und Erwartung, Bangen und Hoffen.

Die AFD bringt ihren Wunsch, doch endlich integriert zu werden, mehr als ungeschickt vor, mit der Ankündigung, die Kanzlerin vor sich hertreiben zu wollen, könnte sich auch ein Muttermörder qualifizieren, und dann wird doch alles nicht so gemeint gewesen sein, oder auch ein Erinnerungsfoto vor einem Bunker ist nichts als das.

Geschwister haben häufig Schwierigkeiten, wenns ums Teilen geht, Einzelkinder erst recht – teile ich meine Rezepte, dankt es niemand…

Insofern gilt es, von der emotionalen Ebene zu den Sachfragen zu kommen, und zwar bald.

Bei sachlichen Fragen nach der Gerechtigkeit wird es immer zu emotionalem Geschehen kommen, aber auch, wenn es um Umweltfragen, um die Zukunft des Planeten geht.

Vielleicht auch, wenn wir nach dem Zustand des einen Staatswesens, das die Staatsangehörigkeit umreißt, fragen.  Dass der Lobbyismus gedeiht, zeigt, dass er auf Entgegenkommen und Wohlwollen trifft. Die Politik dient dem Volk, indem sie der Industrie “Handlungsspielräume” einräumt, die eigentlich nicht erlaubt wären – wenn doch die Versorgung mit  Benzin- und Dieselschluckenden “Kutschen” soo wichtig ist fürs gefühlte Wohlbefinden. Der Spass am Gas(-geben), von der Folklore besungen, verdrängt die Angst vor giftiger Luft – die verlagert sich aufs Fahrverbot.

“Das Volk” fühlt – völkisch, europaweit. Katalonien muss ein Staat werden, bei Mazedonien wird um den Namen demonstriert, als sei das für die Weltgeschichte entscheidend. Das afrikanische Togo ist ein Sonderfall, da demonstriert niemand, wenn sein Name missbraucht wird: “Togo muss Kaffee gehen” – überall hängen diese Schilder “Togo, Coffee Togo” – oder ist das Werbung?

Kommen wir zum Schluss noch mal auf Charlotte Palermino zu sprechen: Die hatte vor dem diesjährigen Pasta-Projekt schon mal das gleiche Spielchen mit Pizza gespielt, und jedesmal ein schönes mediales Echo für ihre Inszenierung bekommen. Es dürfte also lohnend sein, sich/etwas “richtig” in Szene zu setzen.
Die Zuschauer/Leser finden dabei “ihre” Zerstreuung – aber ist es eigentlich & wirklich lohnend, sich (ständig)  zu “dezentrieren”?

Sich bei einem Schnittchen zu konzentrieren ist allerdings auch eine Möglichkeit, sagt Annelie Schmidtchen – das ist aber eine andere Geschichte.

 

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