Lebensmittelabfälle, das Klima und ihre optimale Verwendung

Lebensmittelabfälle auf der Müllkippe – das ist Pfui, wird aber immer noch gemacht, selbst, wenn dabei bekannterweise das Klimaschadgas Methan freigesetzt wird, in erheblichen Mengen.

In den USA findet man es mittlerweile revolutionär, alles, was kompostiert werden kann, zu kompostieren.

Hierzu passt diese Einschätzung der Fraunhofer-Gesellschaft ganz gut:

Die Verwertung kommunaler Bioabfälle oder industrieller organischer Abfälle in Kompostierungsanlagen ist mit einem hohen energetischen Aufwand für die Durchmischung des Kompostgutes verbunden. Eine energieeffiziente und kostensparende Alternative zur Nutzung organischer Inhaltsstoffe stellt die Vergärung dar. Hierbei bauen anaerobe Mikroorganismen die Kohlenstoffverbindungen zu Biogas, einem Gemisch aus Methan und Kohlendioxid ab.
Für die Vergärung organischer Materialien wie Biomüll, Küchenabfälle, landwirtschaftliche Abfälle oder Klärschlamm (Rest-Biomasse) zu Biogas hat das Fraunhofer IGB ein besonders effizientes Hochlastverfahren entwickelt.

Die Zeiten ändern sich langsam: In einem Artikel von 2006 war die Formulierung

Die heutigen Kompostierungsverfahren präsentieren sich technisch sehr ausgereift, sind jedoch nicht in der Lage, den Energieinhalt der Bioabfälle zu nutzen, sondern verbrauchen im Gegenteil Energie zum Betrieb der Kompostmieten. Es wird also, wie es einmal formuliert wurde "ein Energieträger unter Aufwand von Energie entsorgt"."

Quelle

noch vielfach unverstanden. Hat eine Stadt, ein Landkreis erst mal in die Kompostierung investiert, bleibt man bei dem gewohnten Verfahren?

Dazu noch eine frische Zahl:

Biogas-Anlagen kommen abhängig von Auslastung und Brennstoffart auf 0,14 bis 0,22 Euro/kWh.

Aber es werden auch Biogasanlagen mit extra dafür angebauten, subventionierten Pflanzen “gefüttert”, was dem Naturschutzgedanken extrem widerspricht (und die effektiven Kosten erhöht). Wenn überhaupt, gehören Abfälle hinein, da man dabei zugleich Entsorgungskosten spart.

Und ansonsten glit nach wie vor, dass Müllvermeidung besser ist als Müllentsorgung.

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