Hormone verhindern das Abnehmen, wenn…

Wer neulich das Ärzteblatt gelesen hat, konnte zu dem Schluss kommen, dass es eigentlich unmöglich sei, langfristig erfolgreich, nachhaltig abzunehmen: Laut einer australischen Studie spielen die Hormone verrückt, jedenfalls bei und nach einer Diät.
Allerdings hatten die Forscher auch antiquierte Versuchsbedingungen gestaltet:

Die Probanden, durchschnittlich um die 55 Jahre alt und 100 Kilo an Gewicht, wurden von heute auf morgen auf eine kalorienreduzierte Kost gesetzt.

Von mentaler Vorbereitung, von einem begleitenden Bewegungs- und Motivationsprogramm war nicht die Rede.

Dass – übergewichts- und durch eine Gewichtsabnahme bedingt – gewisse Hormone – wie etwa

  • Leptin (“… informiert den Hypothalamus ständig über die Energievorräte)
  • Ghrelin (steigert das Hungergefühl)
  • gastric inhibitory polypeptide (regt die Bildung von Energiereserven an)

“verrückt spielen”, ist so neu ja nicht. Die Studie besagt aber eigentlich nur, dass die Hormone unter den oben beschriebenen Bedingungen verrückt spielen. Augenscheinlich bestätigt sie auch die Erfahrung, dass “Abnehmen ab fünfzig Jahren” nicht so ganz einfach ist.

Verallgemeinert man die Ergebnisse, ist man schnell beim Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung.  
Und es ist erstaunlich, wie beliebt es doch ist, den Teufel an die Wand zu malen, welche Konjunktur die “Schwarzmalerei” hat.

Als pure Demotivation empfinde ich so einen Abschnitt:

Die Aussicht auf eine lebenslange Qual führt über kurz oder lang zur Kapitulation. Eine Studie der Universität Melbourne lässt vermuten, dass der „innere Schweinehund“ über mächtige Waffen verfügt: Hormone.

Man könnte die Studie ja auch so interpretieren, dass es so nicht (dann aber eben anders) geht. Beschränkt man sich aber auf die Feststellung, dass die Hormone bei einer Diät (biologisch bedingt) verrückt spielen und eine Hormon-Ersatztherapie auch wirkungslos ist, wird dem Diäten-Phlegma (“Es hat ja doch keinen Zweck”) Vorschub geleistet.

Darstellung: "Schweinehund"

Stattdessen  zu fragen, was wirkt und hilft, ginge in die andere Richtung:

Die Erfolgreichen lassen bei den körperlichen Aktivitäten nicht nach und kontrollieren regelmäßig ihr Körpergewicht. Sie haben also gelernt, wie man das Körpergewicht reguliert, und tun das auch. (Quelle)

Wichtiger, “zielführender” als Hormonbestimmungen ist es, im Zusammenhang mit der Frage  “erfolgreich abnehmen – aber wie? (oder: “Wie nimmt man am Besten ab?”) ”, nach den Erfolgsfaktoren einer Diät zu fragen. Das wäre aber einen eigenen Artikel wert.

Der oben genannte “innere Schweinehund” ist nämlich keine wissenschaftlich bewiesene innere Instanz, sondern lediglich eine Metapher, die, wo es passend erscheint, unbedacht eingesetzt wird: Bloß eine unbekannte Variable, ein Schreckgespenst, das Angst und Schrecken verbreitet.

Um auch hier mit einer “wissenschaftlich fundierten Vermutung zu arbeiten”:

Es ist zu vermuten, dass der innere Schweinehund  mächtige Gegner hat. Mobilisiert man die, bleibt ihm nichts anderes übrig, als sich kleinlaut einzuschrumpfen.

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Ein Kommentar zu “Hormone verhindern das Abnehmen, wenn…”

  1. Interessanter Beitrag. Ich habe noch nie eine Diät gemacht und ich glaube das es auch gut so ist.

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