Bio-feedback bei ADHS?

An der Frankfurter Uni-Klinik laufen Versuche, das Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS) mit Hilfe von Bio-feedback in den Griff zu bekommen.

So vermeldet es das Ärzteblatt, und auch, dass ADHS

die am weitesten verbreitete psychische Störung des Kindes- und Jugendalter [ist]  und … bei einem Teil der Betroffenen auch im Erwachsenenalter erhalten [bleibt]. Bislang ist die medikamentöse Behandlung die Therapie der Wahl. Als ergänzende oder alternative Therapie hat sich in den letzten Jahren Biofeedback als zunehmend vielversprechende Methode erwiesen.

Kurz zusammengefasst, können wir uns unter Bio-Feedback folgendes vorstellen:

Die heute meist schon vom Computer unterstützte Biofeedback-Methode ist von allen Entspannungsverfahren wohl die wirksamste, weil die Tiefe des Entspannungszustandes jederzeit objektiv überprüft werden kann. Diese Methode bedient sich der Ableitung geeigneter physiologischer Parameter (Hautwiderstand, Körpertemperatur, Muskelspannung, Puls, Gefäßausdehnung) die als präzise Indikatoren für das Ausmaß der Entspannung gelten. Beim Training mit dem Biofeedbackgerät werden dem Übenden laufend die aktuellen Werte dieser Parameter (z. B. über einen Bildschirm) rückgemeldet. Über die kontinuierliche Wahrnehmung der aktuellen Körperreaktionen können diese auch beeinflusst werden.

Müsste man mal ausprobieren. Das letzte Zitat entstammt der Apotheken-Umschau.

Einigermassen interessant: Wenn ADHS derart zu behandeln ist, kann es ja gar keine psychischen Ursachen haben…

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6 Kommentare zu “Bio-feedback bei ADHS?”

  1. die Schlussfolgerung versteh ich ncht ganz, da steht doch, dass “Über die kontinuierliche Wahrnehmung der aktuellen Körperreaktionen können diese auch beeinflusst werden.”, also steuert die Psyche doch gerade die Körperreaktionen, demnach kann ADHS auch psychische ursachen haben

  2. Beim Bio-Feedback geht es mehr ums vegetative Nervensystem. Das wird auch von psychischen Faktoren beeinflusst, aber die erfassten Werte sind körperlicher Natur.

    “Psyche” ist die Lady, die sich in Amor verliebt hatte ;-)
    http://fressnet.de/blog/?p=154

  3. Also ich verstehe die Trennung von Psyche und Körper nicht. Natürlich ist das ein gekoppeltes System. Wer ständig aggressiv ist, weil er psychische Probleme nicht lösen kann, der macht seinen Körper kaputt durch massive Ausschüttung von Stresshormonen. Das führt zu entweder zu Gewichtsabnahme oder Gewichtszunahme (je nachdem wie der Körper auf die Stresshormone reagiert), Herzproblemen und weitere soziale Probleme, die wieder Aggression durchstarten.
    Weiteres Beispiel: Schon die Beschäftigung mit einer Schusswaffe läßt den Testosteronwert im Körper ansteigen. Das Machtgefühl, das diese echten oder unechten Tötungsgeräte verleihen, die rein psychische Wirkung ist dafür verantwortlich.

    Aggression könnte jetzt durch beliebige Symptome des ADHS ersetzt werden.

    ADHS muss man in die Gruppe trennen, die eine echte auf Hirnfehlentwicklung beruhrende Symptomatik haben und jene, die rein auf psychischer Ebene diese Symptome durch Konflikte (i.d.R. Beziehungsstörungen) auslösen.

    MFG

  4. Was ich noch hinzufügen wollte, aber vergaß:

    Das Biofeedback sieht für mich nicht sinnvoll aus. Es wird ja nicht der Konflikt, der zum Symptom führt aufgelöst, sondern nur das Symptom verschleiern geholfen durch eine andere Form die Aufmerksamkeit dafür zu verwenden, die Reaktionen und Symptome des eigenen Körpers zu zügeln, dabei fällt man dann zwar nicht weiter auf, aber am Ende ist das nichts anderes als eine Zwangsstörung auch macht: Sie bietet die Möglichkeit einer Problemkonfrontation durch Ersatzbeschäftigung auszuweichen!

    Von daher ist Biofeedback eine absolut unangebrachte Methode, ich halte diese sogar für eher schädlich als nützlich.

    Ursachen für Symptome müssen gefunden werden, nicht Symptome bekämpft!
    Nicht viel besser als Ritalin.

  5. Und was, wenn die Ursache eine narzisstisch gestörte Mutter ist, die die Kids instrumentalisiert?

    Wenn die Kinder lernen, sich auch in schwierigen Situationen entspannt zu verhalten, “sich zu beherrschen”, bzw. die Amplitude der Emotionen zu “steuern”…

    Nur mal als Antithese…

  6. Emotionen sollen nicht gesteuert werden, ihnen soll ruhig Ausdruck verliehen werden. Wenn gerade Eltern ihre Kinder unter Druck setzen, sind nicht die ADHS Kinder allein zu behandeln, dann sollen bitteschön die Therapeuten die Eltern auch involvieren.
    Hier kann dann eine Arbeit aufgenommen werden, die den Kreislauf durchbricht, denn ich gehe davon aus, das die Eltern in der überwiegenden Anzahl der Fälle durch ihr Verhalten die Symptome auslösen.
    Wenn wir jetzt hier einfach dem Kinde zeigen, wie es sich beherrschen lernt, dann machen wir uns ja zu den Helfershelfern der Eltern, die ein Roboterkind wollen, das sich jedem Druck beugt! Das Kind will aber wie es ist geliebt und wahr genommen werden und dafür Anerkennung bekommen und sich entfalten dürfen. Wer dem Kinde das verweigert und dafür noch Manipulationstechniken verwendet, diese dem Kinde impliziert, der begeht in meinen Augen grobe Fehler in seiner Verantwortungspflicht. Dann ist hier nur noch die Frage, ob der Therapeut tatsächlich noch helfen will, oder einfach als Anwalt der Eltern schädliche Therapieformen umsetzen hilft aus Feigheit vor der Konsequenz nicht diese Form der Kindesmißhandlung zu unterstützen.

    Und um Ihren Einwand genauer zu beantworten:

    Dem Kind helfen zu verstehen, das seine Gefühle ok sind, das die Mutter auch mal Falsch liegt und das es dann besser ist, sich zu fügen, als zu rebellieren, das man sich fügen kann, ohne sich aufgeben zu müssen, wenn die Situation es verlangt, das Kind im Reifeprozess zu führen anzuleiten und die Eltern verstehen helfen, das hielte ich für viel besser als eine rein aufs Aushalten einer illegitimen Forderung basierenden Technik.

    Eigentlich zeigt Ihr Beispiel ja dann auch noch einen Lernprozess auf: Die Mutter will das Kind instrumentalisieren und manipulieren.
    Das Kind will nicht, rebelliert, die Symptome stellen sich ein, es kommt zur Behandlung mit einer manipulativen Technik.

    Könnte hier nicht der Lerneffekt der sein, das das Kind merkt, das der Körper nur ein Werkzeug ist, das man beschalten und verwalten kann?
    Das überhaupt Manipulation eine herrliche Sache ist?
    Ich halte das durchaus für eine denkbare Folge des Einsatzes von manipulativen Techniken, die ich rundheraus ablehne, weil sie nie den Kern eines Konfliktes berühren, sondern nur auf Zwang abgestellte Verfahren sind, selbst mit Einwilligung und Beteiligung des Patienten, lernt er nur sich zu zwingen. Aber nicht mit Konflikten umzugehen.

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