Hysterie um Verpackungsgrößenverordnung?

Ein drohendes Preischaos im Supermarkt wäre natürlich das Letzte, was wir jetzt brauchen können – wer würde dieser Aussage nicht zustimmen, mit der von den Folgen der Freigabe von Verpackungsgrößen gewarnt wird.


Ab 11.04.2009 werden krumme Packungsgrößen und Füllgewichte den Verbraucheralltag erschweren. Der Verbraucherzentrale Bundesverband befürchtet, dass Hersteller die neuen Regeln für versteckte Preiserhöhungen nutzen könnten. Für die ohnehin maßlos überforderten Kontrollbehörden der Länder wird es noch schwieriger werden, flächendeckende Kontrollen durchzuführen. Schon jetzt sind Unterfüllungen von Verpackungen und Mogelpackungen an der Tagesordnung, wie die Ergebnisse der amtlichen Lebensmittelkontrolle Jahr für Jahr zeigen.

Aber vielleicht haben wir das Chaos ja schon längst; bei Wurst und Käse wird scheinbar planlos in “Preis pro hundert Gramm” oder “Preis pro Kilogramm” ausgepreist, und auch der Stückpreis ist – bei Kohlrabi oder Ananas – verwirrender als alles Andere.

Versteckte Preiserhöhungen haben wir bisher ja schon längst: Da wird per grellem Plakat auf die Preissenkung für Artikel A, und seien es zwei Cent, hingewiesen, und die Preiserhöhung für Artikel B wird keinesfalls mit einem leuchtenden Plakat verdeutlicht, also versteckt. Demnächst werden möglicherweise differenzierte Preise für den Vormittags- und Nachmittagsverkauf eingeführt, wenn der Gesetzgeber nicht tätig wird – an den Tankstellen kommst so etwas ja schon längst vor.

Und der Grund der Preissteigerung, die alle Geschäfte stets syncron durchführen, bleibt auch ohne Erläuterung. So wurde der Preis des Rapsöls an den Diesel-Preis gekoppelt, aber nur bei der Preiserhöhung, nicht bei der Preissenkung. Magerquark wurde kürzlich gut zehn Prozent teurer – schlecht für die Quark-Diät.

Was die Packungsgrößen betrifft: Bei der Milchwirtschaft jedenfalls gibt es keine Pläne, von der bisher als normal empfundenen Packungsgröße – ein Liter  – abzuweichen. Der Preis pro Liter Milch bleibt also eindeutig; und auf den “Preis pro Kilogramm” müssen wir auch bei den Kartoffeln achten, zum Beispiel, weil wir mal wieder etwas aus der Kartoffeldiät auf den Tisch bringen wollen.

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Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

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