Die Broschüre als Feigenblatt – Neue Publikation beim Bundes-Familien-usw.-Ministerium

Als heute früh mit der mail ein Link-Tipp vom starker-ruecken.com/bandscheibenblog/ (Bitte immer die richtige Schreibweise : Bandscheibenblog ohne Bindestrich ;-) ) hier einging, war mein Glück soo groß dann doch nicht:

Der Link wollte schlussendlich nicht funktionieren.

unter www.bmfsfj.de (links das Stichwort “Publikationen” anklicken, dann “Kinder und Jugend” auswählen)

finde sich eine Broschüre über Ess-Störungen:

Fotos von dünnen Frauen oder Abnehmwettbewerbe: Tauchen solche Inhalte im Internet auf, deute das auf Magersucht- oder Bulimie-Webseiten hin.

Das erklärt das Bundesfamilienministerium in einer neuen Broschüre. Auf Internetseiten würden Anorexie (“Ana”) und Bulimie (“Mia”) häufig verharmlost und als erstrebenswert dargestellt. (Quelle)

Die Publikation des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Gegen Verherrlichung von Essstörungen im Internet. Ein Ratgeber für Eltern, Fachkräfte und Provider

mag nun bestellen, wer will; der Download als PDF funktionierte nicht.

Meinem subjektiven Gefühl nach gibt es kaum allzu viele reinrassige “Pro-Ana-Seiten“, als dass diese eine spezielle Broschüre rechtfertigten; zudem kann man sich auch anders, aufklärend, mit der Materie auseinandersetzen und die “Girls” selbst ansprechen.

Manche von ihnen betreiben auch Blogs, und dort könnte die Familienministerin oder eine Ghostwriterin  ja auch kommentierend kommunizieren.

Ein Experte für die Deutsche Sprache möge einmal nachforschen, was es mit dem Wort “Verherrlichung” auf sich hat – gehört es zum normalen Sprachgebrauch, oder ist es besonderen Sachverhalten vorbehalten?

Und: Wie viele Publikationen verherrlichen das sogenannte Idealgewicht, und treiben die Übergewichtigen in immer neue sogenannte Diäten, die die Menschen an Leib und Seele krank machen?

Was wir hier jedenfalls schon einmal hatten, war die Überschrift

Verherrlichung von Essstörungen.

Der Beitrag von “Jugendschutz.net” war mehr als ausreichend. Dumm nur, dass  “Essstörung” mehr ist, als Magersucht.

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2 Kommentare zu “Die Broschüre als Feigenblatt – Neue Publikation beim Bundes-Familien-usw.-Ministerium”

  1. Link funktioniert jetzt.
    Das war die revanchierende Dysfunktion für den “ohne Bindestrich”-Hinweis. Wehe, so verlinkt jemand 8-)

  2. hey, der Hinweis war doch nur gut gemeint ;-)
    Schließlich heißt es ja auch nicht fress-net.de, sondern fressnet…
    Das PDF will bei mir aber dennoch nicht, andere kann ich öffnen…

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