Adipositas-Selbsthilfe: Welcher Ansatz ist richtig?

Es könnte sein dass man mit der Frage,
“…was einen selbst und die anderen eigentlich zu dem problematischen Essverhalten bewegt”
nicht recht weiterkommt und in einen nie enden wollenden Teufelskreis von Fragen und Antworten gerät.

Diese Frage beinhaltet einen hohen Anspruch, nämlich “Heilung durch Einsicht“, also einen therapeutischen Ansatz.
Der Ansatz mag seine Berechtigung haben, spricht aber vielleicht auch nur Wenige an – “interessanter”, jedenfalls häufiger gestellt  ist doch eher die Frage “Was tun?” – selbst, wenn jeder meint, eigentlich schon längst die richtige Antwort zu kennen, sich aber “bloß” nicht durchgängig an die Regeln halten zu können.

Schauen wir zunächst noch nach der weiteren Begründung für die “Warum-Frage”:

Diese Frage ist der erste Schritt zur Problembewältigung und der Anfang der Selbstentwicklung. Die Gruppe bietet dabei einen großen seelischen Halt. Dabei ist es egal, ob sie/er abgenommen, sein Gewicht gehalten oder zugenommen hat.

Ob eine Frage, auf die man nun überhaupt keine Antwort findet, oder nur verwirrende Antworten, oder Antworten, die auf den Holzweg führen, ein guter “erster Schritt” ist, darf bezweifelt werden.
Zunächst wird ja der “Fehler” in der falschen Diät gesucht – streng genommen auch das “problematische Essverhalten” zuallererst einmal verleugnet und verdrängt…

Davon abgesehen, gilt es, den Satz: “Die Gruppe bietet einen großen seelischen Halt” noch zu überprüfen und zu erläutern. Immerhin gibt es dem widersprechende Befunde, die grob gesagt zu dem Ergebnis kommen: “Dick Sein steckt an”.

Wenn Abnahme oder Zunahme egal sind, ist die Gruppe nicht erfolgsorientiert, ist ihr Ziel nicht nachvollziehbar.

Man kann vorgegebenen Ansätzen also nicht blind vertrauen, es besteht Diskussionsbedarf, und es gilt, einen eigenen, differenzierten Standpunkt herauszubilden.

  • Dick-sein kann mit Leiden und  Not verbunden sein. Was das Leid betrifft, könnten wir uns an das Sprichwort, dass geteiltes Leid halbes Leid ist, halten…
    Womit schon ein schwerwiegendes Argument für eine Selbsthilfegruppe “aufgesammelt” ist.
  • Darüber hinaus muss Adipositas überhaupt kein “Gottgewolltes Schicksal” sein, und, um sie zu beenden, gilt es einige Notwendigkeiten zu erkennen.

Das Gleichnis vom Blinden und dem Lahmen, die sich zusammen auf den Weg machen und die gemeinsam die Hilflosigkeit ihrer Lage überwinden, könnte hier auch zutreffen.
Diese zwei Punkte wären nun mit einer Kurzdefinition zusammenzubringen:

In Selbsthilfegruppen kommen Menschen zusammen, die unter einem gemeinsamen Problem leiden, um mit vereinten Kräften etwas zu dessen Überwindung beizutragen.

Merkwürdig nur, dass die Selbsthilfe-Landschaft im Bereich der Adiposiatas so leer aussieht. Wollen die Übergewichtigen nicht von den möglichen Vorteilen einer Selbsthilfegruppe profitieren, oder liegt es “bloß” am fehlenden Glauben, oder daran, dass es keine bestehenden Gruppen gibt, an die man sich anschließen Kann?

Weitere Artikel in diesem Zusammenhang:

Gründung einer Selbsthilfegruppe für Übergewicht/Adipositas

Themen im Zusammenhang mit “Diät” – Eine Art Unterrichtskonzept

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