Eine rosa und eine gelbe Novemberrose als Antidepressivum

Nachdem sich in manchen Blogs die Klagen über Nebel und damit verbundene jahreszeitlich bedingte Missstimmung häufen, ist es vielleicht angebracht, darauf hinzuweisen, dass es ab und zu auch mal einen sonnigen Tag gibt, sogar am Wochenende, der, in der Wohnung verbracht, unnütz vorbeiplätschert und also einen Ausflug erfordert und rechtfertigt.

So am letzten Samstag: Dabei fand sich, in einer öffentlichen Parkanlage, diese Rose:

Blumen lösen Gefühle aus. Manchmal auch den Impuls, sie abzubrechen und zu verschenken. Das verbietet dann wieder das soziale Gewissen, und man macht, als Ersatzhandlung, (mit Stativ) ein Photo, um das Objekt indirekt in Besitz zu nehmen.

Das Schöne dabei: Solches Weitergeben, weiterverschenken muss kein einmaliger Akt sein – wer also das Bild auf seinem Monitor sieht, möge sich bedacht und beschenkt fühlen :-) – Wiederkehrende LeserInnen, Zufällige LeserInnen; MitbloggerInnen ganz besonders.

Warum die Rose zum Sinnbild, Symbol und Ausdrucksmittel wird, ist ja eigentlich unerheblich, aber immerhin hat die Wissenschaft nunmehr im Kernspitomograph herausgefunden,

dass romantische Gefühle und die Mutterliebe [und die Vaterliebe?] die gleichen Zentren im Gehirn aktivieren, was niemanden überraschte (Neuroimage 2004; 21: 1155–1166).
Beide Gefühle führten zur Aktivierung von Zentren, die als Ansatzpunkt der Hormone Oxytocin und Vasopressin gelten, und beide Gefühle scheinen Zentren auszuschalten, die mit negativen Emotionen und der kritischen Beurteilung anderer Menschen in Verbindung gebracht werden.

Die Beteiligung der Gehirnregionen Putamen, Insula und frontaler Cortex, Sitz der Urteilsfähigkeit, (ist bei der romantischen Liebe häufig ausgeschaltet) an unseren Gefühlen erklärt also, warum wir Rosen mögen?

Nachtrag: Dafür, dass ich diese Rose besonders mag, möchte ich gar keine neurologische Erklärung.

Die edle Schenkerin muss um die Wirkung gewusst haben ;-)

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3 Kommentare zu “Eine rosa und eine gelbe Novemberrose als Antidepressivum”

  1. Wunderschön… Kaum zu glauben, daß es bei unserem Kaffee-Picknick schon November war!

  2. Mal sehn, wann die nächsten Roden wieder blühen ;-)

  3. [...] kann die Ausschüttung auch durch Massagen verstärkt werden – oder durch visuelle Impulse, also durch zwischenmenschliche Interaktion – womit die Ausprägung der menschlichen Bindungen [...]

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