Einsatz für Demokratie und Einigkeit, Stromboli und Shitake, Gemeinschaft, Gesundheit und Glück

Es tut sich etwas auf Deutschlands Straßen und Plätzen – es wird demonstriert, gegen „Rechts“ und vielleicht auch für gesellschaftlichen Fortschritt.

Georg Diez hat für die ZEIT in einem Leitartikel die Frage nach der  „… längst fälligen Debatte darum, wie Wirtschaftspolitik, Ungleichheit und Rechtsruck zusammenhängen …“ thematisiert.

 

Rechtsextremismus: Wer die AfD bekämpfen will, muss soziale Politik machen

Der Erfolg von Rechtsextremen liegt auch an einer verfehlten Wirtschaftspolitik der etablierten Parteien.
Umso fataler, dass das in der Debatte aktuell kaum eine Rolle spielt.

„Wie kann man die AfD bekämpfen? Und geht es überhaupt darum, die AfD zu „bekämpfen“?
In den vergangenen Tagen haben das rund eine Millione Menschen in über 100 deutschen Städten getan. Sie haben gegen die AfD protestiert, indem sie auf die Straßen und Plätze zogen, um zu zeigen, dass sie Politik und das Weltbild dieser mindestens in Teilen rechtsextremen Partei ablehnen.

Was aber bedeutet das, die Demokratie zu verteidigen? Bedeutet es, im vorpolitischen Raum so viel Druck auf die demokratischen Parteien zu erzeugen, dass sie – ja, was? Dass sie ein AfD-Verbot vorantreiben? Dass sie mit Zweidrittelmehrheit die Verfassung von Thüringen ändern, damit die AfD nach der Landtagswahl hier womöglich nicht freies Spiel hat? Dass die demokratischen Parteien also zusammenstehen?“

 

„Aus den Augen, aus dem Sinn“.  Der Zusammenhang von Wirtschaftspolitik, Ungleichheit und Rechtsruck ist bald vergessen, wenn die Diskussion aufs Glatteis geführt wird.

 

Die Undogmatische Käsekuchenalternative

Die Alternative auf dem Kuchenteller kommt, nachdem sie vor ein paar Wochen synchron gebacken und konserviert worden war, aus dem Glas, wobei sie den Sturz aus demselben gut überstanden hatte.

Bei der Entwicklung dieses „Käse-Kuchens“ hatte übrigens die Frage nach den Verbesserungsmöglichkeiten gegenüber dem Herkömmlichen Pate gestanden; ein zuckersparendes, potentiell glutenfreies und 100%ig laktosefreies Produkt mit möglicherweise zukunftsweisenden Eigenschaften ist entstanden

Wer nach den Rezepten von Gestern und den gestrigen Bedingungen fragt, kann sich in der Deutschen Geschichte für die Fentstehung und Geschichte der Weimarer Republik interessieren; hier ein Auszug:

[1890]

„Zu der Millionenbewegung des Zentrums, die Bismarck   nach wie vor als seinem System feindlich betrachtete, kam nun noch das Millionenheer der Sozialdemokraten.
Wenn man dazu noch die Oppositionsgruppen der Polen, Weifen, Elsässer und Dänen rechnete, so hatten sich mitten im Frieden, bei der ausgezeichneten außenpolitischen und wirtschaftlichen Lage des Reichs, vierzig Prozent der Bevölkerung gegen das Reich Bismarcks erklärt. Was sollte dann erst bei einer ernsten Krise werden? Damit … begann ein Kampf auf Leben und Tod.“

Gärung und Expansion kommen nicht nur politisch, sondern auch unpolitisch, wie in der Teigschüssel vor, wenn z. B. eine Pizza entsteht – hier die Variante „Stromboli“:

Das „Stromboli-Foto“ – © 2024 Nicolas Baumgardt – gibt es wie viele Andere zur vergrößerten Betrachtung.

Was Gregor Gysi bei Maischberger am 31.01.2024 im Scherz gesagt hatte –

„Die Bundesregierung hat in einem Recht. Wir haben wirklich zu wenig Fachkräfte. Aber das fängt schon bei der Bundesregierung an.“

bezeichnet die vermeintlichen und echten Probleme in unserem Land, von Über-Einwanderung ind Über-Fremdung bis zu Führungsschwächen bei Regierenden und Oppositionellen. Ernsthafte humanitäre, letztlich globale Defizite nehmen zu, während die Klimakrise mehr als eine Einbildung ist und sich nicht von selbst „auflöst“.

Wir betreiben einen deutlichen Überkonsum, begehen Raubbau an der Natur, überfischen die Gewässer und gaukeln unseren Luxuskonsumenten und Dekadenzler*innen mit eingeflogenen Rosen und Heidelbeeren die absolute Abwesenheit von irgendwelchem Mangel vor.

Was man nicht sagen darf, ist, die Proleten seien nicht auf der Straße und die Prolls  säßen millionenfach beim Burger-Bräter. Prolls sind das nicht, Kleinbürger sind das nicht – was dann?
Aber irgendwie deutet dieses Paradoxon auf eine häufig werdende „Abstimmung mit den Füßen“, neben dem parlamentarischen Establishment hin, und eine zunehmende Beweglichkeit der „Generation ohne Zukunft“ ist zu erwarten, nachdem deren Mitglieder sich nicht mehr an den Straßen aufkleben wollen.

Unterdessen kann sich ein Minister, besser: Der Minister für Ernährung und Landwirtschaft (und Forsten?) erinnern, stellt das, in Styropor gemeißelt in einer historischen Kulisse szenisch dar, wir bekommen es schriftlich, doch was das „Wir“ in der Einweg-Präsentation mit einer Einzelperson soll, bleibt unklar wie das „Warum, wieso, weshalb“, das gilt auch für unsere kleine Multikulti-Einlage:

We remember: mēs atceramies, ricordiamo, wir erinnern uns, мы помним, nos acordamos, Hatırlıyoruz, vi husker

 „Deutsch stirbt aus“, die „Mutter-Sprache“ wird gemieden oder die Sprache des Vaterlands ersetzt – so könnte man vorausahnen und einen unsichtbaren Kulturkrieg konstatieren, der mit subtiler „Propaganda“ an allen Ecken und unerwarteten Enden geführt wird.

„Rühreiersatz enthält genießbaren Tapetenkleister“, sagte mein Testesser und fand das Pulver aus dem Tütchen nach der Zubereitung „gar nicht mal so schlecht“. Aber die fünf anderen Zutaten auf dem Tellerchen mochte er noch lieber und wollte mich mit der Frage, ob man nicht zum „natürlichen Rührei“ zurückkehren könne, zu wasauchimmer provozieren, was ihm aber nicht gelang. „Rührei aus dem Tetrapack“ findet übrigens nicht nur der Testesser „genial“.

Shitake-Pilze dürften meiner Meinung nach gern öfter auf den Teller kommen, in unserer kleinen Stadt sieht man sie eher selten, und die, die sie anbauen, brauchen keine 500-PS-Schlepper für ihr wertvolles Produkt.
Davon abgesehen, handelt es sich hier um gedämpfte Shitake auf dampfgegartem Baby-Spinat, mit „Festonati n° 22“-Nudeln und in Olivenöl pürierter Petersilie sowie Knoblauchbeilage.

Man müsse (endlich) berücksichtigen, meinte der Protestforscher Daniel Mullis,  was die Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Massendemonstrationen besorgt

„… und fragen … : Was für eine Gesellschaft wünschen sie sich eigentlich, wovon träumen sie? … Wenn man nur immer auf diejenigen hört, die rechts wählen, dann ist das am Ende der Maßstab, an dem Politik sich orientiert.“

Das ist mir ein bisschen zu viel Konjumktiv. Das Bedürfnis nach einer verlässlichen Gesellschaft ist längst bekannt – was gibt es da noch zu befragen? Wir hatten auch schon Bürgerräte, deren Befunde in Schubladen versenkt werden.

„Versenkt“ wurde auch ein leicht naives „Arbeiterlied„, von der SPD-Parteizeitung „Vorwärts“:

„Alle weltanschaulichen Richtungen konnten ihre Überzeugungen, Zukunftshoffnungen oder ihr ideologisches Gebräu in das leere Gefäß der ‚Neuen Zeit’ gießen“.

Wahrscheinlich konnten „die Bonzen“ keine Gemeinsamkeiten mehr leben, keine  Gemeinschaftserlebnisse, die den Zusammenhalt fördern, organisieren, wahrscheinlich ging es um Karriere und Narzissmus vor Organisation und Sorge um die „Angehörigen“.

 

Gesundheit, Frieden und soziale Sicherheit wünschen sich vermutlich die meisten Menschen, und gehen dafür nicht alle auf die Straße. Wenn viele dafür demonstrieren – gut. Die, die für den Fortschritt nicht uinbedingt auf der Straße eintreten wollen oder können, brauchen jetzt nur noch den geeigneten Rahmen, um sich einzubringen.

 

 

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