Linsen-Hummus, DDR-Foto-Historie, Imagepflege

Hummus geht immer, geht als Comfort-food, als Soulfood, als Seelenschmeichelei, Magenfüller und Brotaufstrich. Das alles steht so geschrieben im Netz, ist als gefilmte und gedruckte Anleitung und Lobpreisung im Netz oder in Bücherregalen zu finden, nach ein paar Testversionen erübrigt sich eigentlich jegliche Anleitung, und manchmal beginnt hier die Phase der Improvisation, oder es entwickelte sich eine gewisse Markentreue zur Industrie-Ware.

Bekanntlich kommt in der Bibel ein Linsengericht vor, aber kein Linsen-Hummus, und so versteckt das Hummuslein sich hier unter Gürkchen, Träubchen, Frühlingszwiebelchen, Paprikalein, Radieschen, diminutiver Mayonaise und Zwerg-Basilikum.

Brot mit Hummus, Gemüse und Mayonaise

Merke: Dass Hummus sich ändert, ist ganz normal, aber auch, dass manche Menschen das immergleiche Hummus wollen, ist menschlich.

Im Englischen gibt es den Begriff des „comfort food“. Beim besten Willen will mir keine adäquate Übersetzung ins Deutsche dafür einfallen. Inhaltlich
geht es dabei um Essen, das ein Gefühl von Trost und Wohlbefinden vermittelt.

Diese Zeilen stammen aus einem Artikel, dessen Überschrift eine Aufforderung ist:„Esst mehr Hummus!“
Zur Frage, wo denn jetzt das Hummus zu sehen sei, folgt ein erklärendes Foto:

„Auf der Brotscheibe, zwischen Paprika und Essiggürkchen: Linsenhummus!“

Zudem gibt es hier noch viele weitere Artikel zu diesem Gegenstand, sogar mit der Aufforderung, regionales Hummus zu verzehren.

Wenn wir solche „Botschaften“ mittlerweile  multimedial verbreiten können, verdanken wir das einer „seit Ewigkeiten“ stets verbesserten Technik – der vergessenen Meilensteine der Vergangenheit sind wir uns kaum bewusst:

Die Aussage dieser Werbung „braucht heute kein Mensch mehr“, alle haben stets ihr „Film- und Fotostudio“ in Gestalt des Smartphones dabei und nutzen dies, oder auch nicht, ohne sich irgendwelche Gedanken darüber zu machen, und das massenhaft.

Das Foto sagt uns, dass der „Balkongarten“ nun vollständig abgeerntet ist…

Die Kamera mit dem neuen Gesicht„gebührend zu würdigen, würde einen kulturhistorischen Ansatz erfordern; ich sage hier nur kurz und knapp: Das Teil hatte etwas geniales.

Bei kontinuierlicher Modellpflege und Beschränkung auf das Wesentliche könnte die „Werra“ noch heute gute Dienste leisten und (mit Stolz?)  produziert werden.

Was die Konsumenten schließlich mit der Ware anfangen, bleibt eine andere Frage. „Fotografieren ist keine Zauberei“, hat aber (manchmal) magische Elemente. Gleichzeitig gibt es diesen Trend zu Filmen und Filmchen ohne eigentliche, substanzielle, weiterführende Botschaften.

Manche Produkte muss man einfach öfters erklären, dabei immer mal den Slogan optimieren – also z. B. „Einfach GUT“ statt „Gut & Einfach“.

 

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