Kaum wirksames Plastik-Verbot, Arbeit und Umwelt-Anpassung, Schlankheits-Rassismus, Nachhaltigkeits-Ernährungsberatung

Übrigens: Wir haben nicht nur ein ökologisches Problem – wir haben Sand im Getriebe der Leitkultur und Mikroplastik im Gedärm der Leitkühe und -Hammel!

Was das Mikroplastik betrifft – das gibt es auch in Lippenstiften; damit ist dessen Aufnahme schier unvermeidlich, aus dem Meersalz kann es auch niemand aussortieren, egal wo, im Körper ist es nachweisbar, so eine Studie aus der Schweiz, die zur Aufnahme in den Blutkreislauf keine Aussagen treffen wollte und auch dazu dienen wird, weitere Studien finanziert zu bekommen, streng wissenschaftlich.

Nur, weil es zum Chicoree-Spinatsalat auch zwei kleine Fischfrikadellen mit Frühstücks-Tomatenaufstrich, Mayonaisen-Ersatz aus Quark mit Pistaziencreme plus Bananen-Tomaten-Ketchup gab, gleich an “Mikroplastik in Lebensmitteln” zu denken, macht nun wirklich keinen Spaß, und vielleicht stammt das “Mipla” (So klingt das doch schon viel harmloser, könnte auch Minimal plausibel bedeuten) aus der Verpackung, als Abrieb, oder die Labore sind alle nicht feinstaubfrei?
 
 

Um etwas für die Schönheit zu tun, wird die menschliche Haut aberieben, abgeschmirgelt – Mittel für diesen Zweck lässt sich die Kosmetik-Industrie teuer bezahlen. Wer nun nach “Mikroplastik – Peeling” googelt, sieht dass diese “Recherche” für die Suchmaschine, die ungefragt Kombinationen mit bekannten Herstellernamen vorschlägt, nicht neu ist.

“Die kleinen Plastik-Kügelchen in Peelings & Co. machen deine Haut streichelzart – doch für die Umwelt sind sie eine riesige Schweinerei.”

Die Presse aller Richtungen macht die “Haut-Schleifmittel” zum Thema, so wie oben “Mädchen.de”. Als natürliche Alternative ist hier Kaffeesatz zu nennen – die Industrie verkauft als “natürlich und abbaubar” auch Zubereitungen mit gemahlenem Bambus – da bietet sich doch an, den Bio-Schreiner um ein Schüsselchen Sägespäne zu bitten und diese mit Jojobaöl zu vermengen. Wer beim Kaffeepulver bleiben möchte, aber nicht die damit verbundene Farbentwicklung mag, greife zum selbst zu mahlenden grünen Kaffee. Weil die Kaffeebauern verelenden, sollte Fair-Trade-Kaffee hilfreich sein.

Tortilla mit Zwiebel, Knoblauch und Salami (aus der Pfanne), bestrichen mit Quark/Kefir-Ei-Masse und im Backofen gebacken – als Imbiss oder auch komplette Mahlzeit, bei der ein Begleitsalat sein darf.
 

Was die Plastikverschmutzung betrifft, gibt es Nachrichten, die sich beim BUND so lesen:

Eine Hürde ist genommen: EU-Parlament hat für Verbot von Plastik-Wegwerfartikeln gestimmt. Plastikteller, -besteck, Trinkhalme und Rührstäbchen könnten bald verschwinden. Immer noch offen: Konkrete Vorgaben & Strategie zum Umgang mit Schadstoffen in

Strohhalme und Plaste-Watte-Stäbchen zu verbieten ist nur ein Tropfen auf dem heißen Stein – sozusagen nur ein Tropfen im Plastik-Meer weniger, symbolische Politik, Politik mit dem Glauben, dass solche minimalen Verbots-Rituale Wunder bewirken – ganz in der chistlichen Tradition, die da behauptet, Jesus hätte Wasser in Wein verwandelt und Blinde sehend gemacht.

 

Kürzlich hat Peter Altmeier verkündet:

Ich will Arbeitsplätze UND Klimaschutz. Deshalb muss Stahlindustrie in Deutschland und Europa eine Zukunft haben.”

Nur: Es kommt darauf an, was man daraus macht. Wir brauchen die Stahlindustrie, weil wir (oder wenn wir?) Kochtöpfe brauchen – bei Stahlhelmen gäbe es vielleicht Alternativen.

Früher war “Stahl” mit Lokomotiven, Schiffsbau, Panzerkreuzern und überhaupt allerlei Kriegsgerät verbunden – das ist heut’ noch so, hat aber mit ökologischem Umbau recht wenig zu tun. Mit einer modernen Industrie, die neue Möglichkeiten der Werkstoffbe- und Verarbeitung nutzt, sollte auch der Rohstoff- und Energiebedarf bei weiteren Arbeitsplätzen sinken. Gusseiserne Bratpfannen und andere Küchen-Dinge werden in Norwegen mit “Naturstrom” gefertigt, weil dort Qualität Tradition hat und nicht, weil ein Minister das will…

Würde in allen Haushalten Deutschlands privater Tomatenanbau betrieben, kämen einige LKW-Fahrten, die unserer Umwelt erspart bleiben, zusammen. Das steht aber in keinem Wahlprogramm, und Kleingärtner waren bei den “Rebellen von 68″ als Spießer verschrien. Daran hat auch der karrierebewusste Marsch durch die Institutionen nichts geändert.

 

Marschiert sind jetzt auch die Tagebauer, die befürchten, zu Tagelöhnern zu werden und weiter Brikett-Grundstoff löffelbaggern wollen, bis die Ressource erschöpft und “hambi” gestorben ist. Wo doch so schöne Erholungslandschaften entstehen, auch Seen, und in großen Teilen der Republik ist auch nie eine Sintflut zu erwarten – und selbst wenn: “Nach mir die Sintflut”.

Christoph Süß moderiert sei 20 Jahren das Magazin “Quer” und ist nun doch am Ende mit seinem Latein: Die “Leut” nehmen halt hin, was nicht zu ändern scheint und machen weiter wie gewohnt – sollte die Gerste klimawandelbedingt teurer werden, gibt es halt das “kleine Genussbier” – Prost!
Anpassung an das Mögliche ist angesagt – in Kitzbühel zur Skisaison ein kleines Schneebanderl in der grünen Landschaft, ansonsten die kleine Busfahrt statt dem SUV, der kleine Grünkernbratling statt dem Braten, das kleine, geheizte Wohlfühlzimmer statt dem komplett warmen Haus, die Stofftüte statt ….
 

Warum sollte man auch gegen Windmühlenflügel kämpfen, wenn sie nicht aufzuhalten sind? Worauf es ankommt, ist doch, dass unsere je hinreißende Persönlichkeit im rechten Licht erstrahlt und bewundert wird, frei nach dem Motto:

“I don’t care if you think I’m racist. I just want you to think I’m thin.”
- also ungefähr:
“Denk doch von mir, was Du willst, meinetwegen, dass ich rassistisch bin
- ich möchte nur, dass Du mich für schlank hältst”.

So viel von Sarah Silverman, die sozusagen davon lebt, uns (genauer gesagt: Ihrem Publikum) mit einem “fehlfarbenen Humor” den Spiegel vorzuhalten.
Die “freie Verfügung” der Künstlerin über “eigentlich” unbewusste Anteile ihrer Persönlichkeit ist ihr Vorsprung gegenüber dem Charakter des Publikums; mit der Kraft der künstlerischen Fiktion ;-)

Klar – auch so ein Foto ist hart an der Grenze, denn “Was der Bauer nicht kennt…”. Und bestimmt kennt er das nicht, hegt vielleicht gar den Verdacht, dass hier Insekten verarbeitet wurden.
 

So ein Verdacht könnte aufkommen, weil uns häufiger erzählt wird, wir müssten zwecks Proteinversorgung auf ressourcensparende Insekten umsteigen, bis 2050 gelte es, 10 Milliarden Menschen [gerecht] satt zu bekommen, also neues Saatgut züchten, Abfälle stark reduzieren, auf Fleisch verzichten – nur von der Organisation der Ernährung, von Gemeinschaftsverpflegung und Tischgemeinschaft, wissen die institutionalisierten Experten nichts.

Die Menschen, die gerade in Mittelamerika nach Norden marschieren, sind wohl weniger auf der Suche nach landwirtschaftlichem Know-How, wären sicherlich nie aus einer sicheren Heimat ausgewandert, es sind die existenzbedrohenden Einkaufs-Preise “unserer” Kaffeekonzerne, die sie zum Auswandern veranlassen – von außen könnte man meinen, diese “Flut” eines enteigneten “Packs” wolle im nordamerikanischen Wahlkampf für Konfliktstoff sorgen.

Eigentlich weiß doch jeder, was bei diesem Apfel zu erwarten ist, und dass er zu mindestens 80% verwertbar ist. Diese Wurmlöcher haben längst nicht alle Äpfel auf einem naturbelassenen Apfelbaum, aber sie sind ein Indikator, dass hier keine Gifte – “Pflanzenschutzmittel” verwendet worden sind: Sie könnten ein Bio-Siegel ersetzen…
 

Man kann nicht “das Insektensterben” beklagen, beim Bienensterben an Ernteausfälle durch unbefruchtete Früchte denken, und gleichzeitig über die “flächige Gift-Behandlung” von Feldern und Wiesen hinwegsehen. Das Vogelsterben entsteht, wenn die Vögel keine Nahrung mehr finden, wenn Kunstdünger Humus ersetzen soll, sinkt die Bodenfruchtbarkeit, und so weiter: (Natürliche) Kreisläufe, die man unterbricht, sind keine Kreisläufe mehr.

Wenn die (Super-) Reichen die Armen aushungern, wenn alle die Erde ausbeuten, geraten “die Dinge” weiter aus dem Gleichgewicht, kommt die Gesellschaft immer mehr ins Trudeln.

 

Einige “Bisschen” nachhaltiger, ressoucenschonender Mahlzeiten zubereiten kann sehr vielfältig sein, eine annähernd klimaneutrale Ernährung ist keinesfalls das aus der Fabrik kommende, eingeschweißte Fertigprodukt, das überall in der Supermarkt-Kühlung vorkommt.

Die Vielfalt der nachhaltigen Rezepte ist größer als das vorgekochte Angebot – zum Beipiel hatte ich kürzlich auf einer Mensa-Speisekarte “Hummus mit Möhren-Köfte” gelesen – das hörte sich interessant an.

Hummus – hier aus ungeschältem Sesam, roten Linsen, Walnüssen, Kreuzkümmel, Ol, Salz, Pfeffer. Die Koefte mit Süßkartoffeln, Möhre, getrockneter Aprikose, dazu ein Kefir-Creme-Saure-Sahne-Quark-Kräuter-Gemenge. Schmeckt nicht wie bei Oma, schmeckt nicht wie bei Alfons, schmeckt nicht neuartig oder experimentell, aber gut.
 

Vom Möhren-Köfte zum Buchweizen-Bratling ist es nicht weit. “Ernährungsberatung” heißt heute: Gemüse auf den Teller – egal wie ;-)
Mangold ist ein Gemüse – so kam es zu dieser Kombination:

Buchweizen in leicht köchelndem Salzwasser garen, abgießen, abkühlen lassen, mit etwa der gleichen Menge fein geriebener Petersilienwurzel vermengen, frisch gemahlene Hirse und frisch gemahlenen Grünkern dazugeben, vermengen, abschmecken (Salz?). Mit der Hand (in der Faust) Röllchen unter Druck formen, beiseite legen.
Mangold waschen, putzen, grob schneiden und garen oder dünsten. Derweil die Bratlinge in die nicht zu heiße Pfanne mit Öl geben und nach Bedarf drehen. Mangold mit saurer Sahne nach Geschmack, Salz und Muskat pürieren. Mit (an-)fermentierter Tomaten-Habanero-Sauce (darf Olivenöl und etwas Zucker enthalten) anrichten.

 

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