Warnung vor Anti-Adipositas-Arznei für Kinder!

Die Wunderpille gegen das Übergewicht sollte keine Nebenwirkungen haben…

Stehen Ärzte unter einem derart hohen Druck, "irgend etwas" zu verschreiben, dass die folgende Meldung nötig ist?

Das Medikament Acomplia ist wegen fehlender Studienergebnisse nicht zur Behandlung von Kindern und Jugendlichen unter 18 Jahren zugelassen. Die auch in dieser Altersgruppe immer häufiger auftretende Adipositas könnte jedoch Ärzte veranlassen, das Medikamente off-label einzusetzen, was möglicherweise negative Auswirkungen auf die Hirnentwicklung haben könnte.

Es liegt mal wieder eine Studie vor, wie das Ärzteblatt berichtet: Das Mittel "Acomplia", das in den Cannabis-Stoffwechsel des Gehirns eingreift, könnte bei Kindern zu Entwicklungsstörungen des Gehirns führen.

Man möchte es nicht glauben: Die Vorgänge bei der Entstehung des Übergewichts sind derart komplex, dass kein Kräutlein dagegen gewachsen ist. In erschreckender Naivität hat man aber angenommen, es würde helfen, einen "Appetitmacher" auszuschalten:

Anti-obesity drugs that work by blocking brain molecules similar to those in marijuana could also interfere with neural development in young children, according to a new study from MIT’s Picower Institute for Learning and Memory.

Marijuana is known to be an appetite stimulant, and a new class of anti-obesity drugs–such as rimonabant (trade name Acomplia) developed by Sanofi-Aventis and awaiting approval for use in the United States–work by blocking brain receptors that respond to a chemical in marijuana and other cannabinoids.

Gerade Kinder haben noch die Fähigkeit, ganz im Spiel sich zu verlieren, und noch Erwachsene arbeiten recht gern, wenn die Arbeit so interessant ist, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit vergeht. Man kann diese Zustände als "im Flow sein" bezeichnen, auch in der Verliebtheit kommen sie vor, und haben etwas mit natürlichem "high" sein zu tun – nur: Müssen wir die Biochemie solcher Vorgänge wirklich kennen, und darf man sie chemisch beeinflussen?

Immerhin spielt sich das Essen von Anfang an im sozialen Kontext ab – und im sozialen Zusammenhang geschehen Fehlentwicklungen und nur dort sind Korrekturmöglichkeiten gegeben.

Ist es eine unzulässige Übertreibung, aus der Überschrift

"Study suggests caution on new anti-obesity drug in kids"

eine Warnung herauszulesen?

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