Kaffe-Pads und Kaffee-Kapseln

Eigentlich könnte man auch einfach ignorieren, dass das “traditionelle” Kaffekochen scheinbar aus der Mode kommt – Kaffekessel, Kaffeemühle, Filter und Filtertüte: Wer benutzt das noch – und außerdem wäre wirklich traditionell auch ohne Filtertüte.

Geschmackliche Vorteile verspricht das Kaffe-Kapsel-System, das ich bisher völlig ignoriert habe; weil mit der Sinn des Systems nicht einleuchten wollte, und ich keine Notwendigkeit sehe, mit Traditionen zu brechen.

Man kann aber mal versuchen, sich den Dimensionen dieser Mode anzunähern – ein Beitrag von Klimaschutz.Netz bei Facebook widmet sich dieser Aufgab ausführlich.

Kostenfalle: 35 bis 39 Cent kostet eine Alu-Kapsel. Darin enthalten sind ungefähr sechs Gramm Kaffee. Die Rechnung ist schnell gemacht: Günstigstenfalls zahlt man auf diesem Weg für ein Kilo Kaffee rund 60 Euro.

So weit denken die meisten Anwender wohl überhaupt nicht.

Frisch gerösteter Spitzenkaffe kommt in diese Dimensionen wohl gar selten…

Dass es für die Natur von Nachteil ist, wenn für jede Tasse Kaffee eine Aluminiumkapsel in die Tonne wandert, wird von vielen Verbrauchern außer Acht gelassen. Denn die Herstellung von Aluminium ist alles andere als umweltfreundlich, sie verlangt nicht nur ein enormes Maß an Energie sondern zerstört in hohem Maße die Umwelt.
Will man aus dem Ausgangsstoff Bauxit 1 Kilogramm Aluminium gewinnen, liegt der dafür nötige Stromverbrauch bei gut 14 Kilowattstunden. Der Strom muss erzeugt werden, dabei wird Kohlendioxid frei, im konkreten Fall mehr als 8 Kilogramm. Nun lassen sich aus 1 Kilo Alu viele Kapseln formen, nach Hersteller-Angaben etwa 1000 Stück. Bedenkt man aber, dass 2010 mehr als 6 Milliarden Kapseln verkauft wurden, kommt man für ein Jahr auf mehr als 6 Millionen Kilo Aluminium.

Damit könnte man einige Fahrräder bauen….

Ich will jetzt gar nicht vorrechnen, wie viel Geld man sparen könnte, wenn man auf Pads und Kapseln verzichtet: Wer das kauft, lebt ohnehin in einer eigenen Welt.

 

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