Digital Health

Wenn’s ums Geld geht, haben Manche ja das Problem, dass sie nicht wissen, wohin damit, also die Frage: “Wo investieren?”

Insofern wird auch Gesundheit zum Anliegen eines Geld-Magazins, bei einem Stichwort wie “Digitale Gesundheit” erst recht, und dementsprechend berichtet Forbes über Retrofit, ein US-Startup, das die Pfunde zum Schmelzen bringen will, und das langfristig, nachhaltig und – sagen wir mal: Gemütlich.

Ob der Prozess, bei dem individuelle Beratung (“Coaching”) mit der elektronischen Datenerfassung (ähnlich wie bei der Telemedizin – die Waage, die ihre Werte ins Internet weitergibt, haben wir ja schon, kommt hinzu der sendende Bewegungssensor?) verschmilzt, ein reiner Spaziergang ist, wissen wir noch nicht.

Drei Vorteile des Retrofit-Programms hat David Shaywitz gelistet:

  1. Das Programm bringt etwas ein: Es ist nicht billig, man bezahlt für ein Jahr. Es konzentriert sich auf den Arbeitsplatz, spricht auch die Arbeitgeber an, Mengenrabatte werden somit angeboten.
    Daran ist so wenig absurd wie an der Tatsache, dass Firmen für ihre Mitarbeiter Joga-Vortänzer ins Haus kommen lassen: Stressbekämpfung, Förderung der Fitness sind effektiver als ein Mitarbeiter, der wegen Krankheit/Überforderung/mangelnder Fitness ausfällt.
    Zielgruppe sind die “besseren Bürokräfte”, die ab einem Lebensalter von 30 jährlich ein Kilo zunehmen und trotz Diäten, wegen dem Jo-Jo-Effekt, mit 50 dumm aus der Wäsche gucken.
  2. Realistische Ziele
    10 % Gewichtsverlust über ein Jahr, nicht “25 KG in vier Monaten” werden versprochen. Ds entspricht inzwischen der wissenschaftlichen Lehrmeinung, nicht aber den losen Diät-Versprechungen der unseriösen Art.
    Retrofit weckt Assoziationen zwischen dem Programm und einem Universitätsbesuch: Wer mal seinen Abschluss hat, muss nicht mehr hin.
  3. Der Prozess wird von Technik unterstützt, nicht dominiert, der zwischenmenschliche Faktor bleibt entscheidend.

Schließlich geht es wieder ums Geld:

It’s still early days, and far too soon to designate Retrofit a “success story.”  Their price point is conspicuously high, and it’s possible that a well-designed offering could deliver a similar benefit for less using fewer experts, sophisticated algorithms, and great design – and many startups are explicitly working on this.

Sicher – die rund 10 Dollar, die das Programm pro Tag kostet klingen nach einem teuren Service – aber auch nach professionellem Service.

Billiger ginge es mit Laien – wenn die denn geschult und erfahren sind, was das nachhaltige Abnehme betrifft. Also das langfristige Halten des Maximalgewichts minus 10 %, beibehaltene Umstellung des Lebensstils – das wars im Wesentlichen.

Derart erfahrene Laien sind allerdings noch rar – es wird Zeit, dass sie ihre Weiterbildung anfangen – nicht bei einer 08/15-Diät, sondern durch die Portionsdiät.

Die Portionsdiät ist so billig – billiger geht es nicht: In der “Rohform” kostet sie gerade mal 20 Cent pro Woche; die kostet der Ausdruck des Protokollformulars.

Dass damit noch keine Beratung verbunden ist, keine persönliche Motivation gegeben – Beides dürfte unumgänglich sein – steht auf einem anderen Blatt.

 

Der Artikel geht auf einen Tweet von Eike Wenzel vom itz zurück .

 

 

 

Forbes Thought Of The Day

“ A word too much always defeats its purpose. ”

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