Diäten als Methoden zum Abnehmen und der menschliche Faktor

Eine US-Studie hatte das Ergebnis: "Welche Diät Du machst, ist schnurz".

In der Zeit liest sich das etwas feiner ausgedrückt so:

… nahmen … 160 übergewichtige Freiwillige vor einigen Jahren an der Bostoner Tufts University an einem Experiment teil, in dem sie per Zufallsprinzip einem von vier in den USA beliebten Abspeckkonzepten zugeteilt wurden. Ins Rennen gingen die Atkins-Diät, … die besonders fettarme Kost nach Ornish sowie das Abnehmprogramm der Weight Watchers, das mit Gruppendynamik und Punktesystem zu kleineren Portionen animiert, und schließlich die zone diet … . Ein Jahr dauerte der Versuch, und am Ende lautete das magere Ergebnis: unentschieden. In jeder Gruppe hatten die Teilnehmer im Durchschnitt bescheidene zwei bis drei Kilo verloren.

Die Testgruppen hatten zwar kein gemeinsames Ernährungskonzept, aber dennoch zwei Gemeinsamkeiten:  Die Freiwilligkeit und die Teilnahme an einem Experiment.

Experimente mit Menschen – das Hawthorne-Experiment

1924 begann ein Ingenieur der Western Electric Company ein Experiment zum Studium der Einwirkung von Beleuchtungsart und -Stärke auf die Produktivität von Arbeiterinnen, die Telephone montierten. Es gab eine Test- und eine Kontrollgruppe; mit erhöhter Lichtstärke verbesserte sich die Arbeitsleistung.
Aber auch die Kontrollgruppe montierte mehr Telephone!

Auch, als die Testgruppe bei Kerzenlicht arbeiten musst, stieg die Produktivität in beiden Gruppen…

"Alle Theorien über den Zusammenhang zwischen Beleuchtung und Arbeitsleistung schienen hinfällig."

Die Untersuchungen in den Hawthorne-Werken setzte Mayo von der Harvard-Universität fort; Veränderungen des Lohnsystems mit und ohne Mahlzeit, unterschiedlicher Arbeitsschluss, freie Samstage und schließlich auch die Abschaffung von Privilegien – alles führte zu Verbesserungen im Sinnes des Betriebs.

Am Ende des Experiments stand

"die Entdeckung eines neuen Faktors, der psychischen und vor allem der sozialen Begleitphänomene der industriellen Arbeit."

Die Teilnahme an einem Experiment und die Anwesenheit der Forscher erhöht das Prestige der Beobachteten. Das Gefühl, beachtet zu werden, also der "menschliche Faktor", war entscheidend für das Verhalten der Arbeiterinnen.

Diät als Experiment und menschlicher Faktor

Je nach dem, wie anpassungsfähig man ist, kann man sich auf eine vorstrukturierte Diät einlassen, eine persönliche, ideale Diät entwickeln oder Diät ganzheitlich als Körper, Seele und Geist betreffenden Prozess bzw. gesunden Lebenswandel verstehen.

In jedem Fall haben wir es nicht nur mit Prozessen innerhalb des Individuums, sondern immer auch mit Interaktionen zur Umwelt zu tun (z.B. Bewertung, Lob, Verunsicherung usw.).

Dabei ist der "menschliche Faktor", also  Interesse bzw. positive Zuwendung, erwiesenermaßen förderlich.

   

 

Related posts:

  1. Die Kunst, Salami zu machen und moderne Methoden, die Wurst zu verderben
  2. Abnehmen mit der Telefonberatung – Sonderangebot

Hast Du eine Anregung, Frage, Kritik oder ein Lob? Dann
Gib doch einen Kommentar ab!
(Aber keinen Quatsch schreiben!)

Frische Kommentare

  • Tamara: Vorab viele Dank für den unterhaltsamen Beitrag. Märchen im Biomarkt und Männer in der...
  • Wolfgang Pelz: Bei der Lebensmittelgrundver sorgung, wie du sie vorschlägst, liegen die...
  • Evelin: Lieber Klaus-Peter, Dein Bild vom Blumenkohl mit Kartoffeln aus dem Dampfgarer trieb mir...
  • Sebastian Arthofer: Spannend immer wieder zu sehen, ist der Vergleich zwischen Österreich und...
  • Evelin Foerster: Hallo Klaus-Peter, wunderbar nachdenklich machender, tiefsinniger Beitrag in...

Rubriken

Archive

Motivation