Gesundheitsmesse und Vegetarismus, Perfekter Analogkäse, Pythagoras

Letzten Freitag und am Wochenende fand in Wiesbaden (Rhein-Main-Hallen) die Paracelsus-Messe und die “Veggie-World” statt: Anbieter von Gesundheitsprodukten und vegetarischen Lebensmitteln unter einem Dach.

Teils waren die Aussteller meinem Gefühl nach etwas “exotisch” – es gab gleich zwei Anbieter von Klangschalen und Gongs; auf welchem Wege Klangschalen einen Beitrag zur Gesundheit leisten, konnte bei einem Vortrag auch nicht wirklich vermittelt werden.

Auch an Angeboten zu Meditation und Spiritualität mangelte es nicht, aber natürlich spielte die Ernährung eine große Rolle.

Exklusiver Schweizer Analog-Käse

Das Wort “Analog-Käse” hat die Firma Vegusto natürlich nicht verwendet; wenn die hier abgebildeten “Käsewürfel” auch recht gut schmecken, hat doch Käse aus der Milch von glücklichen Kühen immer noch etwas für sich…

Zutaten:

Wasser, Kartoffeln, Weizeneiweiss (Gluten), pflanzliche Öle, Gewürze (enthält Sellerie), pflanzliche Würze, Steinsalz, Weizenfasern, Gemüsekonzentrat, Kräuter, Hefeextrakt, Getreidemehl, Bindemittel (Guarkernmehl, Xanthan)

(Zutatenliste vom Festtagsbraten)

Die Vegetarische Philosophie

Natürlich war auch der  Vegetarier-Bund vertreten:

Mit Info-Material und kompetenten Gesprächspartnern.

Die Amazone steht vor den Hallen, etwas versteckt, ließ sich aber bereitwillig fotografieren.

Die Aussage zum Vegetarismus:
“Vegetarisch Leben hat eine alte Tradition, die auf Pythagoras zurückgeht und sich auf den Glauben an die Seelenwanderung gründet” aber kam von der netten jungen Frau am VEBU-Stand.

Das Wissen von der Lehre der Pythagoräer (vereinfacht: “Esst kein Fleisch”) finde sich bei dem römischen Schriftsteller OVID in dessen Metamorphosen…

Leider blieb für weitere Ausführungen keine Zeit, aber hoffentlich wird es bald ein VEBU-Sonderheft zum Thema geben – vielleicht in Zusammenarbeit mit dem NABU, der ja auch Tiere schützt, und ein paar Altphilologen könnten beratend tätig werden:

“… in Rom interessierte man sich lebhaft für Pythagoras und den Pythagoreismus. Nach dem Zeugnis Ciceros trat im 1. Jahrhundert v. Chr. Nigidius Figulus als Erneuerer dieser Lehre hervor und verschaffte ihr öffentliche Aufmerksamkeit. In spätaugusteische Zeit fällt dann das durch Seneca überlieferte Wirken von Vater und Sohn Sextius in Rom, die ebenfalls auf pythagoreischer Grundlage die vegetarische Lebensweise predigten. Man hat sogar von einer um die Sextii gruppierten regelrechten neupythagoreischen Sekte gesprochen, die aufgrund ihrer konsequent an den eigenen philosophischen Lehren orientierten Lebensweise offenbar beträchtliches, wenn auch bisweilen amüsiertes Aufsehen erregte.” (Quelle)

Bleibt noch der “Zufall” mit der Amazone zu erklären: OVID hat sich nicht nur für die Rechte der Tiere eingesetzt, sondern auch für die Menschenrechte, für den Anspruch der Liebe, und für anspruchsvolle, heute würde man sagen “emanzipierte” Frauen.
In seiner, oder der pythagoreischen Denkweise, gehörte das Alles zusammen…

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  • Evelin: Hallo Klaus-Peter, …..ich hatte Zeit, Deinen wunderbaren Artikel zu lesen. Er macht...
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