Gesundes und dauerhaftes Abnehmen, die Presse und Optifast

Zunächst einmal sieht es nach “Service für die Leser/innen” aus, wenn die Zeitung Telefone für die Beratung beim Abnehmen freischaltet – schaut man genauer hin, wird neben der allgemeinen Beratung auch noch ein bestimmtes Programm angeboten und beworben.


“Es hängt davon ab, wie hartnäckig man dran bleibt", sagte Professor Scola. "Crash-Diäten machen aber keinen Sinn. Der Jojo-Effekt ist dann oft demotivierend. Aber es ist in der Tat sehr schwer, das Essverhalten zu ändern, das hat sich ja über Jahre eingebrannt. Wir empfehlen, mit einem Langzeitbohrer heranzugehen. Auf langfristigen Erfolg setzen auch unsere Programme im Adipositas-Zentrum.”

Gut für ihn, wenn Professor Scola kein Übergewicht hat. Der Langzeitbohrer (das Wort habe ich noch nie, und schon gar nicht im Zusammenhang mit Abnehmen gehört) bleibt zumindest ihm selbst erspart.

“Eingebrannt”, oder in tiefen Bewusstseinsschichten, sind ja nicht nur Essverhalten, sondern auch Erwartungen und Glücksvorstellungen; bohren allein ist da wohl die falsche Medizin.

Das Adipositas-Zentrum empfiehlt Optifast

Zur Abteilung Innere Medizin des Krankenhauses Groß-Sand gehört das Adipositas-Zentrum, das sich auf anhaltend wirksame Therapiekonzepte zur Gewichtsreduktion spezialisiert hat. Es bietet das "Optifast52-Programm" an, das für stark übergewichtige Menschen mit einem BMI über 30 zugeschnitten ist. Auch Diabetiker und Patienten mit Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen, Gicht und Arthrose können davon profitieren. (Quelle)

Und demnächst soll wieder eine Gruppe starten, wofür noch zahlende TeilnehmerInnen gesucht werden…

Es gibt Studien über die Wirksamkeit des Optifast-Programms, aber die erfassen die mögliche Tragik des Einzelfalles keineswegs:

Hallo,
ich habe vor 10 Jahren Optifast gemacht und dabei 35 Kilo abgenommen. Ich fand das Ganze gar nicht so schlimm, weil man das ganze Thema Essen einfach vergessen konnte. Die Tüten waren aber tatsächlich sehr widerlich.
Eigentlich war ich mir sicher, nach dem kostspieligen Erfolg nicht wieder zuzunehmen, aber das war leider ein Irrtum. Fast das Doppelte habe ich wieder drauf.
Ich kann und will mich nicht bis an mein Lebensende disziplinieren und auf alles Leckere verzichten, da ich ein absoluter Genussmensch bin.
Liebe Grüße
Rosiwita

Blogs zu Optifast:

zweiundfünfzigWochen

Optifast-Tagebuch

Das “relativ nachhaltige” Programm kann allerdings – siehe oben – bei “absoluten Genussmenschen” gar nicht so viel ausrichten – vielleicht müsste es noch die Fähigkeit zu anderen Genüssen, als sie mit dem Essen verbunden sind, vermitteln?

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Ein Kommentar zu “Gesundes und dauerhaftes Abnehmen, die Presse und Optifast”

  1. […] Programme sind resistent gegen Kritik und werden immer fortgeführt werden. Wer dagegen “anschreibt“, kann auch gleich gegen Windmühlenflügel […]

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