Übergewicht durch Schnupfen-Virus?

embyonale Stammzelle “Wer war der Täter?” – das ist ja bei vielen Krimis die spannende Frage, und bei der Frage nach den Ursachen des Übergewichts gibt es ganz besonders viele “Krimi-Autoren”. Die hätten ganz gern einen Einzeltäter, den sie dann gezielt bekämpfen können – an die Wand stellen und erschießen, vielleicht.


Forscher haben das Adenovirus-36 (Ad-36) schon länger in Verdacht, zum Übergewicht beizutragen. … Das Adenovirus-36 kann Stammzellen im Fettgewebe des Körpers zu Fettzellen verwandeln. Eine Erkältung reicht dann als Auslöser.

Ruhende Stammzellen im Körper könnten in Fettzellen verwandelt werden, habe eine Studie ergeben.

Allerdings:

Das Team suchte bei stark Übergewichtigen nach dem Virus und fand, dass jeder dritte Ad-36- positiv war – im Vergleich zu elf Prozent der schlanken Studienteilnehmern. (Quelle)

Was ja auch bedeutet: Zwei Drittel der Übergewichtigen sind Ad-36 negativ, und nicht alle Ad-36 Positiven werden dick.
Das sieht doch eher nach Indizien als nach Beweisen aus – aber an eine “Adipositas-Schutzimpfung” wird schon gedacht.

Während parallel dazu die Werbeindustrie den Übergewichtigen und Noch-Normalgewichtigen das Glücksempfinden durch Süßigkeiten, Fast-food, gezuckerten Getränken und Nahrungsergänzung zum Abnehmen vermitteln will, sehen die Virus-Forscher diese psychische Infektion wohl überhaupt nicht – und werden auch keinen Schnupfen verhindern können.

Und irgendwie ist die Sache mit dem Adenovirus dann auch nicht wirklich aktuell; aus 2007 stammt dies:

In einer rezenten Arbeit aus Detroit wurde festgestellt, dass u.A. Ad-36 (aber auch 9 und 37, nicht aber 2) Ratten- und Menschen-Proadipozyten zur verminderten Leptin-Produktion, vermehrten Glucose-Adsorption und Aktivierung von Carboxylasen zur Lipogenese bewegte.
Früher stellte man schon mal fest, dass Ad-36 aber gleichzeitig auch die Serum-Triglycerid- und Cholesterolspiegel in Nagern und Affen reduziert.
Der Ad-36 selbst wurde AFAIK 1980 entdeckt und lange nur im Zusammenhang mit NAD und CAD gesehen.
Die wegweisende Studie (Vangipuram et al: A human adenovirus enhances preadipocyte differentiation. Obes Res. 2004 May;12(5):770-7) entdeckte schon 2004 die Wirkung, dass die Progenitors zur Differenzierung gebracht werden.
Ob man das in direkten Zusammenhang mit menschlicher Adipositas bringen kann, ist momentan aber noch mehr als fraglich. Von relativ vielen Viren sind schräge zelluläre Wirkungen bekannt, die sich im menschlichen Gewebe dann aber nicht wirklich zeigen.(Quelle)

Bei alledem geht die Entwicklung weiter, und das Übergewicht scheint sich  immer noch auszubreiten…

Vgl. hier

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Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

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