Kinder ohne Bewegung – aber mit Rückenschmerzen

Eine Forsa-Studie, erstellt im Auftrag der DAK, hat ein wenig Resonanz gefunden:

Einen engagierten Beitrag der Leipziger Internet-Zeitung (Auszug):

Als Hauptgrund für die zunehmenden Beschwerden nannten fast alle Ärzte fehlende Bewegung (98 %) und intensiven Medienkonsum (95 %). Außerdem würden die Eltern die motorische Entwicklung nicht genug anregen (91 %). Aber Eltern allein sind nicht "schuld". Auch das ergab die Befragung: 60 % der befragten Ärzte gaben schlechten oder fehlenden Sportunterricht als Ursache der Kreuz-Probleme bei Kindern und Jugendlichen an und falsche Ernährung nannten 53 % der Ärzte. 42 % sehen eine enge Verbindung mit dem niedrigen Bildungsstand der Eltern.

Wer meint, damit der Wahrheit auf der Spur zu sein, könnte auf dem Holzweg sein: Wir kernen jetzt aber immerhin die Sichtweise der befragten Ärzteschaft. Von der kommen auch – ganz blauäugig – noch die gewünschten Empfehlungen:

Eltern können ein Vorbild in gesundheitlicher Hinsicht sein und selbst mehr Bewegung praktizieren (96 %), sie können Bewegung fest in den Alltag integrieren (96 %), sie können die Kinder im Sportverein anmelden (94 %), was ja nicht nur dem Drang der Kinder nach Bewegung entgegenkommt, sondern auch wichtige neue soziale Kontakte schafft. Natürlich kann auch die Familie gemeinsam Sport treiben (93%), aber genauso wichtig ist eine Begrenzung der Mediennutzung (91 %).

Sollte man da nicht einmal weiterfragen: Wenn die Eltern Vorbild sein sollen (sie sind es ja sowieso, ob sie wollen oder nicht, im positiven, wie im negativen Sinn) – wer dient den Eltern als Vorbild?
Warum braucht der Sportverein ein Anmeldeformular – wären prinzipiell offene Angebote nicht sinnvoll, wenn im einen oder anderen Fall (und geht es nicht um jeden Einzelfall? -  Letztlich haben wir ja ganz viele Einzelfälle) die Hemmschwelle für die Anmeldung zu hoch ist ??

Auch der “Lehrerfreund” hat sich des Themas ausführlich angenommen.

Die Studie wurde von Forsa im Auftrag der DAK durchgeführt. Dabei wurden 100 Kinderärzt/innen zu Entwicklung und Ursachen von Rückenschmerzen bei Kindern und Jugendlichen befragt. Ergebnis:

Die Mehrzahl der Mediziner gab an, dass die Anzahl der Kinder mit Rückenschmerzen stark (13 Prozent) oder etwas (44 Prozent) zugenommen hat. Als Hauptgrund für die zunehmenden Beschwerden nannten fast alle Ärzte fehlende Bewegung und intensiven Medienkonsum.

Auch der “Lehrerfreund”, bei dem es Unterrichtsausarbeitungen und Tipps zur rechten Strafe gibt, gibt die Verantwortung an die Eltern ab.
Immerhin: Er hat noch weiter recherchiert, und herausgefunden, “dass die optimale Reizsetzung des Organismus bei etwa 10.000 Schritten am Tag liegt”.
In den Ferien werden die Lehrer sich dementsprechend in ihrer Vorbildfunktion üben, und vielleicht auch einmal darüber nachdenken, ob das so sein muss, dass Kinder in der Schule nicht lachen dürfen.

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