Diät-Sadismus, Gesundheitswahn und Fitness-Kult

… sind die Themen von Dr. med. Dipl. theol. Manfred Lütz:

"Höchste Zeit, etwas gegen den Gesundheitswahn zu tun!", findet der Psychologe Manfred Lütz, beheimatet in Rösberg. Der Autor feuert satirische Breitseiten auf das übertriebene Streben nach Hyper-Fitness, ein Alter ohne Falten und die künstliche Selbstkasteiung beim Essen.

Wer sich am Freitag 26. Februar, um 20 Uhr in der Markusschule Rösberg einfindet, kann an einem Vortrag teilnehmen. [Quelle]

Ansonsten gibt es die Möglichkeit, hier einen Vortrag im Zusammenhang mit dem Buch “Lebenslust” anzuhören, der wahrscheinlich schon das Wesentliche enthält.

En paar Stichworte:

  • Die Gesundheitsreligion ist total egoistisch.
  • Gesundheit ist ein hohes Gut, aber nicht das höchste.
  • Im Christentum gilt: Der Leib ist der Tempel des heiligen Geistes – sagt der Apostel Paulus, und dafür müssen wir auch etwas tun.
  • Dann ist es auch ok, dass man mal ins Fitnessstudio geht, aufs Essen achtet, aber mal richtig gut essen, leckerer Wein dabei – das muss doch mal erlaubt sein.
  • Gelassen mit der Gesundheit leben, gesünder mit der Gesundheit leben.
  • Lebenskunst kann nur heißen, dass man Quellen des Glücks auftut. Wir brauchen mehr humane Herzlichkeit.
  • "Lebe jeden Tag ganz bewusst" – "Carpe Diem".
  • Nur dadurch, dass wir sterben, wird jeder Moment des Lebens wichtig. Nichts können wir wiederholen…
  • Wer den Tod verdrängt, verpasst das Leben.
  • Linksrheinisch-katholischer Humor:
    210 Prozent der Deutschen sind psychisch krank – deshalb brauchen wir mehr Zuwanderer.
  • Wie kann man Lebenslust erleben?
    In Muße.
  • Die Heilige Therese von Bernini      –"Wenn das die himmlische Liebe ist, dann kenne ich sie auch.”
  • Die alte katholische Tradition war sehr sexualfreundlich.

Für Freunde bildender Kunst:

Bernini… need I say more?
The man’s work is so amazing that I even feel the need to clarify that yes… the first two ARE statues.
400 years old and the flesh looks warm.
So beautiful.
So sensual.
Enjoy.

 

Manfred Lütz, geboren 1954 in Bonn, studierte Medizin, Philosophie und katholische Theologie in Bonn und Rom. Er erlangte 1979 seine Approbation als Arzt und 1982 sein Diplom in katholischer Theologie. Lütz wurde zunächst Facharzt für Nervenheilkunde, später auch für Psychiatrie und Psychotherapie. Seit 1997 ist er Chefarzt des Alexianer-Krankenhauses in Köln-Porz. In seinen Büchern befasst er sich Lütz, mitunter satirisch und humorvoll, u.a. mit der katholischen Kirche, Ethik, dem Diät-Sadismus, dem Gesundheitswahn und der Fitness-Welle.

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5 Kommentare zu “Diät-Sadismus, Gesundheitswahn und Fitness-Kult”

  1. Eine relativ gesunde Lebenseinstellung scheint der Herr zu haben.

    Wikipedia

    zeigt ein Foto von ihm aus 2009 wo er auch den Eindruck macht als ob er nicht oft nein sagt bei gutem Essen und Wein.

    Na dann… 😉

  2. Hm, das hat eben ein bisschen gedauert, bis ich verstanden hab‘, was Du gemeint hast 😉
    Aber soll er genießen, was den Genuss wert ist.

    „Es gibt Menschen, die leben überhaupt nicht mehr richtig, die leben nur noch vorbeugend und sterben dann gesund, aber auch wer gesund stirbt, ist definitiv tot.“

    – Hab ich dann noch bei Wikiquote mitgenommen. Was den „Diät-Sadismus“ betrifft, sind seine Beobachtungen für unsere Zwecke wertvoll – leider ist der Gedanke hier ncht so ausgearbeitet; es müsste dann ja auch den „Diät-Masochismus“ geben: Sklavisches Punkte-Zählen, Brigitte-Unterwürfigkeit, Papeismus 😉 , Low-Fat-Knechtschaft!

  3. Aber dieser Gedanke über “Diät-Sadismus” ist ja nicht so weit her geholt.

    Bei mir selbst hatte ich das beobachtet. Als ich in 2006 mein Tiefstgewicht erreicht hatte, war mir ständig nach mehr – also mehr runter. Absolut ungesund und irrsinnig aber das muste erst mal merken 🙄

    Das Leben ist viel zu schön um es nicht zu leben.

  4. Oft hört man es ja nicht, nur manchmal: Dass länger andauerndes Abnehmen schon mal mit anorexieähnlichem Verhalten verbunden sein kann. Du hast das ja gut wieder eingependelt; einfach ist das Alles nicht.

  5. […] ist, dass vom Diätwahn betroffen zu sein teils unauffälliger ist, als gesund zu sein – aber den Gesundheitswahn kann man ja auch schon längst […]

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