Gefahren aus der Mikrowelle, Gefahrenherd Mikrowelle?

Das Aufwärmen oder Warmhalten fertiger Speisen ist ein heikles Thema, aber ein “Frisch gekocht und auf den Tisch” ist in manchen Abläufen nicht möglich. Die Probleme fangen schon beim verwendeten Geschirr an: Im Handel empfohlene “Sets” bestehen aus Plastik, aber es wird nicht genau gesagt, aus welchem, und offenbar auch nicht untersucht, welche Stoffe hier austreten.

Insofern empfiehlt sich auf jeden Fall die Verwendung von Glasgeschirr oder Porzellan, wenn die Mikrowelle zum Einsatz kommt.

Von irgendwelchen Bedenken, ein Mikrowellengerät zu benutzen, ist meist nichts zu bemerken, die Verwendung wird als selbstverständlich vorausgesetzt:

Was muss man beim Auftauen beachten?

Gemüse muss nicht extra aufgetaut werden. Es kann zum Garen direkt in den Topf oder in die Mikrowelle gegeben werden. Die Garzeit ist um ein Drittel kürzer als bei frischen Lebensmitteln. [Quelle]

Aber auch von ungeahnten Gefahren ist zu lesen:

Sehr bedeutsam ist der Abbau des Lebensenergiefeldes bei allen Personen, welche sich in Reichweite eingeschalteter (teilweise auch ausgeschalteter – daseinshilfe) Mikrowellengeräte befinden. Bereits ein kurzzeitiger Aufenthalt in unmittelbarer Nähe eines in Betrieb befindlichen Mikrowellenofens führt zu einer anhaltenden Beeinträchtigung dieses Energiefeldes.

Der Zusatz, dass auch das ausgeschaltete Gerät “strahlt”, ist hier ausgesprochen wichtig: Als deutliches Indiz, dass hier wahnhafte Gedanken geäußert werden: Man nehme – vergleichsweise – eine Lampe, und überprüfe, was sie “tut”, wenn sie ausgeschaltet ist…

Der Verlust von Lebensernergie konnte nicht nur bei Menschen, sondern auch bei Tieren und Pflanzen festgestellt werden. Dafür reicht es aus, wenn sich die Lebewesen in einem Radius von 500 Metern um das in Betrieb befindliche Mikrowellengerät befinden. [Quelle]

Was die Lebensenergie betrifft: Eine Warnung, Yoga, Tai-Chi und Qi-Gong nicht innerhalb des Mikrowellengeräts zu betreiben, findet sich sicherlich in der Bedienungsanleitung ;-)

Um Sachlichkeit bemüht ist offensichtlich dieser Bericht:

Das … Forscherteam … hatte … die … Nährstoffe – im Blickpunkt standen insbesondere die Antioxidantien – in Broccoli verglichen, nachdem das Gemüse entweder im Dampfkochtopf, in kochendem Wasser, im Wasserbad oder in der Mikrowelle gegart worden war. Der Wasserdampf des Dampfkochtopfs beeinträchtigte die krebshemmenden Antioxidantien nur wenig, während der Mikrowellenherd sie fast vollkommen eliminierte. Wasserbad und herkömmlicher Kochtopf bauten beide deutlich weniger Antioxidantien ab als die Mikrowelle. [Quelle]

Noch sachlicher (???) ist die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE):

Werden Lebensmittel in der Mikrowelle erhitzt, liegen ernährungsphysiologisch relevante Veränderungen wie der Vitaminverlust oder die Bildung von Nitrosaminen in der Größenordnung von konventionellen Erhitzungsmethoden. Der Gehalt an wertgebenden Inhaltsstoffen ist nach dem Garen in der Mikrowelle nicht geringer als bei konventioneller Zubereitung.

Bei den Tipps ist die DGE, jedenfalls, was das Geschirr betrifft, allerdings wenig kritisch:

  • Beachten Sie die Zubereitungszeiten in Bedienungsanleitungen, Kochbüchern oder auf Lebensmittelverpackungen. Übernehmen Sie diese aber nie ungeprüft. Notfalls verlängern Sie die Erhitzungszeit bei geringer Leistung (300 Watt).
  • Erwärmen Sie die Speisen in möglichst runden und flachen Gefäßen.
  • Verwenden Sie am besten spezielles Mikrowellengeschirr.
  • Decken Sie die Speisen im Kochgeschirr mit losem Deckel, Abdeckhaube oder mikowellengeeigneter Folie (temperaturbeständig bis 160° Celsius) ab.

Damit wären wir wieder am Ausganspunkt: Das “spezielle Mikrowellengeschirr” sollte – meiner privaten Meinung nach – jedenfalls besser nicht aus Plastik bestehen.

Das wird auch – indirekt – beim Infodienst Landwirtschaft-Ernährung-ländlicher Raum (LEL) gesagt:

  • Durch die Gefahr des Überdrucks sollten nur offene Behältnisse – natürlich mit Abdeckhaube – in das Gerät gestellt werden.
  • Um die Temperaturunterschiede auszugleichen, sollten die Speisen öfter einmal umgerührt und nach der Garzeit kurz stehen gelassen werden.
  • Nur mikrowellengeeignetes Geschirr wie z.B. Keramik und Porzellan – ohne Goldränder – verwenden.
  • Nitratreiche Gemüsesorten, wie Spinat, Rote Beete oder Rettich, nicht in der Mikrowelle zubereiten, da der Nitratgehalt nicht – wie beim Blanchieren – verringert wird.
  • Muttermilch sollte ebenfalls nicht in der Mikrowelle aufgewärmt werden, da dadurch Abwehrstoffe und bakterizide Inhaltsstoffe zerstört werden.

Warum, was hier für die Muttermilch gelten soll, auf die sekundären Pflanzenstoffe nicht übertragen werden soll, bleibt allerdings offen, und damit doch ein “komisches Gefühl” gegenüber der Mikrowelle.

Fazit: Viele Experten, darunter eindeutige Scharlatane und Rattenfänger, und wenig objektiver Rat.

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5 Kommentare zu “Gefahren aus der Mikrowelle, Gefahrenherd Mikrowelle?”

  1. Ein schönes Ergebnis Deiner umfassenden Studie wäre einfach auf die Mirkrowelle zu verzichten. Obwohl auch wir eine verwenden und zwar um zu dicke Holzdübel wieder passend zu machen. Dafür ist sie hervorragend geeignet.

  2. Danke, das war die Weiterführung des Gedankens; find ich toll, wenn die Leser “mitarbeiten” ;-)
    Mikrowelle also für die technische Nutzung in die Werkstatt stellen…

    Und für die Küche würde ich mir einen Dampftopf mit Wärmeisolierung und innen liegender Heizung wünschen, wegen den Übertragungsverlusten von Herdplatte zum Topf usw.

  3. ich find die mikrowelle bequem – so kann man schnell und energiesparend ne portion zubereiten. man muss nicht erst den herd anschmeißen, man braucht kein fett wie in der pfanne und es geht rucki-zucki. und bei plastikgeschirr hab ich auch keine bedenken, das zeug wird schließlich kontrolliert, und bei meiner zahnbürste hab ich ja auch keine bedenken die mir in den mund zu stecken obwohl sie aus plastik ist.

  4. [...] imgriff.com: Gesundes Essen ist wichtig für produktives Arbeiten. Die Mikrowelle verführt uns zu schnellen, aber nicht besonders gehaltvollen [...]

  5. [...] Beilagen, machen durchaus dick, natürlich kann man Lebensmittel verkochen, besonders in der Mikrowelle werden Vitamine zerstört,  Butter ist nicht gleich Butter, und Margarine könnte besser [...]

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