Von „Genuss und Bequemlichkeit“ zu „Tee – toxisch bis gesund“

Hauptsache, die Nahrungszubereitung bereitet keine erkennbare Mühe und die Industrie machts möglich – vorgefertigtes aus dem Supermarkt-Regal ist so der Hauptumsatzträger.

Die Reichen haben ihre  Privatköche und essen „auf Spesen“, wo nicht so viel, aber noch genug „Masse“ ist, kommt zu besonderen Gelegenheit der Mietkoch, in dessen Bildergalerie zu blättern Spaß macht, zumal auch unerwartetes wie „Handkäs-Tatar mit Musik“ auftaucht.

Am unteren Ende der Reichtumsskala kann man sich immer noch „glückliches Gemüse“ leisten – und hoffen, dass das Gemüse das ähnlich auffasst und nicht das Gefühl bekommt, „totgekocht“ zu werden  – warum sonst bietet Deutsch solche Ausdrücke zur Verwendung an?

Mini-Maultaschen in Gemüsebrühe, mit Karotte, Mini-Paprika und Austernpilz – wenn die (selbst im Multicooker gemachte) Brühe bereitsteht, auch ein sehr schnelles Gericht.

 

Mit dem Stichwort „schnelles Gericht“ ist auch schon zu diesem Foto übergeleitet: Eine Fertig-Tomatensauce aus eigener Produktion im pfandfreien Mehrwegglas; ganz einfach weil eine angebrochene Dose „Gestückte Tomaten“ nicht so bald zu verwerten war und es galt, sie zu „retten“.
Dazu noch eine große, frische Tomate in Würfeln, Gewürze – und bei automatischer Abschaltung nach 30 Minuten im Dampfdrucktopf/Mu8lticooker einkochen.

Das zeigt: Es gibt Alternativen zum Verpackungswahn. Gleichzeitig  fordert die „Deutsche Umwelthilfe“, weil Deutschland „Europameister bei Verpackungsmüll“ ist:

„Das muss sich dringend ändern!
Die
„Nächste BReg muss Mehrwegverpackungen konsequent fördern!“

 

Radikal wäre ja die Forderung, „Convenience-Produkte“, diese „bequem zuzubereitende Ernährungsform mit hohem Verpackungsaufwand“ gleich ganz zu verbieten – doch so weit geht der Umweltverein nicht, hat auch das häusliche Einkochen wie in den 50-er Jahren nicht im Blick.

Preisaufschläge und Mehrwegquoten sollen es richten – so die Forderung, doch die nächste Regierung die wird vor lauter Afghanistan und Klimakrise sich nicht auch noch um (alternative/keine) Verpackung kümmern, es sei denn, sie bekommt eine Schritt-für-Schritt-Anleitung und Druck von der „breiten“ Bevölkerung. Die kennt dann wieder keine Alternative und lehnt jeden Preisaufschlag ab, im Gegensatz zur  DUH.

Wenn dabei  unsere Fernseh-Ernährungs-Afklärung nur Fragen wie „“Sind mit Keimen belastete Tiefkühlhähnchen eigentlich gefährlich?“ oder „Welche Tiefkühlpizza würdet Ihr empfehlen“ beantwortet, bleibt die Verpackungs- und Mehrwegfrage unbeantwortet.

„Neue Convenience-Produkte erobern den Markt. Sie werben mit „wie hausgemacht“, „ohne Konservierungsstoffe“ und kosten oft deutlich mehr als Tütensuppen und Co. Doch lohnt es sich wirklich, dafür mehr Geld auszugeben?“

Der Film zur Frage ist wie ein Dosenprodukt: Nicht zu viel Information/Inhalt, in viel Verpackung, – eher dünn also.

 

Letscho (Tomaten-Paprikagemüsetopf ungarischer Art) mit  innovativem Käse-Semmel- „Serviettenknödel“ aus dem Glas.

Eine alte Erfindung – „Cellophan„, eine Klarsichtfolie, die biologisch abgebaut wird, hat es schwer auf dem Markt der Verpackungen – nicht wegen ein paar technischen Besonderheiten, sondern wegen ein paar Cent, die sie mehr kostet als die Erdöl-Konkurrenz.

Ob am Fraunhofer-Institut für angewandte Polymerforschung in Potsdam auch an einer Styropor-Verpackungs-Alternative aus Stroh und Pilzmycel gearbeitet wird, entzieht sich meiner Kenntnis. Dass die Forscher:innen einfach eine essbare Verpackungs-Variante anböten, ist unwahrscheinlich. Es wäre aber an der Zeit.

Minze, frisch (größere Darstellung)

 

Ein US- Internet-Magazin zur „gesunden Ernährung“ hatte kürzlich eine Vielzahl von „Fertigtees“ bewertet. Schlecht waren die mit viel Zucker, Maissirup war ganz schlecht, und kein Zucker war gut – der Beste beeindruckte durch die harmonische Abstimmung von Minze und Grünem Tee.

 

Dass der Fertig-Tee in Dosen oder Plastikflaschen in Hinblick auf den Rohstoff- und Energieeinsatz der Verpackung und die Tatsache, dass für ein paar Schluck  Tee doch viel Wasser relativ weit transportiert wird, war bei der Elite des Ernährungsbewusstseins  kein Thema.

Auch nicht die schlechte Versorgungslage bei frischen Kräutern.  Wie aus dem Kraut ein Tee wird, werden viele Nordamerikaner gar nicht wissen.

Ist Tee-Kochen eine Kunst? Ja, wenn man das will und kann. Wenn die Tee-Zeremonie der Japaner eine erhaltenswerte Tradition ist, habe ich deshalb noch immer eine eher pragmatische Einstellung zum Tee – vielleicht zu pragmatisch.

 

Umstrukturierungen kommen von überallher auf uns zu, und es gilt, das Beste daraus zu machen.

Ich habe mal versucht, die Produktion von Kohlrouladen umzustrukturieren und einfach einen fertigen Bratling mit gedämpftem Wirsingblättern umwickelt:

Wir können diese Vereinfachung als Fortschritt auffassen oder auch nicht – der Inhalt der Roulade, bleibt des Pudels Kern. Doch das ist wiederum eine andere Geschichte.

 

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