Rheingauer Mango-Sorbet und Griechische Kirsch-Gruetze

“Genussorientiert” ist ja nichts Schlimmes, wenn auch mit Konflikten verbunden: So eine Mango ist eigentlich eine unschuldige Frucht – als empfindlicher Import, der sich als “Flugmango” auf den Weg zu den europäischen Verbrauchern macht, verursacht sie allerdings auch den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen, und wir wollen das auch gar nicht so genau wissen.

Ab und an darf die Mango doch auf den Teller, oder ins Dessertschälchen:

Was das Foto mit dem Rheingau zu tun hat, wird am Ende des Artikels aufgelöst…

Das Rezept für Obst-Sorbet kann sich jeder selbst aussuchen – da rät der “Starkoch” Schubeck zum Mango-Püree, das mit einem “guten Yoghurt-Eis” verrührt wird – eine arbeitssparende Methode, mit dem Nachteil, dass auch das “gute Yoghurteis” erst mal paratstehen muss, und für Ambitionierte ohnehin überflüssig ist.

Schubeck hat mit “Würz- und Kochhilfsmitteln” und Aromen wenig Berührungsängste; dass der Kunde betrogen werden will, ist so eine Behauptung, die sich in einer Recherche als Vermutung findet – ist aber auch nicht so wichtig.

Wenn wir schon bei den Kochsendungen sind, kommt hier die Empfehlung, sich mal Gordon Ramsays “Ultimativ Kochen – Genuss zum kleinen Preis” anzuschauen; auch die “Chef ohne Gnade” -Episoden sind stellenweise aufschlussreich – wobei allerdings ausgeschlossen ist, sich hier Alles anzuschauen – es liest ja auch niemand alle Salat-Rezepte, die je veröffentlicht worden sind.

 

Mango-Sorbet, Zutaten und Zubereitung

Die Mango schälen, das Fruchtfleisch vom Kern schneiden und würfeln, pürieren, in einer Gefrierdose über Nacht einfrieren… Ebenfalls einfrieren kannst Du einen halben Becher Vanille-Yoghurt, aber fülle ihn um, so dass Du eine flache Lage Yoghurt-Eis erhältst und keinen Eisklumpen.

Das dauert schon mal länger, als die häufig angegebenen fünf Minuten – kein Rezept für die “schnel mal spontan machen-Schiene”. In der Zwischenzeit aus zwei Becher Vollmilch-Yoghurt eine Labne-Zubereitung herstellen.

Am nächsten Tag, oder einem anderen folgenden Tag, kannst Du das Gefrorene eine gute halbe Stunde vor dem Verzehr aus der Tiefkühlung nehmen und “antauen” lassen, dann mit dem Labne zusammen im Mixer (ein Stabmixer ist hier überfordert) nochmals pürieren. Je nach Geschmack gibts Du noch den einen oder anderen Tl. Zitronensaft und wenig Puderzucker hinzu.

In ein geeignetes Gefäß umfüllen – und genießen

  • Die Hälfte des Sorbets hatte ich nicht gleich verzehrt, sondern in den Kühlschrank gestellt, wobei eine Creme entstanden war – auch die war sehr lecker, hatte mir persönlich fast besser geschmeckt als das eigentliche Sorbet.
  • Das radikalste Mango-Sorbet-Rezept heißt sinn´gemäß “Mango pur”, ist allerdings auf Englisch.

 

Inwiefern war das selbst gemachte Mango-Sorbet besser als gekauftes Fertig-Eis?

Ich füge diesen Abschnitt hier mal ein, weil die Frage “Wozu machst Du das eigentlich?” gelegntlich im Raum steht und beantwortet sein will:

So ein Sorbet hat einen erfrischenden Effekt und kann an heißen Tagen zur Abrundung des Speiseplans dienen, somit zum Wohlfühlen beitragen. Einmal abgesehen von dem hier verwendeten – eigentlich überflüssigen – Vanille-Yoghurt enthält dieses hausgemachte Sorbet (faast) keinen Zucker und schmeckt trotzdem gut & fruchtig.

Die Statistik belegt, dass unser Zuckerkonsum in den vergangenen Jahrzehnten eigentlich “unendlich” gestiegen ist – und langsam erst wird Wirtschaft, Politik und auch den Verbrauchern klar, dass das eine üble Sackgasse ist. Das kostengünstige Streck- Süßungs- und Füllmittel führt nämlich schnell zu gesundheitlichen Schäden.

Kulinarisch gesehen, führt das permanente Übersüßen zu Geschmacksverwirrungen und -Trübungen, denn eigentlich schmeckt alles ziemlich gleich und kann nur noch anhand der bunten Bildchen auf der Verpackung (und aus der Werbung) auseinandergehalten werden.

 

Gewissen Gerüchten zufolge, will die Lebensmittelindustrie das vorherrschende Niveau der Süßung mittelfristig allgemein absenken, “reduzieren”, wovon, wenn alle mitmachen, die Verbraucher nur wenig mitbekommen. “Süßer als die Konkurrenz” soll keinen weiteren Wettbewerbsvorteil mehr bedeuten; im Moment herrscht überall die maximale Süßigkeit (süßer geht nicht).

Das selbst gemachte Sorbet mit natürlichem Fruchtgeschmack bietet schon heute, unter dem Aspekt der “Energiedichte”, den Vorteil des längeren und größeren Genusses – einfach, weil es nicht zu viele Kalorien enthäl und somit die bessere Alternative ist:

Mit einer Familienpackung Fertig-Eis fällt das Maßhalten halt selten leicht…

 

Kirschgrütze

Dr. x Kirsch Grütze schmeckt herrlich fruchtig und wie selbst gemacht – ohne Aromen, Farb- und Konservierungsstoffe!

So zu lesen in der Produktbeschreibung zu einem Kühlregal-Artikel, und zu fragen ist hier: Wie schmeckt eigentlich nicht die “wie selbstgemachte” Grütze, sondern das tatsächlich Selbstgemachte, das doch offenbar mit einem positiven Prädikat daherkommt und hohe Sympathiewerte hat?

Preislich bewegen sich Kirschen in Höhen, bei denen man sich fragt, wie die Fertiggrütze auf den Markt kommen kann, ohne ein Zuschussgeschäft zu sein, die Antworten hierzu sind auch nicht allzu erfreulich. Demnach allerdings muss “selbstgemacht”, wenn sorgfältig gemacht, doch besser sein…

Die Kirschen – so viel ist klar – entkernen sich nicht von selbst, selbst wenn “Griechenland” als Herkunft angegeben ist, was darauf hindeutet, dass Deutschland in dieser Hinsicht eine Importnation ist.

Die gewaschenen, entkernten Kirschen nur leicht zuckern, mit etwas Zirtronensaft zum köcheln bringen und ca 10-15 min mit geschlossenem Deckel simmern, etwas von Flüssigkeit mit Wasser verrühren, einen gestrichenen Löffel Pudding-Pulver glatt einrühren, dies wieder bei der Grütze einrühren, aufkochen, dann abkühlen lassen.

Volumen-mäßig sah das nicht nach viel aus, mehr wurde es mit griechischem Yoghurt und einer Karamel-Creme aus Frankreich, bei der an Butter und Zucker nicht gespart wurde:

 

Der Genussfaktor der “Gesamtkomposition” war insgesamt recht hoch -

da konnte man das Schälchen drehen und wenden, wie man wollte.

 

Weitere Links und Themen:

  • Schön wäre noch eine Kirschenentkernende Küchenmaschine gewesen; die “Mum” (hier bei Amazon) kann zwar viel, das aber nicht.
  • Radfahren ist ein spannendes Thema – “Nachhaltige Fahrräder” sind dabei das I-Tüpfelchen, und die Technik, aus Bambus Farradrahmen zu bauen, finde ich faszinierend. Ein Artikel bei “Utopia“, und auch der Spiegel hatte das Thema mal im Repertoire.
  • Wer das “Trendgetränk der Zukunft”, Switchel, mag, will sich vielleicht auch ein Tonic-Wasser selbst brauen. Das habe ich noch nicht probiert, aber eine wichtige Zutat schon mal gefunden, immerhin…
  • Noch ein nett anzuschauendes Rote-Grütze-Rezept, mit Milch oder Sahne.

 

Was das Mango-Sorbet mit dem Rheingau zu tun hat


Nun, ich wohne zwar im Rheingau-Taunus-Kreis, habe aber alltäglich den Taunus vor Augen, nicht den Rheingau; der war – als Auarell von einem Hobby-Künstler – beim obigen Foto der Hintergrund .

Demnächst werde ich das Blatt rahmen und aufhängen…

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Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

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