Fett abnehmen, und Kilos killen

Hab’ ich etwas verpasst? Schon beunruhigend, was das ZDF an Sendungen übers Abnehmen präsentiert: “Richtig fett abnehmen 1” – da müsste also noch eine Fortsetzung kommen, “Die ganze Wahrheit über Fitness”, “Der Kilo-Killer” und auch “Ulrich protestiert gegen den Fitnesswahn”.

Das könnte man sich alles in der Mediathek ansehen, aber, ich glaube, ich habe da keinen Bedarf.

Ohnehin muss jeder seinen eigenen Weg finden, und was die Experten so sagen, ist entweder nichts Neues, nicht der Weisheit letzter Schluss oder auch mal Stuss. Fette Unterhaltung eben.

“Verbote sind tabu: Eine Diät richtig angehen” – so drückt es die Frankfurter Rundschau aus, und

Generell entscheidend sei, die Diät nicht als zeitlich begrenzte Maßnahme zu sehen, sondern als Änderung des Lebensstils. Das Wort stamme schließlich aus dem Griechischen und bedeute «Lebensführung», sagt Ellrott. Mehr Sport, zu regelmäßigen Zeiten und gesund essen sowie das richtige Maß finden – das müsse auch nach einer Diät fortgesetzt werden. Nach dem Erreichen des Zielgewichts weitermachen wie vorher, sei jedenfalls irrsinnig, erläutert der Wissenschaftler. «Das ist in etwa so, als ob der Hausarzt das Blutdruckmedikament absetzt, wenn mit Hilfe des Medikaments der richtige Blutdruck eingestellt ist.»

Also, das Wichtigste noch einmal in zwei Worten:

Maß halten!

 

Gilt auch für den Alkoholkonsum; “Gesundheitsorganisationen wie die American Heart Association oder der World Cancer Research Fund halten bei gesunden Männern eine Tagesmenge von 24 Gramm Alkohol für akzeptabel, für gesunde Frauen sind es 12 Gramm. Beide Angaben sollen als Obergrenzen verstanden werden und nicht als Empfehlung, jeden Tag diese Menge zu trinken.”

 

Beispiele:

1 Flasche Bier (330 ml, 4,8 Vol.-%):
330 ml  x  (4,8 / 100)  x  0,8 = 12,7 g Alkohol

1 Glas Wein (100 ml, 11 Vol.-%):
100 ml  x  (11 / 100)  x  0,8 = 8,8 g Alkohol

Ich schweife hier gerne mal ab, weil das Essen ja auch eine Sucht ist, und alle Süchte miteinander verwandt sind – Kokainsucht verdirbt übrigens die Freude an Sozialkontakten, und beim Cannabis gibt es einen Trend zur Legalisierung.

Maß halten ist – bei Lebensmitteln – schon beim Einkauf angesagt, dann muss niemand viel Übriges wegwerfen. In Bayern gibt es dazu eine neue Kampagne – kürzlich hatte ich bei Pauls Blogparade zu dem gleichen Thema teilgenommen – wenn das mal nicht auch eine Kampagne ist…

Um mal zum Schluss zu kommen:

Maß halten!

 

sollte auch bei den allzu reißerischen Überschriften das Motto werden; es soll zwar nicht langweilig sein, aber auch etwas mit unserer Realität zu tun haben. Fernseh-Sendungen zum Thema Abnehmen -  schön und gut. Aber was haben die Zuschauer davon? Anders gefragt: Wem nutzen diese Sendungen?

 

 

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