Mit Bauchspeck gegen den Bauchspeck

Israelische Forscher haben festgestellt, dass Ratten, “Allesfresser” wie wir, weniger zunehmen, wenn sie zu festgesetzen Uhrzeiten und für begrenzte Zeit Fast-food erhalten, als wenn die Fütterung unvorhersehbar oder unbegrenzt erfolgt.

in Ergebnis, das bei einigen Psychologie-Kenntnissen auch ohne Test vorhersehbar war, aber nun haben wir wieder so eine “Diät-Meldung”, die wir interpretieren können:

Wenn ich nicht wissen kann, wann es wieder etwas zu essen gibt, muss ich mir sicherheitshalber den Bauch vollschlagen, wenn ich immer fressen kann, tue ich das auch: So denket wohl eine Ratte, wenn wir ihre Gedanken ins Deutsche übersetzen jedenfalls.

Auf der Stoffwechselebene:

Die Mäuse in allen … Gruppen gewannen an Gewicht. Am dicksten wurden die Mäuse, die unregelmäßig fettreiches Futter erhalten hatten. Die Mäuse, die zu festen Zeiten fettreiches Futter erhalten hatten, hatten ein um durchschnittlich 12 Prozent geringeres Gewicht, einen um 21 Prozent geringeren Cholesterinspiegel und die 1,5-fache Insulinsensitivität als diejenigen, die unregelmäßig fettarme Diät erhielten, obgleich beide Gruppen gleich viele Kalorien zu sich nahmen, überdies veränderte sich der Metabolismus, was sich auch an der Expression verschiedener Gene zeigte, so dass das aufgenommene Fett offenbar nicht gespeichert, sondern zu den Zeiten verbraucht wurde, wenn es nichts zu fressen gab. Gegenüber den Mäusen, die unregelmäßig fettreiche Nahrung erhielten, waren die Unterschiede teilweise noch deutlicher. Sie hatten ein um 18 Prozent geringeres Körpergewicht, einen um 30 Prozent niedrigeren Cholesterinspiegel und eine 3,7-fache Insulinsensitivität.

“Esst doch, wann Ihr wollt und nur wenn Ihr Hunger habt”:  Dieser “Diätratschlag ist mir schon immer suspekt vorgekommen; aber seine Vertreter werden auch jetzt nicht zurückrudern und Anderes behaupten. Der Mensch ist – auch geistig – allzu träge.

Weil ich heute schon ein Rezept, in dem Bauchspeck vorkommt, hier noch der (ironische, aber doch nicht falsche) Slogan:

Mit Bauchspeck gegen den Bauchspeck –

nur, um die Überschrift noch einmal zu wiederholen…

 

http://portionsdiaet.de/rezepte/spaghetti-suess-sauer-gebratener-bauchspeck-kimchi

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2 Kommentare zu “Mit Bauchspeck gegen den Bauchspeck”

  1. Als zusätzlicher Aspekt fällt mir da noch auf, dass fettreiches Futter oder Bauchspeck hier mit fast food gleichgesetzt wird. Während Bauchspeck doch ein ehrliches Lebensmittel ist (man weiß, was man hat), ist fast food doch eher ein undurchschaubares Konglomerat, direkt aus dem Chemielabor entlassen, oder sehe ich das zu negativ? NIemand weiß wirklich, was die ganzen Substanzen, die da routinemäßig zugesetzt werden, alles für Wirkungen haben, und von der Wirkung des gesamten Cocktails haben wir da noch garnicht geredet. Also von fettreichem Futter auf fast food zu schließen, erscheint mir etwas gewagt.

    Und, nicht wissen, wann es das nächste Mal etwas gibt, führt natürlich dazu, dass man sich sicherheitshalber den Bauch vollschlägt. Das ist aber eine andere Situation, als wenn man selbstbestimmt immer dann essen kann, wann man möchte. Hat sich aber wie es aussieht, auch nicht wirklich bewährt.

  2. Ich finde diese Studienbeschreibungen und Darstellungen von Ergebnissen ja oft unsäglich – hatte also versucht, es kurz zu machen.
    Zentral ist vielleicht: “Die Wissenschaftler gingen von der Annahme aus, dass zeitlich strikt geregelte Futterzeiten die biologische Uhr stabilisieren könnte, was wiederum die Auswirkungen einer fettreichen Ernährung reduzieren könnte”

    - und dass diese Annhame durch die Studienergebnisse gestützt wurde. Immer dann essen, wenn man möchte (wobei auch die psychische Befindlichkeit zu den Essanlässen zählt) hat sich – und das war schon formuliert – “auch nciht wirklich bewährt).

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Frische Kommentare

  • Katrin Schröder: Lieber Klaus-Peter Baumgardt, vielen Dank für diesen wunderbaren Blogbeitrag...
  • Tanja Praske: Hi Klaus aka @fressnet, ein fettes Danke für deine satirische Teilnahme an...
  • Antje: Ich habe nur ein paar Fragen, hab viel gelesen über Mangostantropfen und sehe nichts...
  • HundefreundLukas: Obwohl der Beitrag schon etwas älter ist, finde ich das trotzdem etwas krass
  • christine Bouzrou: Ich fand Ingwer mal ganz schrecklich. Mittlerweile liebe ich ihn :)

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