Abnehmen als Vorbeugung der Zuckerkrankheit

- oder “Gewichtsreduktion als Prävention der Diabetes” – die Entscheidung über den Sprachstil fällt schon schwer ;-)
Die Arbeit “Lebensstilmodifikation zur Prävention des Typ-2-Diabetes” von Daniela Gorges, vorgelegt in Bamberg 2010, kam zu folgendem Schluss:


Insgesamt sollte …  den psychologischen Faktoren bei primärpräventiven Maßnahmen zur Diabetesprävention mittels Lebensstilmodifikation vermehrt Aufmerksamkeit geschenkt werden. Dies gilt sowohl bei der Identifikation von Risikopersonen als auch bei der Auswahl und Umsetzung von geeigneten Maßnahmen zur Therapie des Hauptrisikofaktors Adipositas. Hierdurch ist eine Verbesserung der bestehenden Präventionsprogramme hinsichtlich der zentralen metabolischen Outcomes erwartbar.

Nun wäre es schön, nachfragen zu können, welche psychologischen Faktoren zu wenig Beachtung finden, aber wir verstehen auch so, dass die Therapie des Hauptrisikofaktors Adipositas noch verbesserungswürdig ist…

Die niedrige Drop-out Rate von lediglich 9 % zeigt zudem, dass Personen mit erhöhtem Diabetesrisiko an Präventionsprogrammen teilnehmen möchten und können, wenn man ihnen die Teilnahme ermöglicht. Die aktuelle Herausforderung besteht nun in der flächendeckenden Implementierung und Umsetzung solcher Programme. Die vorgelegten Daten der PRAEDIAS-Studie demonstrieren sehr deutlich, dass standardisierte, selbstmanagementorientierte Interventionen zur Diabetesprävention machbar und erfolgsversprechend sind.

Auch das ist bekannt: Wenn der Arzt sagt: “Sie müssen etwas ändern” ist das etwas anderes, als wenn Verwandte sagen: “Du solltest vielleicht, aber bleib’ so, wie Du bist, ich liebe jedes Gramm an Dir, und will auch selbst so bleiben, wie ich bin”.

Mit welchem Programm die Patienten nun arbeiten sollen, das ist selbst für gestandene Hausärzte oft die Frage. Da hat mancher schon die Frage “Wie nimmt man am Besten ab?” mit einem Schulterzucken beantwortet.

PRAEDIAS („Diabetes vermeiden – selbst aktiv werden“) ist ein strukturiertes Schulungs- und Behandlungsprogramm zur Prävention des Typ-2-Diabetes. Es … fokussiert auf eine nachhaltige Lebensstilmodifikation mit den Zielen einer Gewichtsreduktion, Veränderung des Ernährungsverhaltens und Steigerung der körperlichen Aktivität.
Bei PRAEDIAS handelt es sich … um ein Gruppenprogramm (sechs bis zehn Teilnehmer), das eine bessere Kosten-Nutzen-Relation … erreichen soll. PRAEDIAS umfasst insgesamt zwölf Kursstunden über einen Zeitraum von einem Jahr. Diese unterteilen sich in eine zweimonatige Veränderungsphase (Kernintervention, acht Gruppentreffen) sowie eine Stabilisierungsphase (vier Gruppentreffen und Begleitmaßnahmen). Mit Hilfe einer Toolbox wird im Rahmen der Nachbetreuung besonders auf individuelle Problemkonstellationen eingegangen. … Im Vergleich … ist PRAEDIAS kostengünstiger.

So weit die gekürzte Zusammenfassung aus einem Artikel in der Zeitschrift Adipositas, Heft 2, 2008.

Die Seite Praedias-Berlin.de liefert – auch nicht allzu aktuell – noch die folgenden Angaben:

Euro 180,- je Teilnehmer inkl. PRAEDIAS Handbuch und 80% Kostenübernahme durch die Krankenkasse möglich, nach §20SGB V für Präventionsmaßnahmen.

Nebenbei: Die Erfolgsquote: Dass man während des “Programmdurchlaufs” etwa 5 % Gewichtsabnahme erzielt – lag deutlich unter hundert Prozent ;-(

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